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Freude und Mitleid: Beirer nach erstem MotoGP-Sieg für KTM zwiegespalten

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Freude und Mitleid: Beirer nach erstem MotoGP-Sieg für KTM zwiegespalten
Autor:
Co-Autor: Gerald Dirnbeck

KTM-Motorsportchef Pit Beirer freut sich nach dem Brünn-Triumph für Brad Binder, fühlt aber auch mit Pol Espargaro, der "den ersten Sieg verdient gehabt hätte"

Mit seinem sensationellen Sieg beim erst dritten Rennen seiner MotoGP-Karriere hat Brad Binder am vergangenen Sonntag in Brünn den ersten Sieg in der Motorrad-Königsklasse für KTM an Land gezogen. Dass es der Rookie aus Südafrika war, freut KTM-Motorsportchef Pit Beirer.

Schließlich hat man Binder im (ausschließlich mit KTM-Bikes ausgetragenen) Rookies-Cup sowie im eigenen Moto3-Team und im eigenen Moto2-Team von Anfang an betreut und gefördert und letzten Endes bis ins MotoGP-Team gebracht.

Fotos: KTM bei MotoGP Tschechien in Brünn

"Den Sieg mit Brad eingefahren zu haben, das ist das beste Gefühl, das man als Rennteam und als Sportmanager überhaupt erleben kann", sagt Beirer und bezeichnet den Triumph vom Sonntag als "Rückzahlung dafür, dass wir unser Moto2-Team ins Leben gerufen haben".

Brad Binder

Der Sieg in Brünn mit Rookie Brad Binder kam für KTM beim 59. MotoGP-Rennen

Foto: Motorsport Images

Was Beirer damit meint? "Man stelle sich vor, wir hätten kein Moto2-Team. Das war genau das, was ich immer vor dem Vorstand gesagt habe: 'Lasst uns ein Moto2-Team machen, denn ich will nicht, dass uns jemand, der mit KTM Moto3-Weltmeister geworden ist, an einen anderen [Hersteller] verlorengeht.'"

Als KTM noch kein eigenes und vor allem siegfähiges Moto2-Team hatte, lief es laut Beirer für gewöhnlich folgendermaßen ab: "Wenn ein Fahrer gut war, wurde er von einem besseren Team in die Moto2-Klasse geholt. Wenn ein Fahrer nicht gut war, wollte er weiterhin bei uns Moto3 fahren. Das war natürlich nicht das Szenario, das wir uns gewünscht hätten."

"Dank des Moto2-Teams konnten wir die Brücke schlagen und deshalb konnte Brad bei uns bleiben. Dass er jetzt derjenige ist, der für uns dieses [MotoGP-]Rennen gewonnen hat, ergibt einfach Sinn", so der Motorsportchef des österreichischen Zweirad-Herstellers.

Pol Espargaro

Als Binder zum Sieg fuhr, saß Pol Espargarao ausgeschieden in der Box

Foto: Motorsport Images

Andererseits fühlt Beirer aber mit Binders Teamkollege Pol Espargaro. Der erfahrene Spanier gehört von Anfang an zu KTMs MotoGP-Projekt und hat die RC16 seit Ende 2016 federführend entwickelt. Unterstützung bekam er dabei durch die Testfahrer Mika Kallio und Dani Pedrosa.

Am Sonntag in Brünn ist Espargaro im Duell mit Ex-KTM-Pilot Johann Zarco in aussichtsreicher Position gestürzt. Den Sieg seines jungen Teamkollegen Binder erlebte der Spanier vor dem Monitor in der Box.

"Bei mir schlagen da wirklich zwei Herzen in der Brust", gesteht Beirer. "Von der reinen Arbeitslast her und dem Risiko, das er mit diesem Projekt auf sich genommen hat, wäre Pol derjenige, der den ersten Sieg für dieses Projekt verdient gehabt hätte. Er war das Rückgrat dieses Projekts und hat in guten wie in schlechten Zeiten wie ein Löwe für uns gekämpft."

"Deshalb ist er irgendwie auch Teil dieses Sieges", so der KTM-Motorsportchef über Espargaro, um herauszustellen: "Würde er sich nicht so stark und so leidenschaftlich zu diesem Projekt bekennen, dann hätten wir keine Chance gehabt, dieses Rennen zu gewinnen. Deshalb tut es mir leid für ihn."

Über Binder sagt Beirer diesbezüglich abschließend: "Er sollte Pol in den Arm nehmen und sich für die geleistete Vorarbeit bedanken."

Brad Binder, Pit Beirer

Kurz nach dem Sieg: Binder umarmt KTM-Motorsportchef Beirer

Foto: Motorsport Images

Mit Bildmaterial von GP-Fever.de.

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