Notizen vom ADAC GT Masters auf dem Sachsenring

Ein erneuter Zuschauerrekord, Anteilnahme nach tödlichem Unfall und elektrisches Rahmenprogramm: Die Notizen vom ADAC GT Masters am Sachsenring

Notizen vom ADAC GT Masters auf dem Sachsenring
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Mercedes-AMG hat mit der dominanten Vorstellung die Siege sechs und sieben auf dem Laussitzring eingefahren. Schon vor dem Wochenende war man zweiterfolgreichste Marke auf der Strecke. Von Spitzenreiter Audi ist AMG noch weit entfernt: R8-LMS-Modelle haben insgesamt zwölf Siege auf dem Sachsenring eingefahren, davon acht in der Zeit zwischen 2009 und 2014.

- Jules Gounon arbeitet sich in der ewigen Siegerliste mit großen Schritten nach vorn: Mit seinem dritten Saisonsieg hat der Franzose die Anzahl seiner Siegerpokale in der Deutschen GT-Meisterschaft auf deren elf erhöht. Damit rangiert er nun gleichauf mit Kelvin van der Linde auf Platz fünf.

- Seit Raffaele Marciello zusammen mit Daniel Juncadella fährt, landet der Tabellenführer fast ausschließlich auf dem Podium. In den sechs gemeinsamen Rennen verpasste das Duo lediglich beim ersten Lauf auf dem Lausitzring mit Platz fünf das Podest.

- Marciello kam als frischgebackener Meister der GT-World-Challenge (GTWC) Europe an den Sachsenring. In der kombinierten Wertung aus Sprint- und Endurance-Cup ist er nicht mehr einzuholen. Dries Vanthoor, der an diesem Wochenende Ricardo Feller bei Land-Motorsport vertrat, ist mit Charles Weerts zum dritten Mal in Folge Meister im GTWC-Sprint-Cup geworden.

Kondolenz für den verstorbenen Motorradfahrer Leon Langstädtler bei Landgraf

Kondolenz für den verstorbenen Motorradfahrer Leon Langstädtler bei Landgraf

Foto: smg/Ebner

- Mit 26.000 Zuschauern verbuchte das ADAC GT Masters seinen in diesem Jahr obligatorischen Zuschauerrekord auch auf dem Sachsenring. Sollte es in Hockenheim wieder so laufen, so würde bei allen sieben Rennveranstaltungen in diesem Jahr ein Zuschauerrekord aufgestellt werden.

- Mehrere Teams drückten ihre Anteilnahme am Verlust von Motorradpilot Leon Langstädtler aus, darunter Landgraf Motorsport in der Startaufstellung. Der 24-Jährige war am Freitag mit seiner BMW bei der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) verunfallt und erlag seinen Verletzungen.

- Ebenfalls mit einer Message ist Land-Motorsport bereits seit dem Nürburgring unterwegs. Das Team musste in diesem Jahr den Verlust seines Kochs hinnehmen, der völlig unerwartet Anfang Juli gestorben ist - nur kurz nach dem Rennen in Zandvoort, wo er noch quicklebendig war.

- Alle vier Fahrer von Landgraf-Motorsport erhielten eine Geldstrafe von 500 Euro, weil sie fünf Minuten zu spät zur Fahrerbesprechung erschienen sind. Sie hatten schlicht und einfach beim gemeinsamen Zusammensitzen die Zeit vergessen.

- Jusuf Owegas Pechsträhne setzte sich bereits im ersten Qualifying fort. Ihm wurde die schnellste Rundenzeit gestrichen, weil das Land-Team ihn zu früh losschickte. Er wurde in die Fast Lane der Boxengasse entlassen, bevor die Ampel auf Grün schaltete. Das hatte unmittelbare Folgen beim Start zu Rennen 1, als er in eine Kollision verwickelt wurde.

Land-Motorsport mit einer Message für seinen verstorbenen Koch

Land-Motorsport mit einer Message für seinen verstorbenen Koch

Foto: smg/Ebner

- Für diese wurde Simon Reicher schuldig gesprochen. Die Sportkommissare urteilten, dass der Eastalent-Pilot gegen die allgemeinen Fahrvorschriften (Art. 30 Sportliches Reglement) verstoßen habe. Der Audi machte sich am Kurvenausgang breit (Reicher gab Untersteuern als Grund an), wodurch Joel Sturm und Jusuf Owega zusammenkrachten.

- Auch Maximilian Paul bekam am Samstag seine schnellste Rundenzeit aberkannt. Grund: Er hatte diese unter Geld erzielt. Mick Wishofer wurde drei Plätze zurückversetzt, weil er Marvin Dienst blockiert hatte.

- Im zweiten Rennen bekamen Sven Müller und Norbert Siedler eine Strafrunde wegen falscher Startposition aufgebrummt. Das hatte Folgen, denn als Müller seine "Penalty-Lap" antreten wollte, wurde er von Jesse Krohn getroffen. Das brachte wiederum Krohn eine Strafrunde ein. Die Strafrunde von Müller galt durch den aus der Berührung resultierenden Dreher als abgesessen.

- Der Schubert-BMW #10 (Green/Krohn) wurde in beiden Rennen in der Schlussphase unsanft aus dem Weg geräumt. Im ersten Rennen erhielt Mattia Drudi nachträglich eine Strafrunde aufgebrummt, die zu fünf Sekunden umgewandelt wurden. Im zweiten Lauf wurde eine Zeitstrafe von dreieinhalb Sekunden gegen Albert Costa verhängt, die nach einem Einspruch Costas aber wieder zurückgenommen wurde.

- Tim Zimmermann und Sven Müller erhielten Verwarnungen, die ohne direkte Konsequenzen bleiben. Zimmermann (erste Verwarnung der Saison) erhielt diese für ein Abdrängen von Maximilian Paul im ersten, Sven Müller (zweite Verwarnung) für eine Berührung mit Thierry Vermeulen im zweiten Rennen. Bei drei Verwarnungen geht es fünf Plätze in der Startaufstellung nach hinten.

- Niklas Krütten fuhr den ELMS-Lauf in Spa-Francorchamps auf einem Oreca 07 in der Topkategorie LMP2 und ließ das ADAC GT Masters auf dem Sachsenring dafür aus. Das Unterfangen begann sehr stark mit einer Pole durch seinen Teamkollegen Yifei Ye. Krütten nutzte diese und führte das Rennen seinen kompletten Stint über an. Später warf ein Reifenschaden den Oreca zurück. Krütten, Ye und Nicolas Lapierre wurden Fünfte.

- Nick Catsburg fuhr am Sachsenring den elektrischen Tourenwagen-Cup ETCR. Als Teil des "Pool Fast" startete er auf einem Hyundai Veloster N ETCR. Von den insgesamt zwölf gestarteten Piloten belegte er beim Finale der Rennserie den zehnten Platz.

- Emil Frey Racing half mit seiner eigens engagierten Carbon-Abteilung am Wochenende Joos Sportwagentechnik aus. Joos benötigte Carbon für seinen Diffusor, das Emil Frey bereitstellen konnte.

Emil Frey Racing half Joos Sportwagentechnik aus

Emil Frey Racing half Joos Sportwagentechnik aus

Foto: smg/Ebner

- Jack Aitken hatte ebenfalls eine Terminkollision mit der ELMS, entschied sich aber, das ADAC GT Masters zu bestreiten. Seinen Platz im Racing Team Turkey übernahm Ex-Formel-1-Pilot Will Stevens. Die Mannschaft kam in Spa auf Platz sechs. Aitken holte zusammen mit Albert Costa die Plätze elf und sieben am Sachsenring.

- Bobfahrer Francesco "Franz" Friedrich, viermaliger Olympiasieger im Zweier- und Viererbob sowie elfmaliger Weltmeister, gab eine Stippvisite am Sachsenring. Vor dem Samstagsrennen setzte der Bundespolizist, der bekennender Autofan ist, mit dem Schild "Drivers start your Engines" die Fahrer in Bewegung.

- Jack Aitken nahm die ETCR-Boliden genau unter die Lupe. Tourenwagenlegende Mattias Ekström erklärte dem Lamborghini-Fahrer die Feinheiten seines Fahrzeugs, das innerhalb von nur 2,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Aitken nahm selbst hinter dem Steuer des E-Autos Platz und war begeistert. Ekström gab dann am Sonntag per Schild den Befehl zum Starten der Motoren im ADAC GT Masters.

- Geladen wurden die ETCR-Boliden an speziellen CCS2-Chargern mit 62 Kilowattstunden. Die dafür benötigte Energie lieferten Wasserstoff-Brennstoffzellen, die weder lokalen Strom benötigten noch CO2 ausstießen. Die CO2-Bilanz ist abhängig von der Art und Weise, wie der Wasserstoff gewonnen wird.

- Maximilian Paul feierte bereits am Donnerstag seinen ersten Erfolg im ADAC GT Masters. Allerdings nicht auf seiner Heimstrecke am Sachsenring, sondern in der Arena E in Mülsen, einer modernen Kartanlage unweit des Sachsenrings. Der Dresdener hielt am Abend bei einem Indoor-Rennen im E-Kart nicht nur die Medienvertreter in Schach, sondern auch die ADAC GT Masters-Piloten Mick Wishofer und Jan Marschalkowski. Die Poleposition, die schnellste Runde und schließlich ein klarer Erfolg vor seinem Markenkollegen Mick Wishofer sprang für Lamborghini-Pilot Maximilian Paul am Ende heraus. Marschalkowski belegte Platz vier.

Mit Bildmaterial von ADAC Motorsport.

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