Honda geschlagen: GasGas und KTM erobern Rallye-Dakar-Sieg zurück

GasGas (beziehungsweise KTM) hat die Dakar-Trophäe zurück nach Österreich gebracht - Marc Coma und Jordi Viladoms analysieren den Weg zum Erfolg

Honda geschlagen: GasGas und KTM erobern Rallye-Dakar-Sieg zurück

Nach zwei Siegen in Saudi-Arabien musste sich Honda bei der Rallye Dakar 2022 knapp geschlagen geben. Pablo Quintanilla hatte nach zwölf Etappen lediglich dreieinhalb Minuten Rückstand auf Sam Sunderland. Die Siegertrophäe kehrte damit nach Österreich zurück.

GasGas ist neben KTM und Husqvarna die dritte Marke der Pierer Mobility AG. 2019 wurden 60 Prozent von GasGas gekauft, 2020 die restlichen Anteile. Aus technischer Sicht handelt es sich um eine KTM. Die drei Marken arbeiten auch als ein großes Team zusammen.

"GasGas ist erst seit Kurzem in der Gruppe dabei", sagt Marc Coma gegenüber 'Motorsport.com'. Der fünfmalige Dakar-Sieger mit KTM stand dem Team vor Ort mit seiner Erfahrung als Berater zur Verfügung.

"GasGas ist unsere Einstiegsmarke für junge Menschen, die ihre ersten Erfahrungen mit einem Dirtbike sammeln wollen", sagt Coma. "GasGas gewinnt Rennen in der US-Supercross-Serie, in der Moto3 und bei der Dakar. Es wird auch ein Moto2-Team geben. Wir sind auf dem richtigen Weg."

Die Pierer Mobility AG brachte drei Fahrer in die Top 10. Matthias Walkner stand als Dritter auf dem Podest, Toby Price wurde Zehnter. Außerdem saß auch Mason Klein, der Neunter wurde und der beste Rookie war, auf einer privaten KTM von BAS-Racing.

GasGas und KTM haben sechs Etappen gewonnen. Honda kam auf fünf Tagessiege und Hero auf einen. "Es war nervenaufreibend und es gab viel Druck", sagt Jordi Viladoms, der als Sportdirektor für alle drei Marken zuständig ist. "Jetzt sind wir sehr glücklich."

"Wir haben das ganze Jahr sehr hart gearbeitet. Es ist eine tolle Belohnung für Sam und für das gesamte Team. Ich glaube, der Schlüssel dazu war etwas von allem. Man muss sehr viele Details beachten. Das Motorrad hat gut funktioniert, die Strategie war auch sehr gut."

"Es war ein neues Motorrad und es ist klar, dass alles perfekt funktioniert hat. Es gibt noch mehr Potenzial, denn es war der erste Einsatz. Wir haben bei der Entwicklung noch viel Arbeit vor uns", sagt der ehemalige Rennfahrer.

Sam Sunderland, Marc Coma

Sam Sunderland und Marc Coma jubeln über den Sieg

Foto: GasGas

Coma und Viladoms kennen sich noch aus ihrer aktiven Zeit. Als Fahrer waren sie auch Teamkollegen bei KTM. Der größte gemeinsame Erfolg war 2014. Coma gewann die Dakar und Viladoms feierte den zweiten Platz. Danach beendete er seine Karriere.

Welchen Beitrag hat Coma zum Sieg von Sunderland beigetragen? "Er hat ein breites Bild vom Rennen", meint Viladoms. "Er war Teil des Veranstalters und er ist auch im Auto gesessen. Ich denke, wir waren ein gutes Tandem."

"Wir haben die Strategie besprochen. Es war wie in den alten Tagen, als wir noch gemeinsam gefahren sind. Wir haben diese Tage wieder erlebt und haben sehr gut zusammengearbeitet." Als Reaktion auf die Niederlagen gegen Honda hat KTM technisch und personell aufgerüstet.

"Es ist klar, dass es geschmerzt hat, wenn wir nicht gewonnen haben", sagt Viladoms. "Wir haben nach jeder Niederlage noch härter gearbeitet. Im Vorjahr hat es nicht gereicht. Diesmal haben wir die Latte höher gelegt. Eine Niederlage ist immer eine Motivation, um noch härter zu arbeiten."

Mit Bildmaterial von GasGas.

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