WEC-Chefs: LMP2 wird definitiv nicht weiter eingebremst

Die Hypercars wurden in der Spa-Woche teilweise von den LMP2 vorgeführt: Um den Abstand zu wahren will man nun bei den LMH-Regularien ansetzen

WEC-Chefs: LMP2 wird definitiv nicht weiter eingebremst

Die WEC-Woche in Spa-Francorchamps mit dem Prolog und dem Auftakt-Wochenende zur Saison 2021 bot einiges an Diskussionsstoff. Bei den Testfahrten und während der Trainingstage stand die Performance der LMP2-Klasse und der Hypercars im Fokus.

Die eingebremsten, kleinen Prototypen beendeten die meisten Sessions mit absoluter Bestzeit. Doch die Organisatoren vom ACO sprachen sich noch vor dem Rennwochenende gegen eine überarbeitete BoP für die LMP2-Klasse aus, was bei den Toyota-Verantwortlichen auf Unverständnis stieß.

Das Qualifying und das Rennen gaben den WEC-Chefs rund um Frederic Lequien und Pierre Fillon Recht. Toyota krallte sich im Qualifying die erste Startreihe, während dem besten LMP2 1,6 Sekunden auf die Pole fehlten. Auch im Rennen spielte die kleine Prototypen-Klasse keine Rolle im Kampf um den Gesamtsieg.

"Wir werden die LMP2 nicht anfassen. Ihre Performance wird nicht reduziert", kündigte Lequien noch vor dem Rennen im Gespräch mit 'Autosport' an. Um eine Lücke zwischen den Klassen zu wahren, hat man die LMP2-Klasse schon im Voraus in drei Bereichen eingebremst: Weniger Leistung, weniger Abtrieb und mehr Gewicht.

WEC: Hypercars pushen statt LMP2 bremsen

Dass es in den Trainings trotzdem zu LMP2-Bestzeiten kam, lag an zwei Faktoren: Der Streckencharakteristik in Spa-Francorchamps und den brandneuen Hypercars, die noch ganz am Beginn ihres Entwicklungszyklus stehen. Lequien gibt daher auch zu bedenken: "Wir müssen uns einfach in Erinnerung rufen, dass das der Beginn des Ganzen ist."

Um den Abstand zwischen den beiden Prototypen-Klassen künftig zu vergrößern, verfolgen Lequien, Fillon und Co. deshalb einen anderen Ansatz: Die Performance der Hypercars zu verbessern. Dafür lieferte das 6h-Rennen in Spa erste und wertvolle Daten, die man sich beim ACO nun ansehen wird. Es geht laut Lequien darum, zu evaluieren, "ob wir eingreifen müssen oder nicht."

Unter diesen Voraussetzungen stellt sich die Frage, wie die Hypercars genau schneller gemacht werden sollen. Soll die Leistung erhöht oder das Gewicht reduziert werden? Um diese Frage drehen sich die Überlegungen. Beide Möglichkeiten sind jedoch nach Angaben von Toyota nicht auf die Schnelle umzusetzen.

Mehr Speed für Toyota und Co.: Aber wie?

Der Toyota GR010 Hybrid wurde nämlich entwickelt und gebaut, um innerhalb der aktuellen LMH-Regularien die bestmögliche Performance zu bieten. Die vorgeschriebene Maximalleistung von 500 KW zu erhöhen würde bedeuten, dass die Motorenteile höhere Belastungen verkraften müssen und entsprechend verstärkt werden müssen.

Andererseits betrifft eine Reduzierung des Mindestgewichts Komponenten am gesamten Fahrzeug. Um deren Gewicht zu verringern, bräuchte man bei Toyota entsprechend viel Vorlaufzeit für Entwicklung, Konstruktion und Erprobung. Das könnte das ganze Konzept des GR010 Hybrid über den Haufen werfen.

Für welchen Weg sich FIA und ACO auch entscheiden: Eine kurzfristige Lösung scheint schwierig. Doch das Rennwochenende in Spa-Francorchamps hat gezeigt, dass die Hypercars letztlich ohnehin die Oberhand gegen die LMP2-Klasse haben.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
Mit oder ohne Zuschauer: 24h Le Mans 2021 finden im August statt

Vorheriger Artikel

Mit oder ohne Zuschauer: 24h Le Mans 2021 finden im August statt

Nächster Artikel

Porsche LMDh 2023: Penske wird Werksteam in WEC und IMSA

Porsche LMDh 2023: Penske wird Werksteam in WEC und IMSA
Kommentare laden

Artikel-Info

Rennserie 24h Le Mans , WEC
Event 6h Spa
Tags Frederic Lequien
Urheber Tobias Ebner