Jarvis: Defektserie in Le Mans "keine gute Werbung" für LMP1-Autos

Der frühere Audi-Pilot Oliver Jarvis glaubt, dass die kollektiven Ausfälle der LMP1-Werksfahrzeuge bei den 24h Le Mans 2017 der Suche nach immer mehr Leistung, auch jenseits des Limits, geschuldet sind.

Alle von Werksseite eingesetzen LMP1-Fahrzeuge litten bei der 85.Ausgabe der 24h von Le Mans unter großen technischen Problemen. Besonders hart traf es Toyota, die bereits nach de halben Distanz 2 seiner 3 TS050 Hybrid verloren hatte.

Sowohl Porsche als auch die japanischen Konkurrenten litten dabei unter Defekten am elektrischen Antrieb der Vorderachse. Aufseiten von Toyota kam noch ein Kupplungsschaden hinzu, während der lange führende #1 Porsche mit fehlendem Öldruck ausrollte.

Obwohl Porsche mit seinem verbliebenen #2 919 Hybrid das Rennen mit einer einzigen Runde Vorsprung gewinnen konnte, war das diesjährige Rennen keine gute Werbung für die LMP1-H-Kategorie.

Ironischerweise war es Oliver Jarvis, der davon hatte profitieren können. Nach 5 Jahren in Audis Fahrerkader beraubte der werksseitige Rückzug der Ingolstädter ihn vergangenes Jahr seines Platzes in der höchsten Kategorie der WEC.

Zusammen mit seinen Teamkollegen Ho-Pin Tung und Thomas Laurent hatte er das Rennen sogar angeführt, eher der von Jackie Chan DC Racing eingesetzte ORECA wieder auf den zweiten Platz zurückgefallen war.

Gegenüber Motorsport.com sagte Jarvis, die Probleme der Hybridfahrzeuge seien bis zu einem gewissen Punkt vorhersehbar gewesen. Außerdem hinerfragte er, inwieweit Porsche und Toyota das Maximum ausgereizt oder gar überreizt hätten.

"Ich hatte die Wette mit meinen Ingenieuren, dass ein P2-Fahrzeug auf dem Podium stehen würde. Aber dass wir das Rennen selbst anführen würden, hätte ich nicht geglaubt", sagte Jarvis.

"Nach dem Testtag war es klar, dass die P1-Hybride ein Stück weit Probleme bekommen würden. Aber was wir letztes Wochenende gesehen haben, waren Hersteller, die das Maximum bis auf das letzte ausgereizt haben. Am Ende war das keine gute Werbung."

"Die ACO entwickelt Regeln, um die Fahrzeuge einzubremsen. Und trotzdem haben wir miterlebt, wie der bisherige Rundenrekord pulverisiert wurde. Die Autos sind schneller als je zuvor und das sogar mit weniger Benzin als je zuvor. Das hatte dann aber einen negativen Effekt auf die Zuverlässigkeit."

"Vielleicht sind die Boliden zu technisch geworden. Meiner Meinung nach muss etwas getan werden, damit die Klasse auch auf Kostenseite nachhaltig bleibt", mahnte Jarvis.

Einen Kommentar schreiben
Kommentare anzeigen
Über diesen Artikel
Rennserien WEC , Le Mans
Fahrer Oliver Jarvis
Artikelsorte News
Tags 24h le mans, 24h le mans 2017, audi, defekt, le mans, porsche, toyota