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F1-Strecke in Melbourne: Simulationen halfen bei Layoutänderungen

Im Albert Park in Melbourne stehen einige Veränderungen an: Wie diese erarbeitet wurden, erklärt der Grand-Prix-Verantwortliche im exklusiven Interview

F1-Strecke in Melbourne: Simulationen halfen bei Layoutänderungen

Auf der Formel-1-Strecke in Melbourne/Australien laufen derzeit umfangreiche Umbaumaßnahmen, die auf Basis von Simulationen und dem Feedback einiger Fahrer entworfen wurden, wie der CEO der Australian Grand Prix Corporation Andrew Westacott im Gespräch mit 'Motorsport.com' verrät.

"Die Art und Weise, wie wir an die Sache herangegangen sind, ist sehr ganzheitlich, breit gefächert und von Beratungen getragen", erklärt der Australier. "Die Strecke wurde 1995 angelegt und ist daher extrem veraltet, nicht nur was den Belag angeht, sondern auch die Autos haben sich weiterentwickelt."

Die Strecke sei deshalb einer "Evolution und Überprüfung" unterzogen worden. "Die Fahrer sagen oft, dass es eine großartige Stadt ist, tolle Zuschauer, ein schöner Ort zum Verweilen, ein großartiger Ort, um die Saison zu eröffnen", weiß Westacott, doch das Rennen können sich zuweilen etwas zähl anfühlen.

Melbourne will mehr Überholoptionen bieten

Deshalb sollen Layoutanpassungen in einigen Kurven für mehr Überholmöglichkeiten sorgen: "Wir wollten Gelegenheiten schaffen, um mutiges Fahren zu belohnen und Möglichkeiten bieten, um schlampiges oder schlechtes Fahren zu bestrafen."

"Die Neigung der Kurven ist nicht unbedingt in jedem Fall förderlich für Formel-1-Rennen", erklärt Westacott weiter. "Wenn es in der Mitte der Strecke eine Kuppe gibt, und Kurve 13 ist ein klassisches Beispiel, bedeutet das, dass die Kurve nach außen abfällt. Das macht es schwieriger, als wenn die Kurve am Scheitelpunkt eine fünfprozentige positive Neigung von links nach rechts hätte."

Simulationen hätten gezeigt, dass man mit einem höheren Geschwindigkeitsniveau in Kurve 13 und einer leichten Änderung der Geometrie der Kurve "eine legitime Überholmöglichkeit" schaffen könnte. "Außerdem werden dadurch die Kurven 11 und 12 anspruchsvoller, was ein wunderbarer Komplex ist, den die Fahrer lieben."

Neuer Asphalt für höheren Reifenverschleiß

Kommende Woche soll die Arbeit an den Layoutänderungen beginnen. Sie läuten Phase 2 des Umbauprozesses ein, nachdem in Phase 1 die Boxengasse um zwei Meter verbreitert wurde. Infolgedessen könnte das Tempolimit von 60 auf 80 km/h steigen.

Nach dem auf November verschobenen Rennen folgt dann Phase 3, die ein Neuasphaltierung der Strecke mit einem aggressiveren Belag vorsieht. Was den Reifenverschleiß betrifft, verortet Westacott Melbourne in der Mitte: "Es ist nicht die abrasivste, nicht die glatteste Strecke", so seine Einschätzung. "Wenn wir das überarbeiten, dann sollten wir es abrasiver machen. Das war ein wichtiger Punkt."

"Was wir tun, ist, mit der physikalischen Umgebung und den vorhandenen Einschränkungen zu arbeiten, um eine Strecke zu entwickeln, die dabei hilft, den Rennsport zu verbessern, wenn die Autos der Spezifikation 2022 ins Spiel kommen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Urheber Andrew van Leeuwen