Esteban Ocon: Mit neuem Chassis zurück zu alter Stärke

Esteban Ocon hat beim Formel-1-Qualifying in Silverstone seine Form wiedergefunden, der Rückstand auf Fernando Alonso ist nur noch marginal

Esteban Ocon: Mit neuem Chassis zurück zu alter Stärke

Neues Chassis, alte Stärke: Formel-1-Pilot Esteban Ocon scheint nach einem wochenlangen Tal seine Form wiedergefunden zu haben. Nachdem er zuletzt zweimal in Folge bereits in Q1 ausgeschieden war und er im teaminternen Alpine-Duell gegen Fernando Alonso jüngst kein Land gesehen hatte, fand der Franzose in Silverstone wieder Anschluss.

Ocon belegte im Qualifying für den Sprint zwar nur den 13. Platz und musste sich erneut Alonso (Platz elf) geschlagen geben, doch der Rückstand auf den Spanier betrug weniger als eine Zehntelsekunde. "Ich bin glücklich. In Österreich waren wir eine Sekunde von der Pace weg, aber hier waren wir dort, wo das Auto sein soll. Es war ein massiver Schritt", sagt Ocon.

Die Entscheidung, Ocon nach dessen gewaltigen Problemen in Österreich ein neues Chassis zur Verfügung zu stellen, scheint sich ausgezahlt zu haben. "Ich muss dem Team für ihren Job, den sie die gesamte Woche über getan haben, danken. Sie haben gesucht und probiert, um alle Zweifel zu beseitigen. Und jetzt haben wir definitiv mehr Pace", sagt Ocon.

Alpine entdeckte Problem an der Aufhängung

Exekutivdirektor Marcin Budkowski erklärt den Prozess, der in den vergangenen Tagen in der Fabrik in Enstone ablief. "Esteban hatte ein paar enttäuschende Wochenenden. In Q1 auszuscheiden ist weder etwas, das er will noch das Team. Also haben wir im Werk und mit den Ingenieuren daran gearbeitet, um zu verstehen, ob es ein Problem gibt und wenn ja, was wir tun können", schildert er.

Da nun das der Fabrik am nächsten gelegene Rennen in Silverstone stattfindet, entschied sich Alpine zu zahlreichen Änderungen an Ocons Auto, darunter ein neues Chassis. Ein großes Problem habe das Team bei der Untersuchung allerdings nicht festgestellt, zumindest nicht am Chassis. "Wir haben ein kleines Problem an der vorderen Aufhängung gefunden", erklärt Budkowski.

Zwar glaube das Team nicht, dass dieses Problem der Hauptgrund für Ocons fehlende Performance gewesen sei, aber es habe definitiv auch nicht geholfen. "Auf diesem Level zählt jede Kleinigkeit", stellt Budkowski klar.

Ocon erhielt auch neue Powerunit

Vor allem aber spiele auch die Psychologie eine Rolle. "Die Wahrheit ist, es ist ein anderes Rennwochenende, es ist fast ein anderes Auto für Esteban, es ist eine andere Strecke mit anderen Eigenschaften. Das ist die Gelegenheit, einen Neustart zu wagen und Österreich hinter uns und Esteban zu lassen", sagt er.

Zusätzlich zum neuen Chassis erhielt Ocon für das Wochenende in Silverstone auch eine neue Powerunit. Dieser Tausch hänge allerdings nicht mit den anderen tiefgreifenden Änderungen zusammen. "Wir managen den Pool, der uns bei den Motoren zur Verfügung steht. Wir haben drei Verbrennungsmotoren und zwei Batterie-Einheiten für das Jahr, und wir managen einfach diesen Zyklus", erklärt Budkowski.

Da Silverstone eine Highspeed-Strecke sei, mache es Sinn, hier zu wechseln. "Die Motoren verlieren Leistung, je länger sie im Einsatz sind", sagt der Pole. Bei den Auspuffsystemen, von denen den Fahrern insgesamt acht in dieser Saison zur Verfügung stehen, hat Ocon nun bereits das sechste in Gebrauch. Doch Budkowski macht sich keine Sorgen: "Stand jetzt erwarten wir in diesem Jahr keine Strafen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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