Analyse

Formel 1

Formel 1-Technik: Wie Manor Mercedes zu einem Siegerauto verhalf

Die Aufhängung des dominanten Mercedes zog beim Grand Prix von Singapur viel Interesse auf sich. Die Ursprünge der Geschichte gehen aber auf den Manor von 2014 zurück.

Giorgio Piola Matt Somerfield

Bearbeitet: 23.09.2016, 15:15

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Hydraulikteile Front, Mercedes W06

Formel-1-Technik mit Giorgio Piola

Giorgio Piola analysiert und erklärt die Technik in der Formel 1!

Vor dem Grand Prix von Singapur kam heraus, dass die Aufhängung des Mercedes untersucht würde.

Die anderen Teams hatten die Chassis einiger 2016er-Autos infrage gestellt und darauf hingewiesen, wie man versucht hatte, etwas um die Regeln herum zu bauen,um die erlaubten Maße des Pakets bei der Aufhängung bis aufs Äußerste zu dehnen.

Viele Ergebnisse der besten Ideen sind in der Formel 1 nicht unbedingt auf den ersten Blick sichtbar. Die Art, wie die Regeln verfasst sind, hat den Teams im Laufe der Jahre aber jede Menge Spielraum verschafft.

In diesem Jahr können die Designs von Mercedes und Red Bull Racing als Beispiele dieser Interpretationen dienen, denn sie folgen dem, was Manor im vergangenen Jahr notgedrungen tun musste, als das Team gezwungen war, mit einem modifizierten 2014er-Auto anzutreten.

Der Grund dafür war, dass der Kauf des Marussia-Teams erst kurz vor Beginn der Saison 2015 stattgefunden hatte, zu spät, um ein Chassis für 2015 zu bauen. Daher musste man umdenken, die nötigen Anpassungen vornehmen und Charlie Whiting um Dispens bitten, bevor man die vorgeschriebenen Crashtests absolvieren konnte.

Manor MR03B front chassis structure

Manor MR03B Chassis, Frontpartie

Photo by: Giorgio Piola

Am umgebauten MR03B wurde ein Abstandhalter am Chassis eingesetzt, um den neuen Regeln bezüglich des Nasenübergangs genüge zu tun (Pfeil). Das eröffnete aber auch die Möglichkeit für andere Teams, das Reglement ähnlich zu interpretieren.

Wie Man sieht, umging das Team mit diesem Design nicht nur die Probleme der neuen 2015er-Nasendimensionen, sondern hatte so auch zusätzlichen Platz, mit dem es für die Bauteile der Aufhängung und Bremsen spielen konnte.

Andere Teams sahen das als Möglichkeit, die Pakete ihrer Autos zu verbessern und die Konzepte für die Entwicklung ihrer 2016er-Autos ähnlich aufzubauen.

Mercedes W06 hydraulic parts, front suspension

Mercedes W06: hydraulische Teile, Vorderradaufhängung

Photo by: Giorgio Piola

Die Pläne von Mercedes entstanden erstmals letztes Jahr in Brasilien, als das Team einen neuen hydraulischen Dämpfer gleichzeitig mit einer "S"-Schacht-Lösung testete.

Die Versuche, beide Komponenten zu testen, blieben nicht unentdeckt und riefen Misstrauen hervor, als eine horizontale Ausbuchtung genau über dem Dämpfer auftauchte und es war schnell klar, dass der Feder-Dämpfer (oben links) durch einen hydraulischen Dämpfer (oben rechts) ersetzt worden war.

Mercedes AMG F1 W07 Hybrid front detail

Mercedes AMG F1 W07 Hybrid: Detail

Photo by: Giorgio Piola

Als Mercedes den W07 enthüllte, war klar, dass die Details beim Einbau der Aufhängung, der Bremszylinder und des "S-"Schachts fehlerlos waren, besonders, da Red Bull Racing, das "S"-Schacht-Konzept, das man seit Jahren verfolgt hatte, beiseite legen mussten, um die Höhe der Aufhängung zu maximieren.

Für 2016 hatten sich beide Teams entschieden, den "S"-Schacht zu vergessen. Daher war die Lösung ähnlich der des Manor von 2015, was es ihnen erlaubte, die Geometrie der Aufhängung zu maximieren und das dritte/Hub-Element aggressiver zu verpacken.

Das bedeutet auch, dass Änderungen bei der Abstimmung durch kleine Zugänge auf dem Chassis vorgenommen werden können, ohne dass man die gesamte Abdeckung abnehmen muss.

Wie im Video oben zu sehen ist, gibt es unterschiedliche Lösungen, von denen Mercedes im Bereich zwischen A-A und B-B des Chassis-Reglement die aggressivste gewählt hat.
Im Grunde sind das Angelpunkte am Chassis, die helfen, Übergang und Form der Nase zu bestimmen, da die FIA versucht hat, einen ästhetischen Fauxpas wie die Stufennase von 2012 auszuschließen.
Clevere Interpretationen wie diese machen die Formel 1 für Ingenieure immer noch zu einer Herausforderung, sich die Highlights und Denkprozesse zu bewahren, die ein Team einem anderen überlegen machen können.

Ein derartiges Designkonzept ist Teil der Kernstruktur des Autos, etwas, das von der FIA untersucht und beim Crashtest getestet wird, bevor sich das erste Rad dreht.

Vorbereitungszeit und Kosten haben es unmöglich gemacht, innerhalb einer Saison ein neues Chassis zu bauen. Um erfolgreich zu sein, müssen Neuerungen in das Design des folgenden Jahres einfließen.

Es scheint so, als ob einige Teams damit gespielt und vielleicht versucht haben, die "Grauzonen" im Reglement für nächstes Jahr auszuräumen.

Das Problem dabei ist, dass die Regeln für 2017 definiert und von allen Teams einstimmig angenommen werden müssen, um Änderungen durchzusetzen. Die Teams, die die Lösung haben, werden wohl dagegen sein. Andererseits wäre es plausibel, dass andere sie für ihr 2017er-Auto übernommen haben.

Wie auch immer, die FIA will die Regeln für 2018 wohl neu schreiben, was die Tür für noch aggressivere Lösungen für nächste Saison öffnet.

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