Kelvin van der Linde: DTM-Titel ist für ihn wichtiger als für Liam Lawson

Kelvin van der Linde muss beim DTM-Finale 14 Punkte auf Liam Lawson aufholen - Warum für den Audi-Fahrer der Titelgewinn wichtiger ist, als für den Ferrari-Piloten

Kelvin van der Linde: DTM-Titel ist für ihn wichtiger als für Liam Lawson

Der DTM-Titelkampf 2021 reduziert sich beim Finale auf dem Norisring voraussichtlich auf das Duell zwischen Liam Lawson (Ferrari) und Kelvin van der Linde (Audi). Maximilian Götz (Mercedes-AMG) besitzt noch Außenseiter-Chancen, Marco Wittmanns (BMW) Titelhoffnungen sind dagegen nur noch theoretischer Natur.

Die Ausgangslage - Lawson führt mit 14 Punkten Vorsprung auf van der Linde und mit 26 Zählern Vorsprung auf Götz - müsste eigentlich dafür sorgen, dass der Führende stärker unter Druck steht. Er muss schließlich den Platz an der Sonne behaupten. Van der Linde sieht das anders.

"Ich habe es schon oft genug erwähnt: Es ist für mich eine riesige Chance in meinem Leben. Liam dagegen geht sowieso in die Formel 1: Also für ihn ist es okay. Das ist ein Schritt für ihn auf dem Weg in die Formel 1. Für mich ist es vielleicht ein bisschen mehr", meint der Abt-Audi-Pilot.

Warum der DTM-Titel für van der Linde mehr Bedeutung hat

Das liegt auch daran, dass beide unterschiedliche Karrierewege einschlagen und sich in verschiedenen Phasen ihrer Laufbahn befinden. Van der Linde ist 25 Jahre alt und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der weltbesten GT3-Fahrer entwickelt.

Unvergessen ist der Schlussstint im Regen bei den 24h Nürburgring 2017, der ihn und Land-Audi nach einem beispiellosen Drama doch noch zurück auf die Siegerstraße brachte. Der DTM-Titel zählt neben dem 24h-Le-Mans-Gesamtsieg zu van der Lindes großen Zielen.

Red-Bull-Junior Lawson hingegen hat mit seinen 19 Jahren ganz klar den Formel-1-Aufstieg vor Augen. Parallel zu seinem DTM-Engagement fährt er in diesem Jahr für Hitech-GP in der Formel 2. Gleich sein allererstes Rennen in der Serie konnte Lawson gewinnen. Nach 17 von 23 Rennen liegt der Neuseeländer dort auf Rang acht in der Gesamtwertung.

Teamkollegen von van der Linde und Lawson spielen eine Rolle

Im Titelkampf müssen Lawson und van der Linde auch auf ihre Teamkollegen Alex Albon und Mike Rockenfeller zählen. "Mike ist ein Teamplayer. Mit ihm im Team habe ich wirklich eine tolle gemeinsame Zeit", lobt van der Linde seinen Stallgefährten.

Und Rockenfeller könnte für den Südafrikaner noch Gold wert sein. Im DTM-Samstagsrennen von Hockenheim nahm er Lawson in der letzten Runde noch den dritten Platz ab. Es folgte ein hitziges Wortgefecht zwischen den beiden.

Schon zuvor stellte sich Rockenfeller in den Dienst der Abt-Audi-Truppe, als er in Assen nach einer Safety-Car-Phase das Feld hinter dem Führenden van der Linde aufhielt. Der Südafrikaner hatte zu diesem Zeitpunkt seinen Pflichtboxenstopp noch vor sich und brauchte ein Polster nach hinten.

"Aber am Ende des Tages waren wir Letzter und Vorletzter, weil das Safety-Car eigentlich nichts gebracht hat. Nichtsdestotrotz war er bisher ein perfekter Teamkollege für mich. Ich kann mich überhaupt nicht beschweren", berichtet van der Linde. Genau diese Hilfe kann am Ende den Unterschied in einem engen DTM-Titelkampf ausmachen.

Mit Bildmaterial von DTM.

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