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NASCAR Martinsville: Clint Bowyer beendet Durststrecke

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NASCAR Martinsville: Clint Bowyer beendet Durststrecke
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26.03.2018, 23:57

190 Rennen und fünfeinhalb Jahre musste Clint Bowyer auf seinen neunten Karieresieg warten - In Martinsville war es endlich soweit.

Der Bann ist gebrochen: Clint Bowyer (Stewart-Haas-Ford) bewies beim Nachholrennen am Montag in Martinsville, dass er es noch drauf hat. Er gewann das STP 500 auf überzeugende Art und Weise. Wieder in die Röhre schaute Kyle Busch (Gibbs-Toyota), der seinen dritten zweiten Platz der Saison einfuhr, gefolgt von Ryan Blaney (Penske-Ford), Martin Truex jun. (Furniture-Row-Toyota) und Kevin Harvick (Stewart-Haas-Ford).

Bowyer hatte im entscheidenden dritten Segment eindeutig die Hosen an. In Runde 286 übernahm er die Führung und gab sie danach nicht mehr ab. "Gene Haas, Tony Stewart, lasst mich euch eines sagen: Dass ihr diesem alten Sack eine frische Chance gegeben habt und dass es uns jetzt an diesem Ort hier gelingt, bedeutet mir unglaublich viel", sagt der 38-jährige emotional bewegt in der Victory Lane.

Eine tonnenschwere Last fiel ihm von den Schultern. Sein letzter Sieg datiert auf den 13. Oktober 2012 zurück, als er in Charlotte siegreich war. "Es ist so lange her. Bei so etwas fängt man an, an sich selbst zu zweifeln", gibt er zu. "Aus irgendeinem Grund habe ich es schon heute schon bei der Anfahrt gespürt. Ich hatte so ein Gefühl, heute unbedingt ein Erinnerungsfoto aus der Victory Lane mitbringen zu müssen. Und ich wollte diese verdammte Standuhr unbedingt!" Traditionell erhält jeder Martinsville-Sieger ein solches Monument.

Stage 1: Hamlin macht alle Linien dicht

Truex' Führung währte nur fünf Runden lang, bevor sich Kyle Busch an die Spitze setzte, der wiederum nach 27 Runden von Denny Hamlin (Gibbs-Toyota) abgelöst wurde. Der Gibbs-Pilot führte anschließend lange und überstand auch den Restart nach einer Competition Caution in Runde 56. Hinter ihm brachten sich Busch und Brad Keselowski (Penske-Ford) in Stellung. In der letzten Runde attackierten beide, doch Hamlin deckte alle Linien ab und fuhr den Sieg nach Hause.

 

Stage 2: Blaney fährt sich an die Spitze

In der Gelbphase zwischen Stage 1 und 2 brachte sich Ryan Blaney an die Spitze, die er das gesamte zweite Segment über nicht abgeben sollte. Es war sein erster Stage-Sieg auf einem Kurzoval. Nach dem Restart versuchte Hamlin noch gegenzuhalten und der Ford und der Toyota fuhren Runden lang Seite an Seite. Hamlin musste schließlich klein beigeben und fiel anschließend bis auf die fünfte Position zurück. Er spielte anschließend keine Rolle mehr und wurde nur Zwölfter, nachdem er sich in ein Bump-Fest mit Harvick verstrickte.

Ab jetzt wurde auch Bowyer aktiv und überholte bis Runde 215 Hamlin, Busch und Keselowski, um die Verfolgung von Blaney aufzunehmen. Es begann sich zu zeigen, wer an diesem Montag das stärkste Fahrzeug im Feld hatte. Den Penske-Piloten hatte er binnen 14 Runden später eingeholt und setzte ihn mächtig unter Druck. Blaney jedoch fuhr sich eleganter durch den Verkehr, was sich als Schlüssel erwies, um seinen zweiten Stage-Sieg der Saison einzufahren.

Stage 3: Bowyer dominant zum Sieg

Die Führung Blaneys währte nicht lange: Schon nach 14 Runden hatte Bowyer ihn kassiert. Doch über dem späteren Sieger hing ein Damoklesschwert: In der Gelbphase zwischen den Segmenten wurde sein Ford nicht vollständig aufgetankt. Doch das Glück war auf seiner Seite: Als Austin Dillon (Childress-Chevrolet) Jamie McMurray (Ganassi-Chevrolet) in einen Dreher schickte, wurde Gelb ausgerufen. Bowyer war gerettet und konnte die Führung beim Stopp halten.

 

Von nun an war der Vizemeister von 2012 nicht mehr aufzuhalten. Mit 215 Führungsrunden absolvierte er mehr Führungskilometer als in seinen ganzen vergangenen fünf Saisons zusammen. Lediglich Busch gelang es, sein Tempo mitzugehen, doch er kam nie wirklich in Schlagdistanz. Wieder konnte er nach zwei zweiten und einem dritten Platz in den vergangenen Rennen nur zusehen, wie jemand anderes die Trophäe in die Hand nahm. Nachdem er zweimal Kevin Harvick den Vortritt lassen musste, war es diesmal wieder ein Pilot von Stewart/Haas, der ihm den Sieg verwehrte.

"Die waren gut, als es drauf ankam. Ich habe versucht, Reserven aufzusparen und ihn am Ende im Verkehr abzufangen, aber da war einfach nichts, womit ich etwas hätte anfangen können", so der Meister von 2015 zerknirscht. "Wir sind so nah dran und das jede Woche. Wir machen stets alles richtig, aber es ist einfach nicht genug. Das ist sehr frustrierend. Ich bin bis auf eine Sekunden an ihn rangekommen, aber mehr war heute einfach nicht drin."

Logano verflucht Johnson

Für Blaney reichte es am Ende zu Rang drei und damit seinem besten Saisonresultat. Für die jüngsten Sieger Truex und Harvick war an diesem Tag einfach nicht genug drin, um ihr Konto aufzustocken. Sechster wurde Joey Logano (Penske-Ford), der sich ein knallhartes Duell mit Jimmie Johnson (Hendrick-Chevrolet) lieferte. "Hätte ihn abschießen sollen", kommentierte Logano während des Rennens. Während er Johnson herumschob, konnte Aric Almirola (Stewart-Haas-Ford) innen an beiden vorbei schlüpfen. Sowohl Johnson als auch Almirola verfehlten letztlich die Top 10.

 

Dafür meldeten sich zwei andere Hendrick-Piloten unter den besten zehn zurück: Alex Bowman und Chase Elliott kamen auf die Plätze sieben und neun. Nichts, womit Hendrick sich rühmen würde, aber immerhin ein Aufwärtstrend - erstmals in dieser Saison kamen zwei Boliden des Toprennstalls unter die Top 10. Am Ende des Rennens konnten sie Rundenzeiten auf dem Niveau der Spitze fahren und ließen sogar Keselowski hinter sich, dem es im letzten Rennsegment an Pace fehlte.

Die NASCAR-Cup-Serie gönnt sich nun ihre erste Pause im Jahr 2018. Nächste Saisonstation ist das O'Reilly Auto Parts 500 auf dem Texas Motor Speedway.

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