Haas-Teamchef Günther Steiner "vorsichtig optimistisch" für 2022

Das Haas-Team fährt der Musik in der Formel-1-Saison 2021 hinterher, doch Teamchef Günther Steiner blickt erwartungsfroh auf das kommende Jahr

Haas-Teamchef Günther Steiner "vorsichtig optimistisch" für 2022

Als einziges Team noch ohne Punkte, zwei Rookies, die erwartungsgemäß nicht immer fehlerfrei unterwegs sind und kaum Aussichten, dass sich bis Saisonende irgendetwas an der Situation ändert: Das Haas-Team um Teamchef Günther Steiner dürfte die Tage bis zum Saisonfinale im Dezember bereits zählen. Doch der US-Rennstall hatte sich bewusst für diesen Weg entschieden, 2021 als Übergangssaison zu nehmen.

"Ich denke, wir haben bislang unser Bestes gezeigt, was wir können", sagt Steiner im Interview mit der Globalausgabe von 'Motorsport.com'. Schlussendlich laufe die Saison mehr oder weniger so, wie die Beteiligten es erwartet hätten. "Ich würde es nicht als schlechtes Jahr bezeichnen, denn es ist nicht schlecht, wenn das eintritt, was du erwartest", so Steiner.

Die erfahrenen, aber auch nicht immer fehlerfreien Piloten Romain Grosjean und Kevin Magnussen wurden durch Mick Schumacher und Nikita Masepin ersetzt, Masepin brachte durch seinen Vater immerhin dringend benötigtes Geld mit ins Team. Auf technischer Seite ist Haas quasi mit dem Vorjahresboliden unterwegs, die Powerunit von Ferrari ist weiterhin nicht auf Spitzenniveau.

Ferrari hilft bei Infrastruktur und Personal

Der volle Fokus bei Haas liegt auf 2022, wenn die neuen Autos eingeführt werden. Im Hintergrund kümmert sich Simone Resta, der für dieses Jahr von Ferrari kam, um die Weiterentwicklung der technischen Anlagen bei Haas. In Maranello, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Scuderia, wird die neue Anlage aufgebaut.

 

"Vorsichtig optimistisch" sei Steiner deshalb mit Blick auf das kommende Jahr, wenn Ferrari auch bei der Powerunit wieder den Anschluss geschafft haben will. Nun gehe es aber darum, die Motivation trotz der ergebnistechnisch frustrierenden Wochenenden aufrechtzuerhalten. "Wenn man dort landet, wo wir jedes Wochenende sind, dann ist das hart. Das will ich gar nicht beschönigen", gibt Steiner zu.

Erst einmal gelang einem der beiden Fahrer in dieser Saison der Einzug in Q2. Mick Schumacher war das in Le Castellet, was jedoch auch mit einem Unfall des 22-Jährigen zu tun hatte, weshalb er gar nicht mehr am zweiten Qualifying-Abschnitt teilnehmen konnte.

Steiner hofft: Haas wieder im Mittelfeld

"Das Wissen, dass es nächstes Jahr hoffentlich besser werden wird, treibt jeden im Team an, weiterzumachen. Natürlich sind sie Samstag- oder Sonntagabend nicht glücklich, aber sie wissen, dass es enden wird und halten ihren Kopf oben", erklärt Steiner.

Zwar könne er nicht versprechen, dass das Team direkt wieder an die Leistungen aus dem Jahr 2018 anknüpfen werde, als das Team starker Fünfter in der Konstrukteurs-WM wurde, "aber wenigstens können wir wieder im Mittelfeld kämpfen", hofft er.

Die enge Beziehung zu Ferrari sei ein wichtiger Teil der DNA bei Haas. "Ferrari hat uns nie fallen gelassen", erklärt Steiner. Im Gegenteil: als Haas im Zuge der Pandemie einige Mitarbeiter entlassen musste, half Ferrari dem Team mit Personal, als die Budgetgrenze eingeführt wurde.

Umstieg von der Formel 2 sehr groß

"Das ist die einzige Sache, um die ich sie bitten kann, dass sie für uns da sind, wenn wir ihre Hilfe brauchen, damit wir weitermachen können. Und das sind sie. Aber ich habe keine Ahnung, wo sie jeden Tag sind und sie können uns bei der Entwicklung des neuen Autos auch nicht helfen", erklärt Steiner die Beziehung.

Auch auf Fahrerseite besteht diese, denn Schumacher gehört zur Nachwuchsakademie von Ferrari. Steiner sei durch sein Fahrerduo erst so richtig bewusst geworden, wie groß der Umstieg von der Formel 2 in die Formel 1 ist.

"Wenn man zurückschaut auf die Jungs, die aus der Formel 2 gekommen sind, dann haben sie alle etwas Zeit gebraucht, um sich daran zu gewöhnen, Dabei geht es nicht nur um das Fahren, sondern um das Drumherum", so der 56-Jährige.

Steiner: Gene Haas "gibt mir kein Highfive"

Fahrerisch würden beide sogar schneller Fortschritte machen als gedacht, lobt Steiner. "Aber der Rest braucht einfach Zeit, um sich daran zu gewöhnen, dass man so viele Leute um sich herum hat, die nach einem sehen und Dinge für einen erledigen. Sie denken immer: 'Oh, darum muss ich mich selbst kümmern.' Ja, das war in der Formel 2 so, als du nicht zehn Leute um dich herum hattest, die alles machen", so Steiner.

Der aktuelle Weg im Team würde auch von Besitzer Gene Haas mitgetragen, auch wenn der US-Amerikaner keine Freudensprünge mache. "Er gibt mir sonntags kein Highfive", sagt Steiner. "Als wir uns entschieden haben, was wir machen, habe ich klargestellt, was passieren wird", berichtet er: "Hoffentlich ist die Saison bald zu Ende."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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