Porsche-Protest in Bahrain abgewiesen: Fall geht an das FIA-Berufungsgericht!

Der Porsche-Protest bei den 8h Bahrain läuft ins Leere: Ferrari bleibt vorerst Champion in der GTE-Pro-Klasse der WEC - Berufung ist möglich

Porsche-Protest in Bahrain abgewiesen: Fall geht an das FIA-Berufungsgericht!

Porsche ist mit seinem Protest gegen Ferrari beim WEC-Finale in Bahrain nicht durchgekommen! Die Stewards gaben in der Nacht von Samstag auf Sonntag bekannt, dass sie den Protest der Zuffenhausener abgewiesen haben. Die Entscheidung der Sportkommissare fechten die Zuffenhausener nun vor dem Internationalen Berufungsgericht der FIA an.

Porsche hatte den Protest eingelegt, nachdem das Ferrari-Duo James Calado/Alessandro Pier Guidi erst durch einen mutmaßlichen Abschuss der #92 (Estre/Jani/Christensen) zwölf Minuten vor Rennende die Führung übernommen hatte. Michael Christensen konnte die Fahrt nach kurzer Standzeit in der Auslaufzone von Kurve 14 fortsetzen.

In der Folge wurde von Rennleiter Eduardo Freitas ein Platztausch angeordnet. Gerade, als Pier Guidi Christensen vorbeilassen wollte, ging dieser für einen letzten Splash an die Box. Pier Guidi kam eine Runde später rein und blieb bei der Ausfahrt knapp vor Christensen. Der Ferrari-Pilot fuhr daraufhin Rennen und WM-Titel nach Hause. Bei einem Porsche-Erfolg im Rennen hätten die Zuffenhausener die WM-Krone geholt.

So begründet Porsche seinen Bahrain-Protest

Porsche begründet seinen Protest damit, dass Anhang L, Kapitel V, Artikel 2b des Internationalen Sporting-Codes nicht eingehalten worden wäre. Demnach werfen sie Rennleiter Eduardo Freitas vor, den Platztausch eigenmächtig und ohne Meldung an die Stewards ausgesprochen und dann wieder zurückgenommen zu haben.

Die Stewards folgten dieser Argumentation nicht und wiesen den Protest ab. In der Urteilsbegründung heißt es: "Tatsächlich wurden alle Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Vorfall zwischen Fahrzeug 51 und 92 in Kurve 14 den Sportkommissaren vom Rennleiter gemeldet, von den Sportkommissaren untersucht und in Übereinstimmung mit dem Rennleiter getroffen."

"Der Vorfall wurde mündlich und mit Videobeweis gemeldet. Folglich wurden die Bestimmungen von Anhang L, Kapitel V, Artikel 2b eingehalten und die Sportkommissare werden den Protest zurückweisen."

Porsche enttäuscht, Berufung möglich

Bei Porsche herrscht nach dieser Entscheidung erst einmal Katerstimmung. "Es ist ein trauriger Tag für Porsche Motorsport", sagt der neue Motorsportchef Thomas Laudenbach in einer Pressemitteilung. "Unser Mitbewerber hat unser führendes Fahrzeug umgedreht und auf diese Weise gewonnen. Dass durch die Rennleitung zunächst eine Strafe ausgesprochen und dann wieder zurückgenommen wurde, können wir nicht nachvollziehen."

"Wir können die Entscheidung der Rennleitung nicht verstehen", fügt WEC-Einsatzleiter Alexander Stehlig hinzu. "Zunächst hieß es, dass die beiden führenden Autos nach dem Kontakt die Plätze tauschen müssen - unser Porsche wäre also wieder an die Spitze vorgerückt. Wenig später zog die Rennleitung diese Ansage während eines Boxenstopps unserer Nummer 92 zurück. So konnten wir unsere Ziele trotz eines fairen und offenen Kampfes nicht erreichen. Darum haben wir Protest eingelegt."

Gegen die Entscheidung der Stewards hat Porsche nun Berufung eingelegt, wie das Dokument des endgültigen Rennergebnisses auf der Timing-Seite der WEC verrät. Dort wurde vermerkt: "Unter Vorbehalt der Berufung". Damit wandert der Fall an das Internationale Berufungsgericht des Automobil-Weltverbands. Die GT-Weltmeisterschaft wird also endgültig am Grünen Tisch entschieden.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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