Zukunft von Alex Marquez: Yamaha, KTM oder weiter Gresini-Ducati?
Alex Marquez, MotoGP-Vizeweltmeister von 2025, verhandelt über seine Zukunft ab der Saison 2027, und das nicht nur mit seinem aktuellen Arbeitgeber Gresini
Für welches MotoGP-Team wird Alex Marquez in der Saison 2027 antreten?
Foto: Getty Getty
Nachdem er seine gesamte Rennfahrerkarriere über im Schatten seines älteren Bruders verbracht hatte, avancierte Alex Marquez in der MotoGP-Saison 2025 zum zweitstärksten Fahrer im Feld der Königsklasse.
Hinter Bruder Marc Marquez wurde Alex Marquez im vergangenen Jahr Vizeweltmeister. Drei Grand-Prix-Siege, drei Sprint-Siege, zwölf Podestplätze und eine Pole hoben den jüngeren Marquez aus seiner bis dahin gewohnten "Unsichtbarkeit" heraus.
Alex Marquez' beeindruckende Saison 2025 auf einer Vorjahres-Ducati im Gresini-Team ist auch anderen Teams nicht entgangen. Der Spanier, der am 23. April dieses Jahres seinen 30. Geburtstag feiern wird, will sich die Chance nicht entgehen lassen, auf dem Höhepunkt seiner sportlichen Karriere in ein Werksteam zu wechseln.
Zur Saison 2020 schaffte Alex Marquez den Sprung in die Königsklasse MotoGP, indem er im Honda-Werksteam als Nachfolger für den Ende 2019 unerwartet zurückgetretenen Jorge Lorenzo verpflichtet wurde. 2020 war das Jahr der schweren Verletzung von Marc Marquez, woraufhin sich Alex "alleine" in der HRC-Box einer schwierigen Saison stellen musste.
Trotz allem gelang es dem jüngeren Marquez-Bruder, in seiner ersten MotoGP-Saison zwei Grands Prix als Zweiter zu beenden. Im folgenden Jahr wurde er - gemäß des Plans von Honda - ins Satellitenteam LCR versetzt. Dort allerdings erlebte er den technischen Niedergangs des japanischen Herstellers aus nächster Nähe.
Für die Saison 2023 stieß Alex Marquez ins Ducati-Satellitenteam Gresini. Dank seiner persönlichen Sponsoren erhielt er die Möglichkeit, als Teamkollege von Fabio Di Giannantonio eine Vorjahres-Ducati (GP22) zu fahren. Zu dieser Zeit war Alex Marquez der Nummer-1-Fahrer im Team von Nadia Padovani.
Dieser Wechsel veränderte nicht nur die Karriere von Alex Marquez, sondern auch die von Marc Marquez, der schließlich in die Fußstapfen seines Bruders trat und 2024 ohne Gehalt für das Gresini-Team fuhr.
Marc Marquez' Teamkollege und Bruder erhielt in jener Saison 2024 rund 350.000 Euro - ein Gehalt, das im vergangenen Jahr leicht angestiegen ist, aber noch immer weit von dem Honorar entfernt war, das ein Vizeweltmeister und Gewinner von drei Grands Prix verdient hätte.
Was für einen Wechsel von Alex Marquez in ein Werksteam spricht
Da die Türen für 2027 im Ducati-Werksteam verschlossen sind, nachdem der italienische Hersteller eine Vereinbarung zur Vertragsverlängerung mit Marc Marquez getroffen hat und außerdem die Verpflichtung von Pedro Acosta als so gut wie sicher gilt, bewegt sich Alex Marquez leise, aber zügig, um einen Platz in einem anderen Werksteam zu finden.
Nach Informationen von Motorsport.com Spanien, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network, sind Alex Marquez' Hauptziele auf seinem Zukunftsweg die Werksteams von Yamaha und KTM, wenngleich auch Aprilia nicht vollends auszuschließen ist.

Yamaha und KTM sind denkbare Anlaufstellen für Alex Marquez
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Eine Rückkehr zu Honda erscheint für den jüngeren Marquez derzeit keine realistische Möglichkeit zu sein. KTM wäre eine naheliegendere Anlaufstelle für einen Fahrer, der sein ganzes Leben lang das Gesicht von Red Bull war. Das gilt umso mehr, da es eben genau seine persönlichen Sponsoren sind, die für eine Erhöhung seines Fahrgehalts die Geldbeutel öffnen.
Allerdings wird ein weiterer von Red Bull gesponserter MotoGP-Pilot, nämlich Jorge Martin, aller Voraussicht nach in den Jahren 2027 und 2028 für Yamaha fahren. Das wiederum führt zu Spekulationen, wonach der japanische Hersteller mit Sitz in Iwata sein Sponsorenpaket überdenken könnte. Zielsetzung des aktuellen Yamaha-Titelsponsors Monster Energy ist es, Fabio Quartararo zu Honda zu folgen.
Alex Marquez und sein Umfeld könnten dabei helfen, Red Bull zu Yamaha zu bringen und damit ein weiteres Team im Feld zu werden, das vom österreichischen Energydrink-Giganten gesponsert wird - oder zumindest sicherstellen, dass Monster Energy kein Hindernis für Martin und für Alex Marquez darstellt, auch in Zukunft Red Bull als persönlichen Sponsor zu haben.
Wechseln die Energydrink-Riesen die Fronten?
Sollte es so kommen, dass Monster Energy zusammen mit Quartararo von Yamaha zu Honda wechselt und Red Bull im Gegenzug bei Yamaha andockt, wäre es nicht die einzige größere Veränderung auf dem Sektor der Getränkesponsoren.
Red Bull erwägt, ab 2027 das Ducati-Werksteam zu sponsern, um einerseits Marc Marquez wieder ins eigene Programm zurückzuholen und gleichzeitig mit Pedro Acosta weiterzumachen.

Folgt Monster Quartararos Weg zu Honda, könnte Marquez Red Bull zu Yamaha bringen
Foto: Gold & Goose Photography / Getty Images
Zwar gilt der Vertrag, den Monster mit dem Ducati-Werksteam unterzeichnet hat, noch bis Ende 2027. Aber die Marke mit dem grünen M könnte einen früheren Ausstieg in Betracht ziehen, wenn es gelingt, ihr Logo auf der von Quartararo pilotierten Honda zu platzieren.
Damit wäre der Weg frei für Yamaha, um Alex Marquez zu verpflichten. Der jüngere Bruder von Marc Marquez hatte für die MotoGP-Saison 2020 bereits einen Yamaha-Vorvertrag unterschrieben. Dass daraus keine Verpflichtung wurde, das hatte zwei Gründe.
Einerseits war es die Feindschaft von Bruder Marc mit Valentino Rossi, andererseits Rossis Einfluss im Führungskreis von Yamaha, die eine Verpflichtung von Alex Marquez vereitelten. Aber mit der Ankunft von Paolo Pavesio an der Spitze des Yamaha-Werksteams und dem Weggang von Lin Jarvis ist dieses vermeintliche Veto verschwunden.
Wenngleich KTM für Alex Marquez nach wie vor eine attraktive Option ist, so lässt das Fehlen finanzieller Garantien seitens des österreichischen Herstellers vermuten, dass Yamaha das Hauptziel für den MotoGP-Vizeweltmeister von 2025 ist. Als einer von Alex Marquez' Hauptkonkurrenten um den zweiten Yamaha-Platz neben Jorge Martin gilt Francesco Bagnaia.
Aprilia wäre die letzte Option für Alex Marquez, wenngleich der Hersteller aus Noale, der über deutlich weniger Budget verfügt, drauf und dran ist, Enea Bastianini zu überzeugen. Von Bagnaias Manager hat Aprilia keine Antwort erhalten.
Was man in diesem gesamten Gefüge nicht vergessen darf: Bei Gresini werden die Türen für Alex Marquez auch über 2026 hinaus offenstehen für den Fall, dass sich sein Wunsch, für 2027 in ein Werksteam zu wechseln, doch nicht erfüllen sollte.
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