Erster WRC-Sieg von Kalle Rovanperä: So sehr litt Vater Harri!

Harri Rovanperä platzt nach dem ersten WRC-Sieg von Sohn Kalle vor Stolz, musste auf den letzten Metern aber vor lauter Anspannung leiden

Erster WRC-Sieg von Kalle Rovanperä: So sehr litt Vater Harri!

Mit seinem Sieg am Sonntag bei der Rallye Estland, siebter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2021, krönte sich Toyota-Pilot Kalle Rovanperä nicht nur zum jüngsten Sieger in der Geschichte der WRC. Sondern er sorgte 20 Jahre nach dem Sieg seines Vaters Harri bei der Rallye Schweden 2001 dafür, dass erstmals zwei Generationen einer Familie in der Siegerliste der Rallye-WM vertreten sind.

Vater Harri, der in seiner Karriere WRC-Werksfahrer für SEAT, Peugeot und Mitsubishi war, gehörte im Ziel zu den ersten Gratulanten und schien vor Stolz auf seinen Sohn schier zu platzen. "Das war ein unglaubliches Wochenende. Ich kann kaum reden, denn ich muss die ganze Zeit heulen", sagt Harri Rovanperä.

"Nach vier schlechten Rallyes kommt das zur rechten Zeit, es ist einfach wundervoll", blickt Rovanperä sen. auf den Saisonverlauf seines Sohnes zurück. "Wenn man ständig ausscheidet, ist das sehr enttäuschend. Aber jetzt hat sich das Blatt gewendet, ich hoffe, es ist das Ende der schlechten Saisonphase."

Kalle Rovanperä ohne Druck: "Hat Spaß gemacht"

Trotz des deutlichen Vorsprung seines Sohnes, waren die letzten Wertungsprüfungen für Harri Rovanperä eine enorme Zitterpartie. "Ich weiß nicht, warum mein Herz überhaupt noch schlägt. Es war sehr anstrengend [das anzusehen]", sagt er.

 

Ganz anderes als der Vater präsentierte sich im Ziel der Junior, der gewohnt cool meinte: "Ich habe keinen großen Druck gespürt und war im Auto sehr ruhig. Es hat sogar Spaß gemacht", so Kalle Rovanperä.

"Als wir im Ziel waren, war das eine große Erleichterung. Wenn man endlich den Sieg hat, fällt Druck von einem ab", gibt er aber zu. "Das hat sich gut angefühlt." Zu Tränen gerührt habe ihn sein bisher größter sportlicher Erfolg aber nicht. "Den Teil hat Papa ganz zu übernommen", lacht Kalle Rovanperä.

Die Tradition junge WRC-Sieger aus Finnland hält

Mit 20 Jahren und 291 Tagen ist Rovanperä nun der jüngste Sieger in der Geschichte der WRC und löste seinen Teamchef Jari-Matti Latvala ab, der bei seinem ersten Sieg bei der Rallye Schweden 2008 gut zwei Jahre älter war.

"Es ist schon etwas besonderes, aber ich denke nich allzu sehr über diese Rekorde nach", sagt er. "Aber als Jari-Matti zu mir kam und mir sagte, er habe sich gewünscht, dass ich seinen Rekord breche, hat mit das schon etwas bedeutet."

Teamchef Latvala outete sich nach dem Sieg seines jungen Piloten als gutes Orakel. "Ich habe zu Beginn der Saison gesagt, dass es zwei Events geben würde, bei denen Kalle eine hohe Chance auf den Sieg hat, bei der Arctic-Rallye Finland und der Rallye Estland", so der Finne.

"Ich freue mich sehr über seinen Sieg und ich war wirklich froh, dass er meinen Rekord gebrochen hat, denn so können wir die finnische Tradition der jüngsten Sieger in der WRC fortsetzen", so Latvala weiter. Vor seinem Sieg 2008 in Schweden war Henri Toivonen jüngster Sieger der WRC-Geschichte.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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