Österreich-Doppel auch 2021: Vorfreude, aber auch Kritik im MotoGP-Feld

Dass auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg auch 2021 zweimal gefahren wird, wird von den MotoGP-Piloten teils begrüßt, aber auch kritisch gesehen

Österreich-Doppel auch 2021: Vorfreude, aber auch Kritik im MotoGP-Feld

Als der MotoGP-Kalender 2021 in seiner ursprünglichen Version veröffentlicht wurde, tauchte der Red-Bull-Ring in Spielberg nur einmal auf, nämlich als Austragungsort für den Grand Prix von Österreich am 15. August.

Im Zuge der Kalender-Updates, die es auch in diesem Jahr aufgrund der Coronavirus-Situation in diversen Ländern gibt, hat man aber wie schon 2020 ein zweites Spielberg-Rennen angesetzt. Dieses steigt am 8. August als Grand Prix der Steiermark und wird die zweite Saisonhälfte eröffnen.

"Ehrlich gesagt hätte ich lieber sechs Wochen Sommerpause gehabt", grinst Ducati-Pilot Jack Miller, dem es aber aufgrund der für Australien geltenden Einreisebeschränkungen ohnehin nicht möglich war, die Sommerpause für einen Heimatbesuch zu nutzen.

Jack Miller: Alle Ducati-Fahrer mit "Lächeln im Gesicht"

In aller Ernsthaftigkeit fügt Miller aber hinzu: "Ich habe natürlich nichts gegen Spielberg. Als das zweite Rennen bekannt gemacht wurde, hatte wohl jeder Ducati-Fahrer ein Lächeln im Gesicht." Damit spricht Miller auf die Tatsache an, dass der Red-Bull-Ring als Ducati-Strecke gilt.

Andrea Iannone

2016: Andrea Iannone eröffnet die Ducati-Siegesserie in Spielberg, die bis 2020 hielt

Foto: GP-Fever.de

Seit die Motorrad-WM zur Saison 2016 nach fast 20 Jahren Pause an die schnelle Strecke in Österreich zurückgekehrt ist, wurden fünf der sechs Rennen von Ducati-Piloten gewonnen.

Andrea Dovizioso siegte dreimal (2017, 2019 und 2020), Andrea Iannone (2016) und Jorge Lorenzo (2018) je einmal. Der Sieg im zweiten Rennen 2020 ging an Miguel Oliveira auf der Tech-3-KTM, womit Ducatis Siegesserie gestoppt wurde.

Kein neues Spielberg-Layout für 2021, aber für 2022

In diesem Jahr gibt es also wieder zwei Rennen in Spielberg. Das an den beiden Wochenenden befahrene Layout ist identisch mit jenem aus dem vergangenen Jahr. Infolge des Horrorunfalls mit Johann Zarco, Franco Morbidelli, Maverick Vinales und Valentino Rossi in der Spitzkehre (Kurve 3) hatte es zwar die Überlegung geben, für dieses Jahr eine Schikane zu bauen. Zumindest für 2021 hat man das aber nicht in die Tat umgesetzt.

Renn-Action beim GP Steiermark 2020 auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg

Die Anfahrt zur engen Kurve 3 ist genauso schnell wie sie 2020 war - noch

Foto: Motorsport Images

"In der Sicherheitskommission wurden bezüglich Österreich unterschiedliche Optionen durchgesprochen", bemerkt Aprilia-Pilot Aleix Espargaro und blickt voraus: "Leider wird es für 2021 keine Modifikationen geben. Für 2022 aber wird es welche geben."

Miller sagt zum Thema Sicherheit: "Ich hätte es lieber gesehen, wenn sie nach der ersten Kurve eine Schikane errichtet hätten, um das Tempo zu reduzieren. Das war aber in der zur Verfügung gestandenen Zeit offenbar nicht möglich. Ich glaube zwar nicht, dass es nochmals solche Flugeinlagen wie voriges Jahr geben wird. Gegen eine Schikane, um ein bisschen Tempo herauszunehmen, hätte ich aber trotzdem nichts gehabt."

Mir ruft zu Umsicht auf - Aleix Espargaro mag keine Doppel

Titelverteidiger Joan Mir in diesem Zusammenhang ruft zur Umsicht im Fahrerfeld auf: "Umbauten wird es für dieses Jahr nicht geben. Um eine gefährliche Situation, wie es sie im vergangenen Jahr gab, zu vermeiden, wird es einfach wichtig sein, nichts Dummes zu machen. Wir müssen verantwortungsvoll fahren."

Unfall: Franco Morbidelli, Maverick Vinales, Valentino Rossi

Die große Schreckssekunde im August 2020: Der Horrorcrash in Kurve 3

Foto: Motorsport Images

Und Espargaro, der "nicht glücklich" darüber ist, "zwei Rennen ohne Modifikationen dort zu fahren", merkt noch an, dass er das Spielberg-Doppel nicht nur aufgrund der Gefahr lieber nicht im Kalender gesehen hätte: "Ich weiß, dass man bei der Dorna das Möglichste versucht, um diese Weltmeisterschaft in Zeiten von COVID durchzuführen. Ich persönlich bin aber kein großer Freund davon, zweimal im Jahr auf derselben Strecke zu fahren."

Diese Meinung vertritt der Spanier übrigens nicht nur bezogen auf den Red-Bull-Ring in Spielberg. "Als wir im vergangenen Jahr zweimal Aragon im Kalender hatten, fand ich das auch nicht gut, obwohl es meine Lieblingsstrecke ist", so Espargaro.

Nach aktuellem Stand der Dinge ist Spielberg eine von drei Strecken, die im MotoGP-Kalender 2021 zweimal befahren werden. Gleich zu Saisonbeginn gab es zwei Rennen auf dem Losail International Circuit in Katar. Und im November wird man ein zweites Mal auf dem Algarve International Circuit in Portimao (Portugal) fahren, wo bereits im April ein Rennen stattfand. Das zweite Portimao-Rennen ist aufgrund der Absage des Grand Prix von Australien in den Kalender gerückt.

Weiterer Co-Autor: Mark Bremer, Germán Garcia Casanova. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
Max Biaggi rät Aprilia zu jungem Teamkollegen für Aleix Espargaro

Vorheriger Artikel

Max Biaggi rät Aprilia zu jungem Teamkollegen für Aleix Espargaro

Nächster Artikel

Valentino Rossi 2022 doch im VR46-Team? Was Marini und Uccio dazu sagen

Valentino Rossi 2022 doch im VR46-Team? Was Marini und Uccio dazu sagen
Kommentare laden