Mercedes: Ursache für Heckflügel-Regelverstoß ist geklärt

Was genau die Disqualifikation von Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton im Formel-1-Qualifying in Brasilien ausgelöst hat und wie sein Team mit der Situation umgeht

Mercedes: Ursache für Heckflügel-Regelverstoß ist geklärt

"Es ist, wie wir gedacht hatten: Der Flügel war kaputt." Das ist die Erkenntnis, die Mercedes gewonnen hat, nachdem es den Qualifying-Heckflügel von Lewis Hamilton aus Brasilien endlich selbst untersuchen konnte. Denn der Automobil-Weltverband (FIA) hat den Flügel inzwischen wieder zurückgegeben. Laut Mercedes-Teamchef Toto Wolff ist damit klar, was die Disqualifikation Hamiltons ausgelöst hat.

"Zwei Schrauben hatten sich im Qualifying gelöst. Deshalb war die rechte Seite nicht mehr regelkonform", erklärt Wolff. "Wir fielen durch beim Abstandstest auf der äußersten rechten Seite, aber bestanden links und in der Mitte. Nur rechts, um einen Bruchteil eines Millimeters, fielen wir durch."

Wolff selbst hatte schon in Brasilien davon gesprochen, dass der Fehler im Bereich von nur 0,2 Millimetern gelegen habe. Das entspricht ungefähr der Dicke von drei menschlichen Haaren.

Mercedes: Hamilton hatte dadurch keinen Vorteil

Hamilton, der in der Brasilien-Qualifikation die Bestzeit erzielt hatte, habe aber auf der Strecke nicht von dem fehlerhaften Heckflügel profitiert, meint Wolff: "Das hat sich wahrscheinlich sogar negativ auf die Rundenzeit ausgewirkt. Aber es ist, wie es ist."

Mercedes habe den Zwischenfall inzwischen "abgehakt", wenngleich sich Wolff noch immer nicht einverstanden zeigt mit dem Vorgehen der Formel-1-Verantwortlichen. FIA-Inspektor Jo Bauer hatte seinen Befund nach dem Qualifying direkt an die Sportkommissare weitergereicht, die Hamilton tags darauf nachträglich aus der Qualifikation ausschlossen.

Für Wolff ist das "ein ganz anderes Vorgehen in einem solchen Fall als früher", so erklärt er. In der Vergangenheit sei es möglich gewesen, solche "Beschädigungen noch im Parc ferme zu beheben". Mercedes sei diese Gelegenheit aber nicht eingeräumt worden, weil der Heckflügel nach der Untersuchung sofort konfisziert worden war.

Wolff beteuert: Brasilien-Disqualifikation ist abgehakt

"Das liegt aber jetzt hinter uns", sagt Wolff weiter. "Uns ist es gelungen, erfolgreich zurückzuschlagen. Ich wünschte nur, Lewis hätte mehr Punkte aus dem Sprintqualifying mitgenommen."

Darüber hinaus wisse man nun auch, was man für den weiteren Saisonverlauf zu erwarten habe. Wolff spricht davon, dass es durch die Heckflügel-Situation in Brasilien "in gewisser Weise einen Regel-Reset" gegeben habe und meint: "Wir machen jetzt das Beste daraus in den kommenden Grands Prix."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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