Mercedes: "Werden das Rennen nur schwer gewinnen können"

Wie sich Mercedes den Qualifying-Speed von Lewis Hamilton in Brasilien erklärt und welche Chancen man sich für das Formel-1-Rennen am Sonntag ausrechnet

Mercedes: "Werden das Rennen nur schwer gewinnen können"

Lewis Hamilton hat alle bisherigen Einheiten beim Formel-1-Grand-Prix in Brasilien 2021 (alle Sessions im kostenlosen Formel-1-Liveticker verfolgen!) bestimmt. Doch Mercedes-Teamchef Toto Wolff glaubt nicht an einen Durchmarsch seines Fahrers: Aufgrund der Rückversetzung in der Startaufstellung für das Rennen am Sonntag werde Hamilton "nur schwer gewinnen können", meint Wolff bei 'Sky'.

Überhaupt sei das Autodromo Carlos Pace in Sao Paulo eine Strecke, "die uns normalerweise nicht so liegt", sagt Wolff weiter.

Die jüngere Formel-1-Statistik seit der Einführung des Turbo-Hybrid-Reglements in der Saison 2014 spricht aus Mercedes-Sicht aber eine andere Sprache. Denn in sechs Rennen seither erzielte die Marke vier Siege, darunter drei Doppelsiege, acht Podestplätze und fünf Mal die Poleposition.

Wolff: Entscheidend wird der Start im Sprintrennen

Nun kam eine weitere Qualifying-Bestzeit dazu, weil Hamilton am Freitag in Sao Paulo unantastbar war. Wolff spricht bei einem Abstand von 0,438 Sekunden auf WM-Rivale Max Verstappen von Red Bull von einem "robusten Vorsprung für Lewis" und meint: "Das ist eine gute Ausgangsposition für das Sprintrennen."

Weil Verstappen dann von P2 losfährt, "geht alles um den Start", sagt Wolff. "Und wenn du den Start gut hinkriegst, bist du voll dabei." Und für Hamilton komme es darauf an, "im Sprintrennen das Beste daraus zu machen", weil am Sonntag die Motorenstrafe greift und Hamilton fünf Positionen in der Startaufstellung verliert. Daher sagt Wolff auch: "Lobe das Wochenende nicht vor dem Sonntag."

Hamiltons "schwieriger" Freitag in Brasilien

Zumal das Rennwochenende in Brasilien "schwierig" begonnen habe für Mercedes. Die Bestzeit im 1. Freien Training täuscht darüber hinweg, dass sich speziell Hamilton lange schwergetan hat auf der Rennbahn.

Mehrfach hatte sich der Titelverteidiger per Funk über eine "schlechte Vorderachse" beschwert. O-Ton: "Die Vorderachse springt über die Strecke." Und: "Bitte lasst euch was anderes einfallen für die Vorderachse."

In den Schoß gefallen ist Hamilton die Qualifying-Bestzeit also nicht. Er selbst gibt an, einen "schwierigen" Tag gehabt zu haben, betont aber auch: "Ich habe es geliebt."

"Wir arbeiten ja so hart, das Auto richtig hinzukriegen. Wenn man das Auto dann so hinbekommt, wie es uns heute gelungen ist, dann fühlt sich das großartig an. Das unterstreicht das tolle Teamwork in der Box und zuhause im Werk, damit wir alles aus dem Auto herausholen können", so Hamilton.

Mercedes zieht Genugtuung aus Freitagsform

Wie viel der neue Verbrennungsmotor im Heck des Hamilton-W12 zur Qualifying-Leistung beigetragen haben könnte, wollte Teamchef Wolff nicht näher beschreiben. Er sagte aber auf Nachfrage bei 'Sky': "Es ist nicht nur der Motor. Ich glaube, wir waren heute durch alle Ecken schneller im Qualifying."

Das sei "gut" für die Motivation im Team, "weil wir jetzt Performance gesehen haben", sagt Wolff weiter. "Und damit ist alles möglich."

Der Red Bull von Max Verstappen und die Mercedes von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas

Der Red Bull von Max Verstappen und die Mercedes von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas

Foto: Motorsport Images

Ob Hamilton jedoch auch für den Grand-Prix-Sieg am Sonntag in Frage kommt, das weiß der Mercedes-Teamchef nicht zu sagen. Wolff gibt sich eher skeptisch: "Ich glaube, unser Topspeed ist gut. Aber ob er gut genug ist, um an den anderen Autos vorbeizukommen, das ist wieder eine andere Sache." Realistischerweise werde es schwierig für Hamilton, als Erster die Linie zu kreuzen.

Hamilton schwärmt von seinem Qualifying

Der Mercedes-Fahrer selbst wiederum kündigt an, nichts unversucht zu lassen. Und er zieht viel Genugtuung aus dem Formel-1-Freitag in Brasilien: "Ich hatte mich eine Stunde lang mit den richtigen Set-up-Änderungen beschäftigt. Es ist verrückt, wie nervös man da wird."

"Oft kriegen wir es nicht hin, ich kriege es nicht hin. Heute aber ist es mir gelungen und das Auto war schön zu fahren. Es war so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Dadurch konnte ich Druck machen. Und ich sah immer nur lila, gewann immer mehr Zeit dazu."

Offen bleiben aber müsse, "ob sich das aufs Rennen übertragen wird", sagt Hamilton. Er schätze Red Bull über die Grand-Prix-Distanz "sehr stark" ein und setze seine Hoffnungen auch in seinen Teamkollegen: "Hoffentlich erwischt Valtteri [Bottas gegen Verstappen] einen guten Start." Hamilton selbst startet aufgrund der Rückversetzung im besten Fall als Sechster in den Grand Prix am Sonntag.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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