Quartararo: Erklärung für P15 im Regen, Rätseln über Sturz bei Trockenheit

MotoGP-Weltmeister Fabio Quartararo kommt am Valencia-Freitag nicht zurecht und erklärt, was ihn daran am meisten nervt - Zusammenhang mit WM-Titel sieht er nicht

Quartararo: Erklärung für P15 im Regen, Rätseln über Sturz bei Trockenheit

Seitdem Fabio Quartararo vor drei Wochen beim Grand Prix der Emilia-Romagna in Misano frühzeitig den WM-Titel in der MotoGP-Saison 2021 sichergestellt hat, läuft bei ihm nicht mehr viel nach Plan. Dass es mit dem WM-Titel zusammenhängen könnte, glaubt der Yamaha-Werkspilot aber nicht.

Der Trainingstag zum Saisonfinale in Valencia stand am Freitag im Zeichen eines verregneten Vormittagstrainings (FT1) und eines bei trockenen, aber kühlen Bedingungen ausgetragenen Nachmittagstrainings (FT2).

Quartararo schloss den Tag auf P11 ab und wäre somit nach aktuellem Stand der Dinge nicht direkt für Q2 qualifiziert. Dass der Weltmeister am Nachmittag auf trockener Piste nicht in die Top 10 kam, lag nicht zuletzt an einem Sturz, der ihm bei den niedrigen Temperaturen (21 Grad Celsius Luft, aber nur 13 Grad Celsius Asphalt) in Kurve 2 passiert ist.

 

In eben dieser Kurve 2 klappte Quartararo ohne Vorwarnung das Vorderrad seiner Yamaha ein. Der Franzose blieb bei dem harmlosen Sturz unverletzt, macht sich aber Sorgen, weil er sich den Sturz nicht erklären kann.

Sturz und Beinahe-Sturz: Im FT2 bei Trockenheit "komplett verloren"

"Ich war heute komplett verloren", gesteht Quartararo. "Ich bin gestürzt und weiß nicht, warum. Das ist das Schlimmste, wenn du zu Boden gehst und nicht weißt, was der Grund dafür ist. Es lief alles normal, als mir das Vorderrad plötzlich ganz aggressiv weggerutscht ist. Es ist so schlagartig eingeklappt, dass ich es nicht verstehe."

Zwar setzte der Yamaha-Star das Training nach dem Sturz noch fort, klagt aber dass er auch dann "kein Gefühl hatte". Dies wurde deutlich, als er in den Schlussminuten von FT2 um ein Haar noch einmal gestürzt wäre. In Kurve 5 verlor Quartararo abermals schlagartig den Grip an seiner Yamaha und blieb nur mit einem artistischen Save sitzen.

 

Seinen Frust brachte Quartararo auch nach dem Beinahe-Sturz noch auf dem Bike sitzend klar zum Ausdruck. "Ich hatte überhaupt kein Gefühl. Das ist es, was mich am meisten nervt", sagt er hinterher. Tatsächlich fühlt sich der Yamaha-Pilot am Freitag an seine beiden verkorksten Valencia-Wochenenden aus der Saison 2020 erinnert. "Im vergangenen Jahr war es genau das Gleiche, nämlich ein Desaster", sagt er.

"Das Bike war heute einfach extrem aggressiv. Ich konnte es nicht so fahren wie ich es das gesamte Jahr über tun konnte", rätselt Quartararo, der auf dem Weg zu seinem vorzeitigen Titelgewinn fünf Saisonsiege erzielt hat. Mit Blick auf Samstag sagt er: "Wir müssen etwas finden, denn so ist es wirklich schwierig, vernünftige Rundenzeiten zu fahren und konstant zu sein. Wir sind richtig langsam und müssen eine Lösung finden."

Quartararo glaubt nicht an Zusammenhang mit WM-Titel

Schon am vergangenen Wochenende in Portimao lief es für Quartararo - zumindest im Qualifying und im Rennen - nicht nach Plan. Nachdem er sich dort nur für den siebten Startplatz qualifiziert hatte, legte er in seinem ersten Rennen als feststehender Weltmeister an siebter Stelle liegend einen Sturz über das Vorderrad hin und verbuchte seine erste Nullnummer der Saison.

Sturz von Fabio Quartararo beim GP Algarve 2021 in Portimao

Vorigen Sonntag in Portimao stürzte Quartararo im Rennen auf P7 liegend

Foto: Motorsport Images

Einen Zusammenhang zwischen dem WM-Titel und seiner seither schwierigen Phase sieht Quartararo aber nicht. "Es hat nichts damit zu tun", meint er und führt an: "In Portimao war ich Schnellster im FT1, war Schnellster im FT2 und hatte im FT3 als Zweiter nur eine Tausendstelsekunde Rückstand."

"Wir waren dort also von Beginn an voll dabei, hatten dann aber ein paar Probleme. Hier [in Valencia] hingegen fehlt uns komplett das Gefühl. Ich glaube aber nicht, dass es etwas mit dem in Misano errungenen Titel zu tun hat", so der Franzose.

Für P15 im FT1 bei Regen eine klare Erklärung

Dass er in Valencia im FT1 auf nasser Strecke mit 1,5 Sekunden Rückstand auf die Spitze gar nur auf P15 abgeschnitten hat, führt Quartararo auf die Umstände zurück: "Unsere Regenabstimmung braucht einiges an Zeit, bis sie fertig ist. Unsere Wettervorhersage hatte erwarten lassen, dass es nicht regnen würde. Dann aber fing es fünf Minuten vor dem Ende des Moto3-Trainings doch an zu regnen. Wir hatten dann einfach keine Zeit mehr, alle Einstellungen am Bike zu ändern."

 

"Ich ging mit Einstellungen, die nicht perfekt waren, in das Training", denkt Quartararo an den verregneten Vormittag zurück und stellt heraus: "Tatsächlich aber habe ich nur im letzten Sektor wirklich viel Zeit verloren. Bis zum dritten Sektor fehlten mir nur acht Zehntelsekunden. Das war nicht großartig, aber auch kein Desaster. Die Erklärung für [P15] vormittags ist, dass wir einfach keine Zeit hatten, das Bike umzubauen."

Dass er am Nachmittag auf trockener Piste die Top 10 ebenfalls verpasst hat, weil er "kein Gefühl hatte", bereitet Quartararo schon deutlich mehr Kopfzerbrechen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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