Nico Rosberg: "Beste Chancen", dass Bottas auch 2022 Mercedes fährt

Nico Rosberg geht gegen den Strom der Formel-1-Experten und erklärt, warum Valtteri Bottas seiner Meinung nach auch 2022 im Mercedes sitzen könnte

Nico Rosberg: "Beste Chancen", dass Bottas auch 2022 Mercedes fährt

Nicht erst seit dem Grand Prix von Frankreich gehen die meisten Formel-1-Beobachter davon aus, dass George Russell nach Ende seines Dreijahresvertrags bei Williams 2022 im Werks-Mercedes sitzen wird, wahrscheinlich als Teamkollege von Lewis Hamilton. Aber ausgerechnet der Vorgänger von Valtteri Bottas bei Mercedes, Nico Rosberg, sieht für den Finnen weiterhin "beste Chancen", im Team zu bleiben.

"Auf gar keinen Fall", davon ist Rosberg überzeugt, werde es während der Saison 2021 schon zu einem Tausch Bottas-Russell kommen: "Valtteri ist ein starkes Rennen gefahren von der Pace her, lasst uns das nicht vergessen. Der war immer da mit den anderen beiden. Von daher ist das schon okay. Er macht einen guten Job."

Rosberg geht daher davon aus, dass Bottas "die Saison durchfahren" wird, wie er in der Analyse nach dem Grand Prix von Frankreich auf dem TV-Sender 'Sky' sagt. Und er geht sogar noch einen Schritt weiter: "Ich sehe auch beste Chancen, dass er da auch nächstes Jahr noch im Cockpit sitzt. Er ist einfach eine sichere Karte für Toto."

Russell hingegen, so die Rosberg-Theorie, mag zwar vielleicht schneller sein, würde aber womöglich mehr Unruhe ins Team bringen. Ralf Schumacher ist hingegen davon überzeugt, dass Mercedes "einen Fahrer, der mehr rausholt", gut brauchen könnte. Er sagt: "George Russell ist mit Sicherheit ein Fahrer, der den Unterschied machen kann."

Denn Bottas habe sich in Le Castellet nicht mit Ruhm bekleckert. Insbesondere die Situation, als er im Duell gegen Max Verstappen sang- und klanglos unterging und so keine wichtige Schützenhilfe für den zu dem Zeitpunkt führenden Hamilton leisten konnte, wird von den beiden 'Sky'-Experten kritisch bewertet.

"Ich würde Bottas für das Duell mit Verstappen schon hart kritisieren", sagt Rosberg. Bottas habe das in der Situation "ganz schlecht" gemacht: "Total unnötig so zugemacht, völlig verbremst, und da hat Verstappen fast gar keine Zeit verloren. Eine Sekunde hätte möglicherweise schon einen Riesenunterschied gemacht für den Sieg von Lewis."

Auch Schumacher findet: "Er hat sich ins Bockshorn jagen lassen. Valtteri ist innen reingefahren, aber das hätte er gar nicht machen müssen. Er hätte ihn noch ein paar Runden aufhalten können. Wenn man gesehen hat, wie knapp das am Ende war, hätte das einen Unterschied machen können."

Sergio Perez sei derzeit "die bessere Hilfe für Max Verstappen als Valtteri für Mercedes", findet Schumacher. Umso mehr überrascht ihn, dass Bottas sein Team am Boxenfunk für die falsche Strategie scharf kritisiert hat: "Ich wundere mich, dass er sich einen solchen Funkspruch traut. An seiner Stelle wäre ich derzeit ganz leise."

Seitens Mercedes hat sich indes nichts an der offiziellen Position verändert. Toto Wolff hat inzwischen zugegeben, dass seine Aussage, er werde die Entscheidung Bottas-Russell erst im Winter treffen, ein Versuch war, die Medien auf die falsche Fährte zu locken. Tatsächlich werde die Entscheidung früher fallen.

Derzeit geht es dem Mercedes-Teamchef aber vor allem darum, "mal Ruhe reinzubringen", wie er sagt: "Die Medien freuen sich über solche Headlines. Aber wir haben da noch kein einziges Gespräch geführt, was wir im nächsten Jahr machen. Wir schauen uns die nächsten Rennen an", sagt Wolff.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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