Carl Edwards: 3 Gründe für den Rücktritt aus der NASCAR

Im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwoch im Race-Shop von Joe Gibbs Racing nannte Carl Edwards 3 wichtige Gründe für seinen Rücktritt aus dem Rennsport.

Als Nummer 1 nannte er, dass er "selbst sehr zufrieden mit seiner Karriere" sei – auch wenn er nie Meister geworden ist.

"Ich fahre nicht nur für die Trophäen. Das war eine tolle Reise für mich und ich wurde durch die Herausforderungen belohnt", erklärte er. "Es ist auf so vielerlei Art furchterregend Rennen zu fahren. Das 1. Mal, als ich auf das Gaspedal des Rennwagens meines Vaters trat, dachte ich, ich sei der größte Rennfahrer der Welt. Eine halbe Sekunde später zog ich meinen Fuß zurück. Ich dachte, 'das wird schwierig'."

"Und dann findet man den Mut, gegen andere anzutreten und man sitzt in einem Auto, mit dem man in Situationen kommt, in denen man weiß, dass man gewinnen kann, wenn man gut fährt." Durch all seine Erlebnisse sei er im Laufe der Jahre nicht nur ein besserer Rennfahrer geworden, sondern auch ein besserer Mensch, besserer Freund, besserer Teamkollege, sagte Edwards.

Grund Nummer 2 sei, dass der Rennsport ein Full Time Job sei und er mehr Zeit für andere Dinge haben möchte. "Ich wache in der Früh auf und denke ans Rennfahren. Ich denke den ganzen Tag lang daran, wenn ich abends ins Bett gehe, denke ich daran und ich träume davon."

"Jetzt muss ich diese ganze Zeit aber nehmen und sie Menschen und Dingen widmen, die wichtig sind und mir viel bedeuten", betonte der Vater von 2 Kindern.

Grund Nummer 3 sei seine Gesundheit, die er auf alle Fälle erhalten möchte. "Ich kann hier stehen und bin gesund und nach all dem Unsinn, den ich im Auto gemacht habe, ist das ein echtes Zeugnis für NASCAR, die Strecken, die Leute, die die Autos gebaut haben, meine Konkurrenten und jene, die vor mir waren und weniger Glück hatten", fuhr er fort. "Ich weiß aber, dass es ein gefährlicher Sport ist. Die Schläge, die wir bekommen, fühlen sich nicht gut an. Ich bin ein schlauer Kopf und möchte auch in 30 Jahren noch ein schlauer Kopf sein. Daher sind das Risiken, die ich minimieren will."

Das Wort "Rücktritt" nahm der 37-Jährige selbst allerdings nicht in den Mund. Er wolle kein Vollzeitrennfahrer mehr sein, sagte er, schloss aber nicht aus, dass er irgendwann in der Zukunft wieder Rennen fahren werde.

"Ich bin seit mehr als 20 Jahren Rennen gefahren. Es war fantastisch und ich würde es für nichts in der Welt eintauschen", sagte Edwards. "Es gibt nichts, das ich lieber tue, als mit 190 Meilen pro Stunde (knapp 306 km/h; Anm. d. Red.) quer neben den besten Fahrern der Welt um die Kurve zu fahren."

Und gegen diese Fahrer zu gewinnen, sei das tollste Gefühl der Welt, erklärte er. "Sie konnten mitunter Idioten sein, aber das konnte ich auch. Ich danke euch allen, das ihr mich ein Teil dieser Gruppe sein ließt."

Der richtige Zeitpunkt

Es gebe nicht "den Grund", aus dem er sich jetzt aus der NASCAR verabschieden würde, sagte Edwards. Er habe einfach nur das Gefühl, dass es der richtige Zeitpunkt sei.

"Die Leute, die mich kennen, wissen, dass ich meinem Bauchgefühl folge. Manchmal betrachte ich einfach nur alles um mich herum und sage, 'wenn alle Zeichen in diese Richtung deuten, ist es das, was ich tun sollte. Genau das hat mich auch hierher gebracht", erklärte er. "Als ich jetzt meinen Entschluss verkündete, haben mich die Leute genauso angeschaut wie vor 20 Jahren, als ich sagte, ich würde mir mein Leben als Rennfahrer verdienen. Sie haben mich ausgelacht."

"Aber das ist jetzt genau das Gleiche. Es ist eine persönlich Entscheidung. Ich habe das Gefühl, dass es das Richtige ist und bin sicher, dass es der richtige Zeitpunkt ist. Ich bin sicher, dass es die richtige Richtung für mein Leben ist."

Wohin dieser Wege führen wird, weiß Edwards momentan selbst noch nicht, auf alle Fälle aber nicht zu einem weiteren Engagement als Vollzeitrennfahrer.

"Ich weiß es nicht. Ich habe momentan keine Pläne, einen Rennwagen zu fahren, aber ich weiß wie es läuft. Wenn sich die richtige Gelegenheit bietet und alles passt und es der richtige Moment ist, dann werde ich sicher darüber nachdenken."

Außerdem wisse er, dass es, falls er nächstes Jahr wieder fahren wollte, nur einen Menschen gäbe, den er deswegen anrufen würde: "Coach Gibbs. Es gibt kein besseres Rennteam, kein besseres Auto als den Toyota Camry, keinen besseren Motor, keinen besseren Crewchief als Dave Rogers und keine bessere Crew", dankte er seiner ganzen Mannschaft.

Für den Moment habe er aber keinerlei Absicht, in naher Zukunft den Rennwagen zurückzukehren, betonte Edwards, auch wenn er den Sport liebe.

"Das Schöne an dieser Entscheidung ist, dass es nichts gibt, auf das ich mich jetzt unmittelbar stürzen werde. Ich gehe nur und das macht es irgendwie einfacher. Ich werde nicht von irgendetwas beeinflusst. Es gibt keinen Hersteller, der mir ein Engagement in 3 Jahren und ein Vermögen angeboten hat. Nichts dergleichen. Es ist einfach eine persönliche Entscheidung, die ich ganz alleine für mich getroffen habe. Ich weiß nicht, wie es weitergeht und ich fühle mich gut dabei. Irgendetwas werde ich finden, da bin ich sicher."

NASCAR-Geschäftsführer Brian France erklärte in einem Statement: "Carl Edwards hat NASCAR seinen Stempel aufgedrückt. Sein angriffslustiger Fahrstil hat uns unvergessliche Momente beschert, die für immer in der Geschichte unseres Sports weiterleben werden. Alle werden Carls Leidenschaft und Persönlichkeit vermissen – ebenso wie seine unverkennbaren Rückwärtssalti, die NASCAR-Fans nach seinen Siegen erwartet haben. Wir wünschen Carl nur das Beste für die nächste Phase seines Lebens."

Einen Kommentar schreiben
Kommentare anzeigen
Über diesen Artikel
Rennserien NASCAR , NASCAR Cup
Fahrer Carl Edwards
Artikelsorte News
Tags carl edwards, nascar, rücktritt