Raffaele Marciello: GT3-Ass von Mercedes stand nach Ferrari-Aus vor Karriereende

Raffaele Marciello fährt im GT3-Sport für Mercedes-AMG regelmäßig Erfolge ein, doch fast wäre es nicht dazu gekommen: Ein frühes Karriereende stand im Raum

Raffaele Marciello: GT3-Ass von Mercedes stand nach Ferrari-Aus vor Karriereende

Raffaele Marciello zählt seit Jahren zu den absoluten Assen im GT3-Sport. Das unterstreichen nicht nur seine Poles bei den 24h Spa 2020 und 2021, der Sieg beim FIA GT World Cup 2019 in Macau oder der Titelgewinn in der Blancpain-GT-Serie 2018. Doch es hätte auch ganz anders kommen können.

Marciello war bis 2015 Mitglied der Ferrari-Driver-Academy und durfte im Zuge dessen sogar Freitagstrainings in der Formel 1 für das Sauber-Team absolvieren. 2016 bestritt er noch eine Saison in der GP2-Serie, die er als Gesamtvierter abschloss. Danach stellte sich allerdings die Frage nach seiner Zukunft im Motorsport.

"Nach dem Aus bei Ferrari war es eine Frage, ob ich ganz aufhöre oder mich neu orientiere", gibt der Italiener unumwunden zu. Es folgte der Wechsel in den GT3-Sport, wo für Marciello eine Erfolgsära beginnen sollte. Nicht zufällig einigte sich der Italiener dabei mit Mercedes-AMG auf eine langfristige Zusammenarbeit. "Ich bin schon in der Formel 3 mit Mercedes-Motoren gefahren, daher gab es eine Verbindung", erzählt Marciello.

Rückblickend eine gute Entscheidung, schon alleine aus persönlichen Gründen: "Ich bin sehr glücklich, wo ich jetzt bin. Ich muss mich nicht verstellen und kann sein, wer ich bin. Ich fahre auf den besten Rennstrecken der Welt wie Macau, Bathurst oder der Nordschleife und starte in sehr starken Meisterschaften."

Raffaele Marciello: So kann man den Titel im ADAC GT Masters holen

Zu diesen sehr starken Meisterschaften zählt auch das ADAC GT Masters, wo Marciello in diesem Jahr zusammen mit Teamkollege Maximilian Buhk im Mercedes-AMG GT3 des Mann-Filter Teams Landgraf - HTP/WWR um die Meisterschaft kämpft. Die Mannschaft ist in dieser Konstellation neu. Trotzdem kommt die gute Form für Marciello nicht überraschend.

"Auch wenn es ein neues Team ist, arbeiten dort viele Leute, die den Mercedes-AMG bereits kannten. Deshalb waren wir auch von Anfang an und auf eigentlich allen Strecken konkurrenzfähig." So konkurrenzfähig sogar, dass Marciello/Buhk gleich beim Auftaktrennen in Oschersleben auf die Pole fuhren und anschließend den Rennsieg holten.

In vier von sieben weiteren Rennen landete das Duo in den Top 4, was Gesamtrang zwei bei sechs noch ausstehenden Läufen bedeutet. In dieser Tonart soll es auch weiter gehen, kündigt der Mercedes-AMG-Fahrer an: "Wichtig ist es, immer ins Ziel zu kommen und Punkte mitzunehmen. Um am Ende ganz vorn zu sein, braucht man gute Qualifyings und sollte in den Rennen in die Top 5 fahren."

"Natürlich hat man keinen Einfluss darauf, was die anderen Teams machen, aber es ist wichtig, keine Fehler zu machen und immer das Beste zu geben. Dann kann man am Ende auch mit sich zufrieden sein." Es muss also nicht unbedingt der Titelgewinn sein für Marciello. Er hat nach einer schweren Zeit im GT3-Sport seine sportliche Heimat gefunden. Das ist noch wichtiger.

Mit Bildmaterial von Alexander Trienitz.

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