Daniel Ricciardo: Weniger Bremsen, das ist gut für mich

Warum Daniel Ricciardo seine Silverstone-Form als Fortschritt wertet, sich aber noch nicht zu sicher sein will - Was McLaren-Teamchef Andreas Seidl dazu sagt

Daniel Ricciardo: Weniger Bremsen, das ist gut für mich

Er bewerte seine Silverstone-Leistung bisher "definitiv positiv", sagt Daniel Ricciardo. Und das ist keine Überraschung: Erstmals seit vielen Wochen war er im Qualifying zum Großbritannien-Grand-Prix praktisch gleich schnell wie sein McLaren-Teamkollege Lando Norris. In Q3 trennten die beiden gerade einmal 0,002 Sekunden, Ricciardo wurde Siebter hinter Norris.

Ricciardo wertet das als Erfolg und scherzt: "Ich glaube, so häufig hat man mir noch nie zu einem Qualifying gratuliert!"

Aber ist das jetzt auch die lang ersehnte Trendwende hin zum Besseren? Zur Erinnerung: Seit Barcelona hat Ricciardo das McLaren-Teamduell gegen Norris im Qualifying nicht mehr gewonnen, liegt mit 3:7 deutlich zurück im internen Vergleich. Im Rennen war der Australier sogar erst einmal besser klassiert als sein britischer McLaren-Kollege.

Ricciardo: Echter Aufwärtstrend?

Deshalb gibt sich Ricciardo vorsichtig zurückhaltend. Er würde sich "natürlich wünschen", der Aufwärtstrend setze jetzt ein. "Aber: Ich muss eher mal sagen können, ein paar solcher Wochenenden hingelegt zu haben." Er wolle erst auf unterschiedlichen Strecken konkurrenzfähig sein, ehe er Brief und Siegel gebe auf seine Formsteigerung.

"Als nächstes", sagt Ricciardo, "kommt Budapest, eine ganz andere Strecke, mit viel Abtrieb, mehr Bremsen, mehr Kurven, technisch. Wenn ich es auch dort auf die Reihe kriege, dann kann ich die Frage wahrscheinlich mit mehr Selbstvertrauen beantworten und der Welt sagen, dass ich zurück bin."

Vorerst müsse er auch vermuten, dass ihm Silverstone als flüssiger Kurs wohl entgegenkomme. "Die Strecke macht mir Spaß und wir haben am Freitag gut begonnen, mit einem guten Auto. Wir mussten gar nicht viel umbauen beim Set-up", erklärt Ricciardo.

Große Analyse erst nach dem Rennwochenende

"Es ist uns auch gelungen, das Vertrauen ins Fahrzeug hin zum Qualifying zu steigern. Also ja, ich fühle mich ziemlich wohl. Das hilft natürlich. Und es wird weniger gebremst auf dieser Strecke." Letzteres scheint eines der großen Defizite zu sein, das Ricciardo im Vergleich zu Norris hat, denn Norris kennt die McLaren-Charakteristik besser und bremst mit mehr Vertrauen ins Auto.

So oder so: Ricciardo plädiert auf Abwarten. "Es ist bisher recht stressig an diesem Wochenende. Ich hatte noch keine Zeit für eine vollumfängliche Analyse. Die nehmen wir dann nach dem Grand Prix vor."

Seidl erkennt Kampfgeist bei Ricciardo

McLaren-Teamchef Andreas Seidl aber zeigt sich schon jetzt angetan von Ricciardo und dessen Auftreten in Silverstone: "Ich freue mich für Daniel und das Team um ihn herum. Er hatte einen guten Freitag und ein starkes Qualifying."

"Er sprüht regelrecht vor Energie und Positivität, da waren die jüngsten Wochen sehr anspruchsvoll für ihn. Jetzt aber hat er es auf den Punkt gekriegt."

"Schön war aber auch zu sehen, wie er trotzdem noch nicht zufrieden war, weil er mehr wollte. Das hat mir gefallen", sagt Seidl. Dieser Kampfgeist habe ihm imponiert. "Denn das zeigt, er gibt sich nicht einfach zufrieden mit dem, was er erreicht hat, sondern er will noch mehr."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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