MotoGP Aragon: Valentino Rossi sorgt sich um Form auf trockener Piste

21 Runden drehte MotoGP-Rückkehrer Valentino Rossi am Freitag im Motorland Aragon - allerdings auf feuchter Strecke, weshalb er sich mit Urteil zum Potenzial noch zurückhält.

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Valentino Rossi sorgte für großes Aufsehen mit der Ankündigung, gerade einmal 22 Tage nach seinem Motocross-Unfall, bei dem er sich Schien- und Wadenbein gebrochen hat, das MotoGP-Rennwochenende im Motorland Aragon bestreiten zu wollen. Der Yamaha-Star überraschte damit Fahrerkollegen, Fans und Experten gleichermaßen. Mit entsprechender Spannung wurde am Freitag sein erster Einsatz auf der Yamaha M1 nach der Verletzung erwartet.

Zwar spricht Rossis Platzierung am Ende des  Trainingstages eine eigene Sprache. Denn der Italiener kam auf feuchter Strecke am Freitag nicht über den 20. Rang hinaus. Er hatte 2,059 Sekunden auf die Bestzeit von Dani Pedrosa (Honda). Doch dass der 38-Jährige überhaupt in der Lage war, sein MotoGP-Bike für insgesamt 21 Runden um den Kurs zu steuern, werten nicht wenige als ein kleines Wunder.

Rossi selbst zieht ein positives Fazit: "Es war ein guter Tag, denn ich fühlte mich wohl auf dem Motorrad, und das bereits an diesem Morgen. Die Position auf diesem Bike ist besser als auf der R1." Damit hatte Rossi zu Beginn der Woche in Misano seine ersten Testrunden gedreht, um auszuloten, ob ein Start am Aragon-Wochenende überhaupt möglich wäre. Am Donnerstag erklärten ihn die Ärzte schließlich für fit und erteilten ihm eine Startfreigabe.

Rossi weiß: Fahren im Trockenen ist anstrengender

"Ich kann ohne große Schmerzen fahren", versichert Rossi. "Das Bein fühlt sich nach den beiden Trainings gut an. Das ist positiv. Es schwillt nicht an und tut auch kaum weh." Ironischerweise kamen dem Yamaha-Fahrer die Verhältnisse am Freitag entgegen. Zwar regnete es, was die Sturzgefahr erhöht. Gleichzeitig ist die Belastung des Körpers auf nasser Strecke geringer. Ob er auch im Trockenen mithalten kann, bleibt abzuwarten.

Rossi selbst räumt ein: "Mit Sicherheit ist es im Nassen viel einfacher, das Motorrad zu fahren. Es ist weniger anstrengend. Es wird deshalb interessant sein zu sehen, wie es morgen läuft. Wir hoffen auf gute Bedingungen, sodass wir ein Verständnis dafür bekommen und am Motorrad sowie dem Setting arbeiten können." Im Trockenen sorgt sich der 38-Jährige vor allem um seine Bremskraft, "denn mir fehlt noch die Kraft im Bein".

"Hinzu kommt, dass man sich im Trockenen auf dem Motorrad von einer Seite zur anderen bewegen muss. In kompletter Schräglage hängt man weit neben dem Bike. Mit der R1 konnte ich das noch nicht wirklich testen. Sie fährt sich normaler, ähnlich wie die M1 im Regen. Bei trockenen Bedingungen muss man sich mehr nach außen lehnen", analysiert Rossi weiter. Wie gut er sich auf seiner Yamaha wirklich fühlt, werde sich daher erst morgen zeigen.

Rechtes Bein nach Bruch besonders geschützt

Um sein Bein zu stabilisieren und zu schützen, hat der Italiener im Motorland Aragon neben der üblichen Schutzkleidung, also Stiefel und Kombi, weitere Vorkehrungen getroffen: "Wir haben untersucht, wie wir das komplette Bein besonders gut schützen können, denn ich habe ein paar Schmerzen im Knie, im Knöchel und am Bruch selbst. Diesbezüglich konnten wir eine Lösung finden, die bisher nicht allzu schlecht funktioniert."

Eine spezielle Carbonschiene oder Ähnliches nutze er aber nicht, verrät Rossi. Auch beim Motorrad vertraue er auf das "normale Setting". Einzig die Fußraste sei für die heutigen Trainings etwas nach unten versetzt worden. Am Samstag wolle er es aber mit der herkömmlichen Höhe versuchen. Danach gefragt, ob er dann einen Longrun versuchen wird, witzelt der Italiener: "Wenn es um 23 Runden geht, wäre es für mich besser, sie am Sonntag zu fahren."

Der Yamaha-Star, aktuell WM-Vierter mit 42 Punkten Rückstand, weiß, dass in der ersten trockenen Trainingssession viel Arbeit auf ihn zukommt - nicht nur körperlich. Schließlich geht es auch um die richtige Abstimmung für das Rennen. "Wenn ich mich gut fühle, werde ich versuchen, mein normales Programm zu fahren, um zu sehen, was möglich ist", so Rossi. Erst dann werde er wissen, ob er eine volle Renndistanz bestreiten kann.

Mit Informationen von David Emmett

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