Mercedes bleibt nach Freitag Favorit: "Der Longrun sah stark aus"

Trotz Bestzeit ist Mercedes mit seiner Performance auf einer Runde nicht zufrieden, dafür sah der Longrun laut dem Team stark aus - "Verstehen unser Problem"

Mercedes bleibt nach Freitag Favorit: "Der Longrun sah stark aus"

Mercedes hat seine Favoritenrolle beim Formel-1-Event in Saudi-Arabien bestätigt und sich im Training am Freitag (Formel 1 2021 live im Ticker) die Bestzeit gesichert. Lewis Hamilton war auf dem brandneuen Kurs in Dschidda der schnellste Mann und distanzierte WM-Rivale Max Verstappen (4./Red Bull) um knapp zwei Zehntelsekunden.

Dabei war Mercedes mit der Pace über eine Runde nicht einmal sonderlich zufrieden: "Am Morgen waren wir zufriedener als am Nachmittag", sagt der Leitende Renningenieur Andrew Shovlin bei 'Sky'. "Wir hatten Probleme, den Grip aus den Reifen zu bekommen - vor allem auf dem Soft."

"Dafür sah der Longrun stark aus", sagt Shovlin weiter und sieht das als gutes Zeichen: "Das zeigt, dass die Grundperformance im Auto steckt. Du musst nur das Feintuning betreiben, um die Reifen in das richtige Fenster für die einzelne Runde in Q3 zu bekommen."

Gleiches sagt auch Hamilton, der überrascht war, dass die Strecke in Dschidda von Beginn an eine Menge Grip bot, auch wenn es durch den Staub nicht so aussah. "Ich habe sofort gemerkt, dass der Grip sehr, sehr hoch ist", sagt er. "Wir waren jetzt in der Session nicht sonderlich schneller als da, wo wir zum ersten Mal rausgefahren sind."

In der Zwischenzeit hatte Mercedes aber einige Versuche mit dem Set-up unternommen. "Generell bin ich zufrieden", sagt der Brite, weiß aber noch nicht, in welche Richtung er für den Rest des Wochenendes gehen möchte. "Wir werden das über Nacht analysieren und mit den Jungs in der Fabrik arbeiten, um sicherzustellen, dass wir morgen das richtige Set-up haben werden."

"Wir haben einige Ideen und verstehen unser eigenes Problem", betont Shovlin.

Reifen halten besser als gedacht

Ein weiteres Thema dürften am Wochenende die Reifen sein. Pirelli hat die mittleren Mischungen C2 bis C4 zur Premiere nach Dschidda mitgebracht, doch laut den Fahrern ist der Unterschied zwischen den Mischungen gar nicht so groß.

 

"Das ist zumindest das Gefühl", merkt Valtteri Bottas an, der den Freitag auf Platz zwei abschloss. "Alle Mischungen scheinen gut zu sein, und die schnellen Runden von mir und Lewis waren auf dem Medium."

Die größte Überraschung war aus seiner Sicht aber am Freitag, dass die Reifen deutlich besser gehalten haben als gedacht. "Ich bin mir nicht sicher, dass wir im Rennen viele Boxenstopps erleben werden", so der Finne. Nur eine Ausnahme scheint es zu geben: "Der weiche Reifen ist vielleicht ein wenig zu weich für die schnellen Abschnitte", sagt Hamilton. "Er scheint etwas einzugehen."

Frischer Motor wird "messbarer Schritt"

Generell kann Mercedes aber mit Optimismus an das Rennwochenende gehen. Das Team sieht im Qualifying den Schlüssel zum Rennerfolg, und dort kann Hamilton wieder auf seinen frischen Motor bauen, der laut Shovlin einen "messbaren Schritt" darstellen sollte. Mercedes' Ziel ist ganz klar, ein Auto zu bauen, das im Qualifying auf Pole fährt und auch im Rennen am schnellsten ist.

"Das müssen wir über Nacht machen", sagt Shovlin. "Wenn wir Lewis das geben, dann sollte er den Job erledigen. Wenn wir das gleiche auch Valtteri geben, dann ist er mit Sicherheit auch vorne dabei."

Ein Doppelsieg würde die WM-Ausgangslage vor Abu Dhabi etwas komfortabler machen, doch wie schnell es in Saudi-Arabien schiefgehen kann, hat Charles Leclerc mit seinem Abflug gezeigt: "Wir haben gesehen, dass der Kurs nichts verzeiht, wenn du einen Fehler machst. Das sorgt für etwas Ungewissheit", so Shovlin.

Ein gutes Auto würde den Fahrern aber helfen, Fehler zu vermeiden. Dann müssten sie zwar im Qualifying pushen, "aber im Rennen könnte das Überholen schwierig werden. Es gibt daher Phasen, in denen sie managen und auf das Auto und die Reifen aufpassen können."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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