Lewis Hamilton: Stallorder geht gegen meinen Instinkt

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Lewis Hamilton: Stallorder geht gegen meinen Instinkt
Autor: Norman Fischer
Co-Autor: Jonathan Noble
04.10.2018, 11:05

Lewis Hamilton ist weiter kein Freund von Stallorder, akzeptiert aber die Regeln des Sportes - Team feiert Valtteri Bottas nach Sotschi-Rennen in der Fabrik

Lewis Hamilton ist nach den Vorkommnissen des vergangenen Wochenendes weiter geteilter Meinung zum Thema Stallorder. Auf der einen Seite kann er die Sinnhaftigkeit der Entscheidung nachvollziehen, auf der anderen geht sie gegen seinen Renninstinkt. "Man muss es aber akzeptieren und nach vorne sehen", sagt er vor dem Großen Preis von Japan.

Stallorder ist in der Formel 1 schon seit jeher ein Thema gewesen. Schon in den 50er-Jahren nahm ein ausgeschiedener Pilot gerne einmal das Auto seines Teamkollegen, um weiterzufahren. Doch spätestens seit Ferrari Michael Schumacher in Österreich an Rubens Barrichello vorbeilotste, steht die Stallorder in keinem guten Licht da. "Man hatte Mitleid mit Rubens, weil er großartige Arbeit geleistet und den Sieg verdient hatte", meint Hamilton.

Doch der Brite weiß auch, dass die Formel 1 ein Teamsport ist und man gemeinsam auf sein Ziel hinarbeitet - oder in dem Fall zwei. "Der Sport ist in der Hinsicht unüblich, dass man zwei Meisterschaften hat. Beim Fußball arbeiten alle auf ein Ziel hin, hier sind es zwei. Und man steht im Konflikt, beide zu erreichen, weil nur ein Fahrer gewinnen kann", so Hamilton. "Es ist einfach eine andere Dynamik."

"Eigentlich würde man wollen, dass beide Fahrer gewinnen, aber das ist unmöglich, von daher verliert man irgendwie immer", sagt er weiter. Schon in Sotschi hatte Hamilton immer wieder betont, dass er kein Freund von Stallorder sei und dass Bottas den Sieg eigentlich verdient gehabt hätte. Zumindest habe man die Leistung des Finnen intern anerkannt: "In der Fabrik haben wir alle auf Valtteri angestoßen. 900 Leute haben gestanden, das war ziemlich toll."

Überhaupt sei die Stimmung bei Mercedes trotz der schwierigen Situation von Sotschi gut: "Der Teamspirit ist so hoch wie nie zuvor", unterstreicht der viermalige Weltmeister, der seit Sonntag 50 Punkte Vorsprung auf Sebastian Vettel hat. Dass der geschenkte Sieg irgendetwas von einem möglichen Titel nehmen würde, verneint er: "Das war das beste Jahr in meiner Karriere", sagt er auf seine Leistung angesprochen.

Öffentlich gibt es die vorherrschende Meinung, dass Bottas seinem Teamkollegen mehr hilft als Kimi Räikkönen bei Ferrari. Laut Hamilton habe aber auch Ferrari schon taktisch zusammengearbeitet, um Hamilton zu besiegen. Etwa, wenn ein Auto vorzeitig stoppt, damit Hamilton nachziehen muss. "Sie haben über das Jahr hinweg als Team gearbeitet", sagt er. Gleiches gelte auch für Mercedes. "Wir hatten Stallorder nur im vergangenen Rennen."

Lediglich in Monza habe es Hamilton überrascht, dass Ferrari dort nicht gut zusammengearbeitet hat. "Warum sie das so gemacht haben, weiß ich nicht. Aber das ist nicht mein Problem", winkt er ab. Muss Bottas Hamilton jetzt auch in Suzuka helfen? "So wie ich es verstehe, muss er einfach seine beste Leistung zeigen. Ich komme nicht mit den Gedanken hierher, dass Valtteri für mich arbeiten muss."

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