Pietro Fittipaldi: Trotz Grosjean-Crash kein Motoren-Handicap für Bahrain

Obwohl der Motor nach Romain Grosjeans Unfall hinüber ist, muss Pietro Fittipaldi laut Günther Steiner nicht unbedingt eine Motorenstrafe befürchten

Pietro Fittipaldi: Trotz Grosjean-Crash kein Motoren-Handicap für Bahrain

Dass der Motor von Romain Grosjean nicht mehr einsatzfähig ist, dürfte jedem klar sein, der die Unfallbilder am vergangenen Sonntag gesehen hat. Lediglich die MGU-K dürfte Haas noch einmal straffrei tauschen, dennoch heißt das nicht, dass Ersatzfahrer Pietro Fittipaldi am kommenden Wochenende eine Motorenstrafe zu befürchten hat.

"Ich habe noch nicht mit Ferrari gesprochen, aber ich glaube nicht, dass er eine Motorenstrafe erhalten wird", sagt Teamchef Günther Steiner. "Es sieht so aus, als hätten wir noch einen alten Motor, den wir verwenden können."

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Trotzdem steht Fittipaldi in Bahrain vor einer schwierigen Aufgabe. Zwar saß der Brasilianer für Haas regelmäßig im Simulator, große Erfahrung in einem Formel-1-Cockpit fehlt ihm aber - genau wie relevante Erfahrung in Juniorklassen: 2017 war er mit der Formel V8 3.5 zuletzt in einer wichtigen Nachwuchsserie unterwegs. 2019 fuhr er eine Saison in der DTM.

Und während Mercedes und Racing Point Fahrer mit Erfahrung als Ersatz verpflichtet haben und ihre jeweiligen Reservepiloten übergingen, hat Haas sich bewusst dafür entschieden, Fittipaldi eine Chance zu geben.

Steiner hatte eher die Befürchtung eines positiven COVID-19-Falls anstatt einer Verletzung und bestellte Fittipaldi daher für die drei Wochen in den Nahen Osten. "Zu Beginn sagte er, dass das eine lange Zeit sei, aber ich habe ihm gesagt, dass er nicht als Maskottchen hier ist, sondern eine Aufgabe hat, falls etwas passiert. Und darum konnte ich niemand anderes einsetzen als ihn", erklärt der Teamchef.

"Er hat eine Menge unternommen, um hier zu sein. Ihr denkt vielleicht, es ist cool, wenn sie herumhängen und nichts machen müssen. Aber nach einer Weile wird das selbst für einen 20-Jährigen langweilig", so Steiner.

Große Erwartungen will er dem Rookie in Sachir nicht aufdrücken. Er weiß, dass es angesichts von drei Saisonpunkten schwierig werden wird, mit dem Auto gute Ergebnisse einzufahren. "Vor allem da diese Strecke einfach aus drei Geraden besteht, die durch ein paar Kurven verbunden werden. Aber er ist ein paar Ovalrennen gefahren, vielleicht hilft ihm das."

Auch Teamkollege Kevin Magnussen habe seine Hilfe angeboten. "Wir versuchen ihm, so gut es geht zu helfen, damit er erfolgreich ist."

 

Steiner weiß, dass der Name Fittipaldi aufgrund von Opa Emerson eine gewisse Strahlkraft hat. "Emmo war in seiner Zeit ein Rockstar, und seinen Namen zu haben, ist gut", sagt er. Das sei aber nicht der Grund, wieso man Pietro verpflichtet habe. "Wir haben ihn, weil er im Simulator gute Leistungen gezeigt hat und das Auto ein paar Mal gefahren ist."

Und dass er schon in der COVID-Blase von Haas ist, hat ihm auch gegenüber dem zweiten Testfahrer Louis Deletraz einen Vorzug gegeben. Der Schweizer fährt zudem an diesem Wochenende noch einmal in der Formel 2.

"Wir hatten diesen Plan dafür, falls etwas passiert. Und darauf hat er sich vorbereitet. Die kommerzielle Seite haben wir dabei noch nicht betrachtet."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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