Fahrer und Teamchefs tippen: Wer wird Formel-1-Weltmeister 2021?

Wer entscheid das WM-Rennen für sich: Lewis Hamilton oder Max Verstappen? Im Fahrerlager gehen die Meinungen auseinander, doch in einem sind sich alle einig

Fahrer und Teamchefs tippen: Wer wird Formel-1-Weltmeister 2021?

In der Weltmeisterschaft steht es zwischen Lewis Hamilton (Mercedes) und Max Verstappen (Red Bull) bei noch sieben zu fahrenden Formel-1-Rennen in dieser Saison Spitz auf Knopf. Nur zwei Punkte trennen die Titelrivalen. Im Verlauf des Jahres schwang das Pedel schon mehrfach in die eine oder andere Richtung.

Deshalb fällt es auch den Fahrerkollegen schwer, sich für einen der beiden zu entscheiden, wenn es darum geht, einen WM-Tipp abzugeben. "Das ist eine Frage, die unmöglich zu beantworten ist", sagt zum Beispiel Ferrari-Pilot Charles Leclerc.

"Beide sind in diesem Jahr sehr konkurrenzfähig. Entweder Max oder Lewis wird sich durchsetzen, das ist klar. Aber ich weiß es nicht. Es ist sehr eng, und es ist auf jeden Fall schön für den Sport, für die Formel 1. Ich wünschte, ich wäre dort oben, um mit ihnen zu kämpfen. Aber das ist noch nicht der Fall. Also ja, ich weiß es nicht."

Max oder Lewis: Das Fahrerlager ist geteilt

Einen Namen lässt Leclerc sich dann aber doch entlocken: "Mein Gefühl sagt mir, dass Max wahrscheinlich als Sieger hervorgehen wird. Denn ich habe den Eindruck, dass er in mehr Rennen schneller war als Lewis in diesem Jahr. Das ist mein Gefühl."

"Aber Lewis ist ein extrem konstanter Fahrer", schiebt der Monegasse noch hinterher, "und er ist immer da, wenn man es nicht erwartet. Es wird also ein sehr enger Kampf werden. Aber wenn ich jetzt meinem Gefühl folge, wird es wohl Max sein."

Alpine-Pilot Esteban Ocon, einst Mercedes-Junior, hält dagegen: "Ich sage Lewis. Aber ich stimme zu, dass der Red Bull und Max ein bisschen schneller waren. Aber ich vertraue darauf, dass Mercedes das umdrehen wird." Wie Leclerc glaubt jedoch auch er, dass der Kampf "die ganze Zeit über knapp sein" wird.

Bottas: "Wenn nicht ich gewinne, dann Lewis"

"Das ist großartig für die Show. Großartig für alle. Denn es hält die Spannung bis zum Ende aufrecht. Sie sind beide großartige Fahrer und sie gehen bis ans Limit, um gegeneinander zu kämpfen. Es macht also Spaß, aber hoffentlich können wir nächstes Jahr mit dem neuen Reglement alle um den Titel kämpfen", sagt Ocon.

Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas konnte nach zwei Vizetiteln auch in diesem Jahr keinen Stich gegen den Briten setzen. Als aktueller WM-Dritter hat er mit 95,5 Punkten Rückstand nur noch rein rechnerisch Chancen auf den Weltmeistertitel.

"Nun, ich habe noch eine theoretische Chance, aber wenn ich nicht gewinne, dann Lewis", legt Bottas sich wenig überraschend fest. Sein Nachfolger bei Mercedes wird im nächsten Jahr George Russell sein. "Ich denke, es wird knapp werden", sagt auch er.

Räikkönen: "Sonst wäre es doch langweilig"

"Aber Mercedes und Lewis haben die Erfahrung aus den letzten sieben Jahren. Das wird ihnen zugutekommen, wenn es darauf ankommt. Aber natürlich waren Red Bull und Max das ganze Jahr über unglaublich schnell. Aber ich denke, dass Lewis und Mercedes allein aufgrund der jüngsten Erfahrungen die Nase vorn haben."

Max Verstappen, Lewis Hamilton

Im Titelkampf wurde es auf der Strecke auch schon mehrfach ungemütlich

Foto: Motorsport Images

Russells Noch-Teamkollege bei Williams, Nicholas Latifi, kann sich wiederum nicht festlegen: "Es ist zu knapp, geht hin und her. Es gibt so viele Dinge, die in den letzten sieben Rennen noch passieren können. Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht. Ich denke, es kann so oder so ausgehen. Ich werde einfach abwarten und genießen."

Ähnlich hält es Kimi Räikkönen. "Es wäre ziemlich langweilig, wenn wir es wissen würden", findet der Alfa-Romeo-Pilot. "Wer am Ende die meisten Punkte hat, wird gewinnen. Aber ich hoffe, dass es auf der Strecke entschieden wird und nicht, dass einer ein mechanisches Problem hat oder so etwas, das am Ende entscheidet."

Zuverlässigkeit als das Zünglein an der Waage

Auch Räikkönens Teamchef Frederich Vasseur spricht in dem Zusammenhang das Thema Zuverlässigkeit an. "Wir haben am Freitag gesehen, dass Lewis einen neuen Motor einführen muss, es wird eine Strafe geben, und das könnte die Meisterschaft verändern, weil sie so nah beieinander liegen", merkt der Franzose an.

"Jedes einzelne kleine Ereignis kann über die Meisterschaft entscheiden. Aber ich würde sagen Lewis", legt sich Vasseur auf einen Kandidaten fest, während Haas-Teamchef Günther Steiner in die andere Kerbe schlägt: "Max ist der Fahrer, den es zu schlagen gilt."

Laurent Mekies, Sportdirektor von Ferrari, legt sich wiederum nicht fest: "Es ist ein großer Kampf. Nach 15 Rennen liegen sie nur zwei Punkte auseinander. Das ist toll zu sehen. Es scheint, als ob Max in den letzten Rennen etwas mehr Speed hatte, aber ich bin mir sicher, dass es bis Schluss ein sehr harter Kampf sein wird."

Jost Capito gibt zu: Mir ist es ziemlich egal

Otmar Szafnauer von Aston Martin wägt ab: "Es sind zwei großartige Fahrer, die um den Titel kämpfen. Das macht es so schwer vorherzusagen. Lewis ist sehr erfahren. Er weiß, wie man Weltmeisterschaften gewinnt. Max ist sehr schnell, also werden wir abwarten. Noch ein Vierteljahr, dann werden wir es wissen."

Einen Namen nennen, will auch Szafnauer nicht. "Nein - weil ich das nicht kann! Wenn ich einen sage, liege ich wahrscheinlich falsch!", glaubt der Aston-Martin-Teamchef, während sich Williams-Kollege Jost Capito sich darüber nicht wirklich Gedanken macht.

"Es ist unvorhersehbar und ich denke nicht allzu viel darüber nach, denn wir haben andere Probleme. Es ist mir also egal. Natürlich genieße ich den Titelkampf, aber wenn man an der Boxenmauer steht, ist man so sehr mit den eigenen Autos beschäftigt, dass ich mich am Ende manchmal fragen muss: Wer hat gewonnen?"

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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