MotoGP-Rennen Misano: Bagnaia feiert Heimsieg über Quartararo

Nach dem Premierensieg in Aragon triumphiert Francesco Bagnaia auch beim Heim-Grand-Prix in Misano und hält dem Druck von Fabio Quartararo stand

MotoGP-Rennen Misano: Bagnaia feiert Heimsieg über Quartararo

Francesco Bagnaia (Ducati) feiert bei seinem Heim-Grand-Prix in Misano einen souveränen Start-Ziel-Sieg und hält dem Druck von Fabio Quartararo (Yamaha) auf den Schlussrunden stand. Enea Bastianini (Avintia-Ducati) zeigt eine starke Aufholjagd und erkämpft sich mit Platz drei sein erstes MotoGP-Podium.

MotoGP 2021 in Misano:

Vor dem Rennen herrschte nicht nur in der Startaufstellung, sondern auch der Boxengasse geschäftiges Treiben. Da es zu regnen drohte, wurden die Zweitbikes für ein mögliches Flag-to-Flag-Rennen vorbereitet. Auf der Strecke stellten sich alle mit Slicks auf. Vorne setzte die Mehrheit auf hard, hinten teilte sich das Feld in soft/medium.

Wie in Aragon standen Bagnaia, Teamkollege Jack Miller und Quartararo in Reihe eins. Die zweite Reihe gehörte Jorge Martin, Johann Zarco (Pramac-Ducati) und Pol Espargaro. Marc Marquez (Honda) startete von Position sieben, Joan Mir (Suzuki) von elf.

Bagnaia vom Start weg in Führung

Bagnaia entschied den Start für sich und bog als Führender in die erste Kurve ein. Quartararo fuhr auf Platz zwei vor, wurde aber gleich wieder von Miller kassiert. Marquez verbesserte sich auf Rang vier. Verlierer des Starts war Zarco, der nach nur einer Runde nicht mal mehr in den Top 10 rangierte.

An der Spitze legte Bagnaia aus dem Stand die stärkste Pace vor und baute in wenigen Runden einen Vorsprung von mehr als einer Sekunde auf. Miller hielt sich an zweiter Stelle, während sich Martin und Quartararo um Platz vier duellierten. Marquez fiel auf Platz sechs noch hinter Aprilia-Pilot Aleix Espargaro zurück.

 

In Runde drei verschätzte sich Martin in Kurve 14 und sorgte für den ersten Sturz. Der Rookie fuhr zunächst zwar weiter, lag aber einige Sekunden hinter dem Petronas-Yamaha-Duo Valentino Rossi und Andrea Dovizioso auf dem letzten Platz.

Bastianini früh auf dem Vormarsch

Vorne bestimmte Bagnaia das Tempo. Miller und Quartararo folgten ihm im Abstand von jeweils einer Sekunde. In der Verfolgergruppe dahinter sorgte Bastianini auf seiner zwei Jahre alten Ducati für Furore. Von Platz zwölf gestartet kämpfte er sich vorbei an Aleix Espargaro und Marc Marquez und übernahm Rang vier.

Sein Rückstand auf Quartararo lag jedoch bereits bei mehr als zweieinhalb Sekunden. Nach einem Fehler von Miller wuchs auch der Vorsprung von Bagnaia an der Spitze auf fast drei Sekunden an. Quartararo kam Miller wieder näher und legte ihn sich zur Rennmitte zurecht, um als neuer Zweiter Bagnaias Verfolgung aufzunehmen.

Miller verlor zusehends den Anschluss, während Bastianini die schnellsten Rennrunden fuhr und in Windeseile aufholte. Bei noch neun Runden hatte der Rookie die Lücke geschlossen und zog an Miller vorbei. Damit lag der Italiener auf Podestkurs.

Quartararo kommt noch einmal ran

Währenddessen wurde auch die Lücke zwischen Bagnaia und Quartararo an der Spitze kleiner. Letzterer schien auf dem Medium-Hinterreifen in der Schlussphase mehr Gummi übrig zu haben als Bagnaia auf dem weichen Pneu. Fünf Runden vor dem Rennende schrumpfte der Abstand erstmals wieder auf unter eine Sekunde.

 

In den letzten Runden erhöhte Quartararo den Druck auf Bagnaia, zu einer Attacke kam es aber nicht mehr. Bagnaia verteidigte seine Führung mit 0,364 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Quartararo büßte damit zwar erneut Punkte gegenüber dem Ducati-Konkurrenten ein, liegt in der WM mit 48 Zählern mehr aber weiterhin vorn.

"Ich wusste, dass es mit dem weichen Hinterreifen ein bisschen schwierig werden könnte. Ich wollte mir einen Vorsprung herausfahren", erklärte Bagnaia seine Strategie. "Das hat geklappt, aber in den letzten Runden kam Fabio deutlich näher."

Quartararo: "Pecco in eigener Liga"

"Er war mit dem Medium-Reifen am Schluss ein bisschen besser aufgestellt, aber es hat trotzdem gereicht. Es war wieder mal perfekte Arbeit vom Team. Zwei Siege hintereinander, das ist unglaublich. Ich habe ein Stück gebraucht bis zum ersten Sieg, weil immer etwas dazwischen kam. Jetzt habe ich schon zwei und bin richtig glücklich."

Quartararo gab nach dem Rennen zu: "Ich hätte gerne um den Sieg gekämpft, aber 'Pecco' fuhr heute in einer eigenen Liga. Ich weiß nicht, wie er das macht mit den abgefahrenen Reifen. Ich habe immer noch 48 Punkte Vorsprung, also heißt es ruhig bleiben. Glückwunsch an ihn, denn er hat ein unglaubliches Rennen hingelegt."

Bastianini konnte sein Glück als Dritter kaum fassen. "Ich weiß nicht, ob mit diesem Motorrad viel mehr drin gewesen wäre. Aber ich kannte das Potenzial und habe im Rennen alles gegeben", sagt er freudestrahlend im Parc Ferme.

Marquez im Kampf mit Mir und Miller

Mit seiner 2019er-Ducati war er zeitweise schnellster Man auf der Strecke: "Nachdem ich Miller überholt hatte, dachte ich mir, jetzt greife ich richtig an. Dann hatte ich 'Pecco' und Fabio direkt vor mir, aber sie zu attackieren war heute nicht möglich. Das ist mein erstes Podium, ausgerechnet in Misano, was für mich ein magischer Ort ist."

Hinter Bastianini bildete sich in der Schlussphase eine Kampfgruppe aus drei Fahrern, in der sich Marc Marquez gegen Mir und Miller durchsetzte, um Platz vier einzufahren. Weil Mir auf der Schlussrunde die Tracklimits überschritt, büßte er nachträglich noch eine Position ein und fiel hinter Miller auf Rang sechs zurück.

 

Mirs Teamkollege Alex Rins hatte sich im Verlauf des Rennens zwar bis auf Platz fünf vorgekämpft, kam zehn Runden vor Schluss jedoch zu Sturz und ging leer aus - nach den starken Trainingsergebnissen ein enttäuschendes Ende für Suzuki.

Vinales mit ersten Punkten für Aprilia

Hinter den Top 6 komplettierten Pol Espargaro, dessen Bruder Aleix, Brad Binder (KTM) und Takaaki Nakagami (LCR-Honda) die Top 10. Michele Pirro eroberte bei seinem Wildcard-Start für Ducati Rang elf vor Zarco, der nach seinem schlechten Start auch noch eine Long Lap Penalty erhielt und nicht über Platz zwölf hinaus kam.

Maverick Vinales sammelte in seinem zweiten MotoGP-Rennen mit Aprilia als 13. erste Punkte. Honda-Tester Stefan Bradl und sein Markenkollege Alex Marquez fuhren auf den Plätzen 14 und 15 die letzten Zähler ein.

Mit Ausnahme von Quartararo verlief das Rennen für Yamaha enttäuschend. Rossi machte von Startplatz 23 - auch begünstigt durch Stürze - ein paar Positionen gut, mehr als Rang 17 noch hinter Danilo Petrucci (Tech-3-KTM) war aber nicht drin.

Franco Morbidelli, der noch immer mit einer Knieverletzung zu kämpfen hat, beendete sein erstes Rennen als Yamaha-Werksfahrer auf Platz 18. Rückkehrer Andrea Dovizioso wurde Letzter. Er rangierte hinter Luca Marini (Avintia-Ducati) und Miguel Oliveira (KTM) und hatte im Ziel 42 Sekunden Rückstand auf Rennsieger Bagnaia.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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