Toyota erklärt Portimao-Platztausche: Spielregeln für 2021 geändert

Die beiden Toyotas tauschten in der Schlussphase der WEC in Portimao die Plätze hin und her - Warum das so war und welche teaminternen Regeln Toyota geändert hat

Toyota erklärt Portimao-Platztausche: Spielregeln für 2021 geändert

Für die Fans war es natürlich wenig befriedigend, für Toyota ist es aber schon seit Jahren gang und gäbe: Die Positionen auf der Strecke werden vom Team festgelegt. Werden die Positionen getauscht, ist es abgesprochen. Doch diesmal war etwas anders.

Als die beiden Toyota GR010 Hybrid in der Schlussphase der 8 Stunden von Portimao 2021 zweimal die Plätze tauschten, war dies bereits ein Novum. Denn normalerweise hat Toyota die Positionen immer schon nach dem letzten Boxenstopp eingefroren.

Pascal Vasselon, Technikchef bei Gazoo Racing Europe, erklärt, dass das seit Beginn der Saison 2021 nicht mehr so ist: "Diese Regel haben wir geändert. Wir arbeiten ständig daran, unsere Regeln mit den Fahrern weiterzuentwickeln. Sie bevorzugen es, wenn erst das Ende des Rennens auch wirklich das Ende des Rennens bedeutet."

"Es hat Fälle gegeben, als wir das Rennen nach den letzten Boxenstopps eingefroren haben, dass die Fahrzeuge nicht in derselben Situation gewesen sind. Aber letztlich ändert es nicht viel." Aber genug, dass man im Autodromo Internacional do Algarve zweimal im letzten Stint die Positionen tauschte.

Doppelter Tausch kurz vor Schluss

Nach der letzten Full Course Yellow lag der Toyota #8 (Buemi/Nakajima/Hartley) mit Sebastien Buemi am Steuer wenige Sekunden vor der #7 (Conway/Kobayashi/Lopez) von Jose-Maria Lopez. Der Alpine #36 (Negrao/Lapierre/Vaxiviere) war wegen seines Spritnachteils bereits abgeschlagen.

Lopez fuhr schnell die Lücke zu Buemi zu und machte Druck. Das veranlasste Toyota zum ersten Platztausch. So etwas hat Toyota schon in der Vergangenheit getan: Ein schnelleres Auto darf überholen, allerdings erst auf Anweisung.

Doch Buemi, der zuvor keine überzeugenden Rundenzeiten fahren konnte, ließ sich nicht mehr abschütteln. Lopez konnte sich nicht lösen, deshalb gab Toyota drei Runden später die Anweisung, die Plätze erneut zu tauschen. Die endgültige Entscheidung fiel, als Lopez sich kurz darauf verbremste.

"Wir schauen uns die Sektorzeiten ohne Verkehr an genau an", so Vasselon. "Im ersten Teil des [letzten] Stints war Jose-Maria schneller. Aber als er vorne lag, war er nicht schneller. Deshalb haben wir zurückgetauscht. Das ist die Regel, die Fahrer müssen das akzeptieren."

Toyota #8 konnte länger fahren

Das Ganze war eine Folge unterschiedlicher Strategien im Toyota-Camp. Die #8 versuchte, nach dem letzten Safety-Car mit zwei Stopps durchzufahren und Sprit zu sparen. Die #7 wurde auf Attacke gepolt, musste aber einen zusätzlichen Splash am Ende einlegen.

Dass es überhaupt dazu kam, dass die beiden Toyotas nach dem letzten Stopp so eng beisammen lagen, war einer Full Course Yellow geschuldet, die die #7 zum Splash nutzen konnte. Ohne diesen hätte die #8 mit großem Vorsprung gewonnen.

Die #8 hatte größere strategische Reserven, wie Buemi erklärt: "Ich konnte schon im ersten Stint eine Runde länger fahren als sie. Das konnten wir danach mehrfach wiederholen. Hin und wieder konnten wir sogar zwei Runden länger fahren. Die FCY war natürlich Pech für uns. Nur dadurch wurde es überhaupt so eng."

 

Brendon Hartley konnte in seinem Stint ebenfalls eine Runde länger fahren als die #7. "Wir haben ein schönes strategisches Rennen abgeliefert, denn wir konnten die Pace trotz unserer längeren Stints mitgehen", sagt er.

Auch bei der #7 sieht man das ein. "Die #8 hat schon zu Beginn des Rennens sehr gut Sprit gespart und ist länger gefahren. Das hat ihnen ihre Strategie ermöglicht", findet Mike Conway. "Meines Erachtens war unser Auto ein kleines bisschen schneller. Es hätten heute beide gewinnen können, je nach Umständen."

Lopez hingegen glaubt, dass die #7 das Rennen hätte gewinnen können, hätte es nicht die Safety-Car-Phase zweieinhalb Stunden vor Schluss gegeben: "Bis dahin hatten wir eine komfortable Führung. Das hat dann alles geändert. Wir hatten die Pace, aber es hat nicht sein sollen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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