Ducati-Duo in Valencia auch am Samstag mit zwei Stürzen: Pole knapp verpasst

Francesco Bagnaia und Jack Miller stürzen am MotoGP-Finalwochenende 2021 auch im Qualifying und verpassen die Pole - Miller will im Rennen "All In" gehen

Ducati-Duo in Valencia auch am Samstag mit zwei Stürzen: Pole knapp verpasst

Während Pramac-Ducati-Pilot Jorge Martin im Qualifying zum MotoGP-Saisonfinale 2021 in Valencia auf die Pole gefahren ist, sind die beiden Ducati-Werkspiloten Francesco Bagnaia und Jack Miller in den letzten Minuten des zweiten Qualifying-Segments (Q2) unabhängig voneinander gestürzt.

Bagnaias Sturz, der in Kurve 2 passierte, hatte auch Auswirkungen auf einige andere Fahrer. Denn die Ducati des Italieners blieb mitten auf der Piste liegen. Unter anderem Valentino Rossi, der sich nicht zuletzt dank Bagnaias Windschattenhilfe den zehnten Startplatz für seinen MotoGP-Abschied geholt hat, musste stark abbremsen.

Aufgrund der gelben Flagge mussten auch andere Piloten verzögern und verloren die Chance auf eine späte Verbesserung. Martin aber, der zu diesem Zeitpunkt am anderen Ende der Strecke unterwegs war und so den gelben Flaggen in Kurve 2 entging, entriss Bagnaia die Bestzeit.

Ganz sicher hatte Martin die Pole aber noch nicht. Denn Miller fuhr in seiner letzten Runde absolute Bestzeit in Sektor 1 und persönliche Bestzeit in Sektor 2. Im dritten Sektor aber, konkret in Kurve 11, stürzte dann auch der Australier und musste sich hinter Martin und Bagnaia mit P3 in der Startaufstellung begnügen.

Bagnaia ärgert sich: "Ich stürze hier immer in Kurve 2"

Bagnaia, dem letztlich 0,064 Sekunden zu einer sechsten Pole in Folge fehlten, kommentiert seinen Sturz in Kurve 2 mit den Worten: "In Kurve 2 will ich immer noch zu viel. Das war schon in den vergangenen Jahren so, als ich auf dieser Strecke regelmäßig langsam war. Irgendwie stürze ich hier immer in Kurve 2."

 

Für das Rennen hat Bagnaia - sofern er denn sitzenbleibt - trotzdem ein gutes Gefühl. Grund dafür ist seine starke Pace, die er im Abschlusstraining (FT4) mit dem Medium-Hinterreifen gezeigt hat: "Das FT4 lief sehr gut und ich kam auch gut zurecht, als der Reifen schon einige Runden auf dem Buckel hatte. Ich glaube, wir haben die Chance auf ein richtig gutes Rennen."

Miller: Sturz in Kurve 11 hat sich angekündigt

Miller, der am Freitag in Kurve 1 gestürzt war und dessen Sturz am Samstag in Kurve 11 auf der letzten möglichen Runde passierte, berichtet: "Eines steht fest: Ich habe alles versucht. Mein erster [Q2-]Versuch war in Ordnung, ich hatte ein gutes Gefühl. Auf dem zweiten Versuch waren meine ersten beiden Runden nicht so gut. Die gelbe Flagge für 'Pecco' habe ich gesehen. Da saß er aber schon wieder auf seinem Bike."

"Vielleicht hätte man mir die Runde gestrichen, aber allein schon aus Gründen der persönlichen Ehre habe ich es probiert", so Miller. "In Kurve 9 hatte ich dann einen langen Slide. Dadurch kam ich nicht ganz auf der optimalen Linie in die folgenden Kurven. Aber hey, es war die letzte Zeitattacke des Jahres. Letzten Endes konnte ich den Sturz nicht vermeiden, aber das ist okay."

 

In Vorausschau auf das Rennen sagt Miller: "Ich denke, es wird auf den Medium-Reifen [am Hinterrad] hinauslaufen. Ich habe auch den Hard-Reifen probiert, aber damit war mein Longrun nicht gerade fantastisch." Was das Vorderrad betrifft, ist sich der Großteil der MotoGP-Piloten einig, dass es auf die harte Mischung hinauslaufen wird.

Teamtitel noch nicht entschieden, aber Miller will "All In" gehen

Während der Fahrertitel der MotoGP-Saison 2021 seit Misano 2 zu Gunsten von Yamaha-Pilot Fabio Quartararo entschieden ist und der Herstellertitel seit Portimao 2 zu Gunsten von Ducati entschieden ist, geht es am Sonntag in Valencia noch um den Titel in der Teamwertung.

In der Teamwertung, in der im Unterschied zur Herstellerwertung die Ergebnisse beider Fahrer eines Teams zählen, hat das Ducati-Werksteam 32 Punkte Vorsprung auf das Yamaha-Werksteam. "Den Teamtitel haben wir natürlich im Kopf. Andererseits ist es das letzte Rennen des Jahres und da wollen wir natürlich noch einmal alles geben. Die Devise lautet also 'All In'", grinst Miller.

Dass Miller beim Saisonfinale nicht auf Ankommen fahren will, hat einen persönlichen Grund. "'Pecco' hat in diesem Jahr dreimal gewonnen. Auch Marc [Marquez] hat dreimal gewonnen. Diesem Club würde ich schon gerne noch beitreten", erklärt der Australier.

Jack Miller

Jack Miller will sich im Rennen nicht zurückhalten - es geht ihm um die Statistik

Foto: Motorsport Images

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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