Yuki Tsunoda: Bringen Red Bull und Honda den nächsten Japaner in die F1?

Yuki Tsunoda könnte der erste Japaner in der Formel 1 seit mehr als sechs Jahren werden - Red Bull räumt dem Nachwuchsfahrer gute Chancen auf einen Aufstieg ein

Yuki Tsunoda: Bringen Red Bull und Honda den nächsten Japaner in die F1?

Seit Kamui Kobayashi beim Saisonfinale 2014 in Abu Dhabi ist kein Japaner mehr bei einem Formel-1-Rennen an den Start gegangen. Red Bull und Honda arbeiten aktuell daran, diese Serie zu beenden. Mit dem 20-jährigen Yuki Tsunoda hat man einen Nachwuchsfahrer in den eigenen Reihen, dem man den Sprung in die Königsklasse auf jeden Fall zutraut.

"Wir haben Yuki Tsunoda, der in seinem ersten Jahr in der Formel 2 super unterwegs ist", lobt Helmut Marko im Gespräch mit 'motorsport.com'. Tsunoda, der 2018 die japanische Formel 4 gewann und 2019 den neunten Gesamtrang in der Formel 3 holte, liegt aktuell auf Rang vier in der Formel 2 und konnte in seiner Rookiesaison bereits drei Podestplätze holen, darunter sogar einen Sieg.

"Er hatte zwei technische Defekte. Ohne die hätte er gleich viele Punkte wie [der Führende der Meisterschaft] Schwarzman", erklärt Marko, der zudem erinnert: "Er ist das erste Jahr in der Formel 2 und das zweite Jahr in Europa, was für einen Japaner nicht ganz so einfach ist. Er lebt jetzt in England und spricht gut Englisch. Er braucht die Superlizenz."

"Dazu muss er mindestens Fünfter werden. Derzeit ist er Vierter in der Meisterschaft. Er ist noch etwas ungestüm. Aber wenn er so weitermacht, ist er Formel-1-reif, ja", ist sich der Österreicher sicher. Er erklärt: "Wenn er keinen Druck hat, zum Beispiel im Freien Training, ist er oft Schnellster oder Zweiter. Im Qualifying bekommt er das nicht so hin."

"Und in der ersten Runde hat er sich zweimal die Spoiler abgefahren. Was er schon sehr gut kann, ist das Reifenmanagement. Das ist in der Formel 2 ganz wichtig. Das ist der Vorteil der Formel 2, dass du das in der Formel 1 fast 1:1 weiterverwenden kannst, was du auf dem Gebiet Reifen lernst. Da hat er immense Fortschritte gemacht", lobt Marko.

Auch Honda wäre vermutlich sehr daran interessiert, einen Japaner im eigenen Auto zu haben. "Dass die nicht böse wären, ist anzunehmen", grinst Marko und erklärt: "Das ist ein Gemeinschaftsprojekt mit Honda. [...] Finanziell teilen wir uns die Kosten mit Honda 50:50 auf." Sollte Tsunoda den Sprung in die Formel 1 schaffen, wäre AlphaTauri die naheliegendste Option.

Dort lobt auch Teamchef Franz Tost den 20-Jährigen als "fantastischen Fahrer" und erklärt: "Er ist ein wirklich talentierter Pilot mit großen Fähigkeiten. Das hat er im vergangenen Jahr in der Formel 3 und auch in diesem Jahr gezeigt. [...] Er sammelt immer mehr Erfahrung, und ich erwarte natürlich, dass wir ihn früher oder später in einem AlphaTauri-Auto sehen werden."

Es bleibt abzuwarten, ob der Japaner dann lediglich Testeinsätze oder tatsächlich ein Stammcockpit bekommen würde. Aktuell ist man bei Red Bull mit den Leistungen von Daniil Kwjat nicht zufrieden. Tsunoda könnte ein möglicher Ersatz sein. Marko hat allerdings bereits klargestellt, dass man sich bei der Fahrerwahl für die Saison 2021 noch etwas Zeit lassen wird.

Weitere Co-Autoren: Christian Nimmervoll. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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