Toto Wolff mahnt: Kosten im Nachwuchsbereich sind "absurd"

"Das muss aufhören", fordert Mercedes' F1-Teamchef Toto Wolff mit Verweis auf die Kosten im Kart- und Formelsport, bricht aber auch Lanze für die Milliardärskinder

Toto Wolff mahnt: Kosten im Nachwuchsbereich sind "absurd"

Nachdem Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton die aktuelle Ära im Motorsport als "Zeitalter eines Clubs der Milliardäre" bezeichnete und zu bedenken gab, dass ein Aufstieg wie sein eigener - nämlich aus einer Arbeiterfamilie heraus - heutzutage nicht mehr möglich sei, prangert nun auch Hamiltons Boss Toto Wolff diesen Missstand an.

Und der Chef des erfolgreichen Mercedes-Rennstalls in der Formel 1 prangert nicht nur an, sondern regt an, etwas dagegen zu unternehmen. "Ich finde, wir können etwas tun, damit der Rennsport im Nachwuchsbereich bezahlbarer wird", sagt Wolff und meint damit, dass "Kids, die nicht über die finanziellen Möglichkeiten verfügen, trotzdem in den Nachwuchsformeln erfolgreich sein können, sodass die großen Formel-1-Teams auf diese Kids aufmerksam werden können".

Derzeit freilich sieht die Realität anders aus. "Eine gute Saison im Kartsport kostet 250.000, eine Saison in der Formel 4 beläuft sich auf 500.000 und eine Saison in der Formel 3 auf eine Million", sagt Wolff, der bei derartigen Angaben üblicherweise in Euro rechnet. Angesichts der Zahlen steht für ihn fest: "Das ist völlig absurd." Und: "Das muss aufhören."

Toto Wolff

Toto Wolff findet die aktuellen Kosten im Nachwuchsbereich "völlig absurd"

Foto: Motorsport Images

Im Fahrerfeld der laufenden Formel-1-Saison 2021 gibt es drei Fahrer, die zu dem von Hamilton angesprochenen "Club der Milliardäre" gehören, da ihre Väter ebensolche Milliardäre sind: Nicholas Latifi, Nikita Masepin und Lance Stroll.

Latifi, Masepin und Stroll haben den Sprung in die Formel 1 nicht zuletzt dank der finanziellen Unterstützung ihres jeweiligen Vaters geschafft. Die meisten ihrer aktuellen Fahrerkollegen hingegen waren beim Aufstieg aus den Nachwuchsformeln auf finanzielle Unterstützung von Sponsoren und/oder Herstellern angewiesen.

Ohne die speziellen Nachwuchsprogramme von Red Bull, Ferrari und Co. hätte es so mancher der aktuellen Formel-1-Piloten nicht bis in die Königsklasse geschafft beziehungsweise überhaupt schaffen können.

Diesem Trend will Wolff früher oder später ein Ende setzen und auch den klassischen Weg wieder ermöglichen. Allerdings bricht er in diesem Zusammenhang auch eine Lanze für die Milliardärskinder: "Ich bezweifle, dass es für Kids aus privilegierteren Verhältnissen jederzeit einfach ist. Sie haben ihre eigenen Dämonen, gegen die sie kämpfen müssen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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