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Qualifyingbericht

Formel-1-Qualifying China: Jetzt dominiert wieder Mercedes!

Verrückte Formel 1: Valtteri Bottas sichert sich die Pole in Schanghai hauchdünn vor Lewis Hamilton - Sebastian Vettel als erster Verfolger um drei Zehntelsekunden geschlagen

Polesitter Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1

Die Formel-1-Saison 2019 ist völlig verrückt: Nachdem Mercedes in Australien dominiert hat und Ferrari in Bahrain, gab beim dritten Qualifying in China wieder Mercedes den Ton an. Valtteri Bottas sicherte sich in Schanghai die Pole-Position, hauchdünn vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton, aber drei Zehntelsekunden vor dem Ferrari-Duo Sebastian Vettel und Charles Leclerc!

Zwischen den Mercedes-Fahrern ging es in der Entscheidung denkbar knapp zu. Nach dem ersten Q3-Run hatte Bottas 0,007 Sekunden Vorsprung auf Hamilton. Am Ende waren es 0,023. Hamilton hatte zwar im ersten Sektor noch Zwischenbestzeit aufgestellt, konnte seinen Vorsprung aber nicht über die Ziellinie retten.

Dass es überhaupt so knapp wurde, kam für Nico Rosberg überraschend. Er hatte Bottas zuvor zum klaren Pole-Favoriten erklärt: "Lewis war das ganze Wochenende nirgendwo, hat einen Fehler nach dem anderen gemacht. Aber als es drauf ankam, war er plötzlich da", staunt der 'Sky'-Experte über seinen ehemaligen Teamkollegen.

Hamilton lag in Q1 eine halbe Sekunde hinter Bottas, und in Q2 musste er einen zweiten frischen Medium-Reifensatz opfern, um nach einer vermurksten Runde auf Nummer sicher zu gehen. Aber in Q3 schien er plötzlich in Fahrt zu kommen: "Schade, dass die Session nicht noch ein bisschen länger gedauert hat", grinst der Weltmeister.

 

Bottas sei jedoch "echt stark" gewesen. Der Finne wirkt im Auftreten wieder ähnlich selbstbewusst wie in Australien, wenn er sagt: "Ich habe mich schon im Training wirklich wohlgefühlt. Die Runde war okay. Nicht ganz so, wie ich sie mir vorgestellt habe, aber für die Pole hat's gereicht."

Ferrari spielte im Kampf um die Pole keine Rolle. Schon im Abschlusstraining hatte sich angedeutet, dass Mercedes in Schanghai im Vorteil zu sein scheint. "Auf den Geraden sind wir nicht besonders schnell", räumt Hamilton ein. "In den Kurven dafür schon."

Vettel sorgte im letzten Run für eine Kontroverse, als er ausgangs der vorletzten Kurve am Red Bull von Max Verstappen vorbeiging, als sich eigentlich alle für die letzte Attacke einfädeln sollten. "Das Team hat mir gesagt, dass wir nur zehn Sekunden Puffer hatten. Also habe ich mich beeilt", versteht der Ferrari-Star die Aufregung nicht.

Verstappen sieht das weniger entspannt: "Wir haben ein Gentlemen's Agreement, dass man im letzten Sektor nicht überholt. Ich bin dem Ferrari vor mir [Leclerc] gefolgt und wollte nur nett sein. Das habe ich jetzt davon. Es nervt mich, weil ich Dritter werden hätte können."

Stattdessen fuhr er nach dem Chaos zu spät über die Ziellinie, als die Ampel schon rot war. "Das werde ich nicht vergessen", warnt Verstappen. "Vielleicht werde ich es beim nächsten Mal genauso machen!"

Die beiden Red Bulls sicherten sich programmgemäß die dritte Startreihe. Zwischen Verstappen und Pierre Gasly lagen 0,841 Sekunden. "Ich bin zufrieden mit der Position, aber nicht mit meiner Leistung", seufzt Gasly, der spürt, dass sein Team langsam ungeduldig wird. Nach der erneut bescheidenen Leistung sagt er: "Vielleicht muss ich meinen Fahrstil ändern."

Charles Leclerc, der tragische Held von Bahrain, fand hingegen rechtzeitig seinen Rhythmus. Am Freitag hatte er die Longrun-Tests wegen eines Checks am Kühlsystem auslassen müssen. Aber im Qualifying lieferte er ab, als es drauf ankam. Obwohl er nicht hundertprozentig zufrieden ist: "Ich habe in der letzten Runde einen Fehler gemacht. Das sollte nicht passieren."

Am Ende fehlten nur 17 Tausendstelsekunden auf Vettel, und so leistete Ferrari seinen Beitrag zu einem bemerkenswerten Team-Paarlauf im Schanghai-Qualifying. Reihe 1: 0,023 Sekunden zwischen den Silberpfeilen. Reihe 2: 0,017 Sekunden zwischen den Ferraris. Reihe 4: 0,004 Sekunden zwischen den Renaults.

Daniel Ricciardo schob sich erst auf den allerletzten Drücker noch an Nico Hülkenberg vorbei, der bis dahin das stärkere Rennwochenende abgeliefert hatte. Damit landeten die beiden vor dem Haas-Duo, das mangels frischer Reifen in Q3 gar nicht mehr auf die Strecke ging und sich mit den Positionen neun und zehn zufrieden gab.

"Das Auto ist wieder da, wo es hingehört. Jetzt wollen wir es mit Renault aufnehmen", berichtet Technikchef Günther Steiner. Im Rennen in Bahrain und in den Trainings an diesem Wochenende hatte man es nicht geschafft, das Temperaturfenster der Reifen richtig zu treffen. Aber je mehr die Asphalttemperatur im Qualifying sank, desto besser kam Haas in Schuss.

 

Bereits in Q2 hatte es die beiden McLaren-Piloten erwischt, ebenso Kimi Räikkönen. Bei Alfa Romeo streiken schon das ganze Wochenende die Ferrari-Antriebe. Räikkönen wurde letztendlich 13., Antonio Giovinazzi schied bereits in Q1 aus. Der Italiener hatte bereits das allererste Training am Freitag wegen technischer Probleme verpasst.

Immer noch besser als Alexander Albon (Toro Rosso), der nach seinem FT3-Crash gar nicht erst am Qualifying teilnehmen konnte. "Mir geht's gut", gibt er Entwarnung. "Ich bin sauer auf mich selbst. Ich habe einfach zu viel Gas gegeben. Schade, weil wir heute wirklich gute Chancen auf Q3 hatten." Teamkollege Daniil Kwjat wurde Elfter, 0,022 Sekunden hinter dem Top-10-Cut.

Ganz hinten landete - wie immer - das Williams-Duo. Und wie immer war George Russell schneller als Robert Kubica. Diesmal nur um ein paar Tausendstelsekunden, weil der Rookie eigenen Angaben nach seine Runde völlig verpatzte. Aber auch Kubica klagte am Boxenfunk: "Ich weiß nicht, was los ist. Unglaublich, wie das Auto übersteuert."

Mercedes-Teamchef Toto Wolff rechnet jetzt mit einem "unglaublich spannenden" Grand Prix von China: "Ich glaube, dass fünf Fahrer siegfähig sind." Favoriten sind die Mercedes-Stars. Sebastian Vettel gibt sich aber nicht geschlagen, denn: "Auf den Geraden haben wir einen Vorteil. Vielleicht bringt uns das was." Gerade im Rennen, mit DRS-Einsatz.

Dass das Pendel zwischen Mercedes und Ferrari bisher so extrem ausschlägt, ist indes höchst ungewöhnlich. "Es ist von Strecke zu Strecke anders", wundert sich 'ORF'-Experte Alexander Wurz. "Es kommt auf die Reifen an und auf die Aerodynamik-Philosophie. Kann gut sein, dass Ferrari morgen im Rennen ein bisschen schneller ist."

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