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MotoGP-Test Katar Freitag: Sandsturm beeinträchtigt letzten Testtag

Starke Windböen wehen viel Sand auf die Losail-Strecke - Aussagekräftige Tests sind unmöglich - Nur wenige Fahrer verlassen am Freitag die Box

MotoGP-Test Katar Freitag: Sandsturm beeinträchtigt letzten Testtag

Die Vorbereitungstests für die MotoGP-Saison 2021 sind abgeschlossen. Am Freitag fand der letzte Testtag auf dem Losail-Circuit in Katar statt, wo am 28. März der erste Grand Prix über die Bühne gehen wird. Allerdings machte heute das Wetter den Teams einen Strich durch die Rechnung.

Nein, es regnete in der Wüste nicht, aber starke Windböen zogen über die Strecke. Alleine dieser Faktor wäre schon suboptimal für Testfahrten gewesen. Der Wind wehte viel Sand auf die Strecke, die stark verschmutzt wurde. Die Streckenposten konnten den Asphalt unmöglich komplett säubern.

Fotos: MotoGP-Test in Losail

Deshalb wagten sich nur wenige Fahrer hinaus. Am frühen Abend gab es wegen der schlechten Streckenverhältnisse auch eine längere Rotphase. Fünf Fahrer stellten heute eine Rundenzeit auf. Danilo Petrucci (Tech-3-KTM) war mit 1:58.157 Minuten der Schnellste.

Danilo Petrucci, KTM Tech 3

Danilo Petrucci, KTM Tech 3

Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Auch Stefan Bradl (Honda), Takaaki Nakagami (LCR-Honda), Brad Binder (KTM) und Pol Espargaro (Honda) drehten eine Handvoll Runden. Folgende Fahrer beließen es bei Checkrunden: Maverick Vinales, Fabio Quartararo (beide Yamaha), Michele Pirro (Ducati) und Takuya Tsuda (Suzuki).

Der Großteil der Fahrer blieb am Freitag in der Box. Einige Teams packten auch schon Transportkisten mit nicht mehr benötigtem Material zusammen, oder bereiteten die Boxen für das erste Rennwochenende vor.

Inklusive dem Shakedown-Tag für die Testfahrer und Rookies gab es Anfang März sechs Testtage. Zieht man den Shakedown und den heutigen Tag ab, dann hatten die Stammfahrer lediglich vier Fahrtage Zeit, um sich auf die neue Saison vorzubereiten.

Fotostrecke: Technik beim MotoGP-Test 2021 in Losail (Katar)

Fotostrecke: Technik beim MotoGP-Test 2021 in Losail (Katar)
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Die Motorentwicklung ist zwar eingefroren, aber die MotoGP-Ingenieure arbeiten in den Bereichen Chassis, Schwinge und Aerodynamik auf Hochtouren. Wir blicken auf die technischen Details beim Test in Katar.

Aprilia RS-GP

Aprilia RS-GP
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Aprilia hat die RS-GP komplett überarbeitet. Neues Chassis, neue Schwinge, verschiedene Verkleidungen und auch beim V4-Motor sind die Zylinderköpfe neu. Die Auspuffführung ist auch anders.

Aprilia RS-GP

Aprilia RS-GP
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Bezüglich Aerodynamik gibt es einerseits die Version mit dem großen "Frontflügel" für mehr Anpressdruck und eine kleinere für weniger Anpressdruck und mehr Topspeed. In Erinnerung an den verstorbenen Fausto Gresini ist dort nicht mehr Aprilia zu lesen, sondern Fausto.

Aprilia RS-GP

Aprilia RS-GP
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Die Hinterradschwinge aus Carbon ist genauso neu wie das Alu-Chassis. Aleix Espargaro konnte an allen Testtagen mit Topzeiten beeindrucken.

Aprilia RS-GP

Aprilia RS-GP
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Ähnlich wie Yamaha verwendet Aprilia einen kurzen, seitlichen Auspuff von Akrapovic.

Aprilia RS-GP

Aprilia RS-GP
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Die "Salatbox" der RS-GP ist von der Ducati Desmosedici kopiert.

Ducati Desmosedici GP21

Ducati Desmosedici GP21
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Ducati hat Vergleichstests mit der bisherigen Seitenverkleidung und einer neuen durchgeführt. Bei der neuen Variante sind vor allem die Elemente unten hinter dem Vorderrad neu.

Ducati Desmosedici GP21

Ducati Desmosedici GP21
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Diese unten angebrachten Elemente (links und rechts) fangen die Luft auf und ...

Ducati Desmosedici GP21

Ducati Desmosedici GP21
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

... leiten sie nach hinten Richtung Boden ab. Ducati widmet sich beim Bereich der Aerodynamik nun der Schräglage und eröffnet damit ein komplett neues Forschungsfeld.

Ducati Desmosedici GP21

Ducati Desmosedici GP21
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

"Die neue Verkleidung hilft uns nicht auf der Geraden, sondern am Kurveneingang", verrät Francesco Bagnaia. "Das Motorrad verhält sich am Kurveneingang etwas einfacher." Abzuwarten bleibt, ob das auch in langsameren Kurven wie in Jerez ein Vorteil ist.

Ducati Desmosedici GP21

Ducati Desmosedici GP21
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Außerdem ist die "Salatbox" hinter dem Sitz im Heck wieder größer geworden. Es wird vermutet, dass sich darin ein Massedämpfer befindet, um die Neigung zu Chattering zu verringern. Aprilia hat diese Box bei der neuen RS-GP kopiert.

Honda RC213V

Honda RC213V
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Honda arbeitet an der Aerodynamik und schickte Stefan Bradl und Takaaki Nakagami mit neuen Winglets auf die Strecke. Beide sind mit der neuen Verkleidung allerdings gestürzt.

Honda RC213V

Honda RC213V
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Zum Vergleich Alex Marquez mit einer anderen Variante.

Honda RC213V

Honda RC213V
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Honda konzentriert sich stark auf das Chassis. Eine neue Version wurde aber wieder weggepackt. Hauptsächlich wird jenes Aluminium-Chassis mit Carbon-Verstärkungen (oben auf dem Foto zu sehen) verwendet, das Bradl schon im Vorjahr gefahren ist.

KTM RC16

KTM RC16
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

KTM experimentiert auch mit der Aerodynamik und unterschiedlich großen Winglets. Neuzugang Danilo Petrucci ist der größte Fahrer und hat deshalb auch ein eigenes Windschild erhalten.

KTM RC16

KTM RC16
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Speziell Testfahrer Dani Pedrosa soll Detailentwicklungen für die Zukunft getestet haben, wobei optisch kaum Unterschiede zu den Einsatzmotorrädern der anderen Fahrer zu erkennen sind.

Suzuki GSX-RR

Suzuki GSX-RR
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Die Suzuki GSX-RR hat sich optisch kaum verändert. Joan Mir und Alex Rins testeten ein neues Chassis und eine neue Aluminium-Schwinge. Außerdem war der Motor für 2022 zum ersten Mal auf der Strecke im Einsatz.

Suzuki GSX-RR

Suzuki GSX-RR
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Der charakteristische Doppelauspuff von Akrapovic ist weiterhin ein Markenzeichen der GSX-RR

Yamaha YZR-M1

Yamaha YZR-M1
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Yamaha hat ein umfangreiches Entwicklungsprogramm angeworfen. Auffällig ist ein Ausschnitt auf der Oberseite des Kotflügels. Durch diese Öffnung ist die Oberseite des Vorderreifens zu sehen. Die Winglets sind auch etwas anders geformt.

Yamaha YZR-M1

Yamaha YZR-M1
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Auch die Verkleidung des Dämpfers (mit dem Michelin-Aufkleber) ist deutlich breiter geworden.

Yamaha YZR-M1

Yamaha YZR-M1
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Yamaha experimentiert auch mit einer Abdeckung der Vorderbremse. Ducati verwendet so eine Platte bei der unteren Hälfte des Vorderreifens. Yamaha ist aber nicht oft mit diesem Teil gefahren.

Yamaha YZR-M1

Yamaha YZR-M1
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Yamaha hat auch das Chassis überarbeitet. Das Gefühl ist zwar nicht so wie mit der 2019er-Version, aber laut Rossi, Vinales und Quartararo ist das Turning etwas besser als im Vorjahr.

Yamaha YZR-M1

Yamaha YZR-M1
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Yamaha hat außerdem eine neue Hinterradschwinge aus Carbon ausprobiert. In den vergangenen beiden Jahren wurden schon Carbon-Versionen getestet, aber immer wieder verworfen. Diese neue Schwinge soll in Katar gut funktioniert haben.

Holeshot-Devices

Holeshot-Devices
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Holeshot-Vorrichtungen: Ducati, Honda, Aprilia und KTM können jetzt Heck UND Vordergabel für den Start zusammenpressen. Suzuki und Yamaha können nur den hinteren Dämpfer stauchen. Ducati zeigte beim Test die konstant besten Startübungen.

Brembo-Bremsscheibe

Brembo-Bremsscheibe
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Foto: Gold and Goose / Motorsport Images

Brembo hat eine neue Carbon-Bremsscheibe mit Schlitzen entwickelt. Die Bremswirkung und die Hitzebeständigkeit will man damit verbessern. Diese Scheibe ist für Strecken mit vielen harten Bremspunkten gedacht (Spielberg, Motegi, Buriram).

Yamaha-Sonderdesign

Yamaha-Sonderdesign
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Foto: Yamaha MotoGP

Zum Abschluss darf natürlich nicht das Yamaha Retro-Design für Testfahrer Cal Crutchlow fehlen. Mit diesen Farben will Yamaha das 60-jährige Jubiläum im Grand-Prix-Sport feiern.

Jack Miller mit der Bestzeit bei diesem Test

Mit 1:53.183 Minuten stellte Ducati-Werksfahrer Jack Miller (am Mittwoch) die Bestzeit bei diesem Test auf. Das war die bisher schnellste gefahrene MotoGP-Runde auf dem Losail-Circuit. Ob es auch am Rennwochenende so schnelle Zeiten geben wird, bleibt abzuwarten.

Nach so vielen Testtagen hatte der Asphalt extrem viel Grip. Außerdem gab es nur Grip der Michelin-Reifen. Im Laufe des Rennwochenendes wird es dann auch Reifenabrieb von Dunlop in den kleinen Klassen auf der Strecke geben.

Jack Miller, Stoppie

Ducati-Werksfahrer Jack Miller knackte am Mittwoch den bestehenden Rundenrekord

Foto: Motorsport Images

Johann Zarco markierte (am Donnerstag) mit seiner Ducati einen neuen, inoffiziellen Topspeed-Rekord für MotoGP-Motorräder. Der Franzose wurde mit 357,6 km/h gemessen. Die bisherige (und immer noch offizielle) Bestmarke lautet 356,7 km/h von Andrea Dovizioso.

Diesen Wert erreichte der Ducati-Fahrer in Mugello 2019. Offizielle Rekorde (Rundenzeiten und Topspeed) können nur im Rahmen eines Rennwochenendes aufgestellt werden, denn bei Testfahrten kann auch mit nicht homologiertem Material gefahren werden.

Mit 221 Runden hat Yamaha-Werksfahrer Maverick Vinales die meisten Kilometer bei diesem Test zurückgelegt. Bei den Rookies lieferten sich Jorge Martin (Pramac-Ducati) und Moto2-Weltmeister Enea Bastianini (Esponsorama-Ducati) ein Kopf-an-Kopf-Duell.

Kommende Woche reisen dann die kleinen Klassen nach Katar. Vom 19. bis 21. März werden die Klassen Moto2 und Moto3 drei offizielle Testtage haben. Einige Teams der kleinen Klassen haben bereits auf der iberischen Halbinsel privat getestet.

Gesamtergebnis MotoGP-Test in Losail (Samstag bis Freitag):

Pos. Fahrer Team Zeit Runden
1 Australia Jack Miller Ducati 1:53.183 Minuten 210
2 Spain Maverick Vinales Yamaha

1:53.244

221
3 France Fabio Quartararo Yamaha

1:53.263

190
4 Italy Franco Morbidelli Petronas-Yamaha

1:53.323

196
5 Italy Francesco Bagnaia Ducati

1:53.444

155
6 Spain Aleix Espargaro Gresini-Aprilia

1:53.640

146
7 Spain Joan Mir Suzuki

1:53.827

154
8 Spain Alex Rins Suzuki

1:53.860

153
9 France Johann Zarco Pramac-Ducati

1:53.899

215
10 Spain Pol Espargaro Honda

1:53.899

148
11 Italy Valentino Rossi Petronas-Yamaha

1:53.993

163
12

Germany Stefan Bradl

* auch Shakedown-Test

Honda

1:54.210

128

(+60)

13 Japan Takaaki Nakagami LCR-Honda 1:54.262 200
14

Spain Jorge Martin

* auch Shakedown-Test

Pramac-Ducati 1:54.483

109

(+31)

15

Italy Enea Bastianini

* auch Shakedown-Test

Esponsorama-Ducati 1:54.505

134

(+35)

16 Portugal Miguel Oliveira KTM 1:54.526 190
17 South Africa Brad Binder KTM 1:54.691 145
18 Spain Alex Marquez LCR-Honda 1:54.692 149
19 Italy Danilo Pretrucci Tech-3-KTM 1:54.895 199
20

Yamaha-Testfahrer 2

* auch Shakedown-Test

Yamaha 1:54.998

97

(+58)

21

Italy Luca Marini

* auch Shakedown-Test

Esponsorama-Ducati 1:55.022

117

(+33)

22

Yamaha-Testfahrer 1

* auch Shakedown-Test
Yamaha 1:55.080

136

(+39)

23 Spain Iker Lecuona Tech-3-TKM 1:55.195 139
24

Italy Lorenzo Savadori

* auch Shakedown-Test

Gresini-Aprilia 1:55.570

134

(+38)

25

Spain Dani Pedrosa

* auch Shakedown-Test

KTM 1:55.640

103

(+34)

26

France Sylvain Guintoli

* auch Shakedown-Test

Suzuki 1:55.642

146

(+53)

27

Yamaha-Testfahrer 3

* auch Shakedown-Test
Yamaha 1:55.831

33

(+11)

28

Italy Michele Pirro

* auch Shakedown-Test

Ducati 1:56.732

84

(+58)

29

Japan Takuya Tsuda

* auch Shakedown-Test

Suzuki 1:57.795

91

(+24)

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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