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Ferrari bestätigt: Präsident Sergio Marchionne arbeitsunfähig

Sergio Marchionne, der bis vor wenigen Stunden noch Ferrari-Präsident war, ist offenbar schwer erkrankt – Seine Arbeitgeber benennen Nachfolger in zwei Stufen

Sergio Marchionne, CEO FIAT

Die am Samstagvormittag aufgekommenen Spekulationen um den Abschied Sergio Marchionnes als Ferrari-Präsident haben sich bestätigt. Wie Fiat-Chrysler, der frühere Mutterkonzern und jetzige Teilhaber von Ferrari, am Samstagabend mitteilt, befände sich der 66-Jährife aufgrund "unerwarteter Komplikationen im Anschluss an eine Operation" in einem "sich signifikant verschlechternden Gesundheitszustand".

Marchionne, der zum Jahresende in den Ruhestand hätte verabschiedet werden sollen, würde "seine Arbeit nicht mehr aufnehmen können", so die Stellungnahme. Zum neuen Geschäftsführer des Fiat-Chrysler-Konzerns wurde Mike Manley ernannt. Als neuer Ferrari-Präsident wurde John Elkann auserkoren, wobei das Amt des Geschäftsführers in Kürze von Louis Camilleri übernommen werden soll, nachdem der Vorstand auf einer kurzfristig angesetzten Sitzung zugestimmt hat.

Marchionnes kurzfristig einberufener Nachfolger Elkann äußerst sich betroffen. Nachfolgend das umfangreiche Statement des neuen Ferrari-Präsidenten im Wortlaut:

"Ich bin zutiefst betrübt, von Sergios Gesundheitszustand zu erfahren. Es ist eine Situation, die bis vor ein paar Stunden undenkbar war, und eine, die uns alle mit einem echten Gefühl der Ungerechtigkeit zurücklässt. Meine ersten Gedanken gehen an Sergio und seine Familie."

"Was mich an Sergio seit unserem ersten Treffen noch mehr als seine Managementfähigkeiten und seine ungewöhnliche Intelligenz beeindruckt hat, waren seine menschlichen Qualitäten, seine Großzügigkeit und die Art, wie er Menschen verstand."

"In den vergangenen 14 Jahren haben wir gemeinsam Erfolge und Schwierigkeiten erlebt, nicht nur interne und externen Krisen, sondern auch einzigartige und unwiederholbare Momente - sowohl persönliche als auch geschäftlich. Für so viele war Sergio ein aufgeklärter Anführer und ein beispielloser Bezugspunkt. Für mich war er jemand, mit dem ich Gedanken austauschen konnte und dem ich vertrauen konnte, ein Mentor und vor allem ein wahrer Freund."

"Er lehrte uns, anders zu denken und den Mut zur Veränderung zu haben, oft in unkonventioneller Weise, und er handelte stets verantwortungsbewusst für die Unternehmen und ihre Mitarbeiter. Er lehrte uns, dass die einzige Frage, die es wert ist, sich am Ende eines jeden Tages zu stellen, die folgende ist: Ob wir in der Lage waren, etwas zum Besseren zu verändern, ob wir in der Lage waren, einen Unterschied zu machen?"

"Und Sergio hat im Leben von so vielen Menschen einen Unterschied gemacht, wo immer ihn seine Arbeit hingebracht hat. Heute zeigt sich dieser Unterschied in der Kultur, die er in allen Unternehmen, in denen er tätig war, eingeführt hat. Eine Kultur, die zu einem integralen Bestandteil eines jeden von ihnen geworden ist."

"Die Nachfolgepläne, die wir gerade angekündigt haben, sind zwar persönlich nicht schmerzlos, garantieren aber ein Höchstmaß an Kontinuität, mit dem wir unsere Unternehmenskulturen bewahren. Es war mir eine Ehre, Sergio all die Jahre an meiner Seite zu haben. Ich bitte unter diesen Umständen alle um Verständnis und um Respekt für Sergios Privatsphäre und die derer, die ihm am Herzen liegen."

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