"Problemchen" hin oder her: Nico Hülkenberg lobt Debüt-Quali mit Audi
Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto klopfen in der Qualifikation von Melbourne an die Top 10 an und zeigen sich insgesamt zufrieden - sind Punkte zum Debüt drin?
Nico Hülkenberg ist mit der ersten Qualifikation von Audi durchaus zufrieden
Foto: circuitpics.de circuitpics.de
Die erste Standortbestimmung unter realen Bedingungen ist für Audi und Nico Hülkenberg geglückt. Zum Auftakt der Formel-1-Saison 2026 fuhr der Deutsche in der Qualifikation zum Großen Preis von Australien auf Platz 11.
Im Gegensatz zur Mercedes-Dominanz an der Spitze ging es im Mittelfeld beim Einzug in Q3 knapp zu. Acht Hundertstelsekunden fehlten dem 38-Jährigen am Ende auf seinen Teamkollegen Gabriel Bortoleto auf Platz 10. Nur acht Tausendstelsekunden Vorsprung konnte Hülkenberg auf Oliver Bearman (Platz 12) behaupten. (Das Qualifying-Ergebnis in der Übersicht)
Die erste Feuerprobe sei jedoch hektisch gewesen. "Es lief nicht so ruhig, gewohnt und zivilisiert wie im letzten Jahr”, so Hülkenberg. "Details und Kleinigkeiten, die aber am Ende im Großen und Ganzen viel ausmachen.” Das Audi-Werksteam brauche noch immer Zeit, sich bei der Abstimmung von Auto und Antrieb zu finden, weshalb sie im Verlaufe der Qualifikation mit einigen Überraschungen zu kämpfen hatten.
"Problemchen” hier und da, Hülkenberg dennoch zufrieden
Dementsprechend sei nicht allzu viel zusammengelaufen, erklärte der Audi-Pilot. "Bis auf die allerletzte Runde in Q2, die dann gesessen hat.” Probleme bereite auch immer noch das Batteriemanagement mit der im Gegensatz zur letzten Saison verstärkten Rekuperationsarbeit.
Zwar habe Audi sich in diversen Tests und den Freien Trainings auf die neue Herangehensweise vorbereiten können, mit dem Verkehr und "dem Stress des Qualis” sei es dann doch "immer noch ein Ticken anders”. Insgesamt zeigt sich Hülkenberg dennoch zufrieden mit dem Ergebnis.
Es gebe zwar noch "viel zu arbeiten” und "viel Luft nach oben”, aber das sei "auch gut so”. "Wenn wir sehen, wo wir damit jetzt schon stehen, dann macht das Hoffnung auf mehr”, resümiert der Audi-Pilot nach der Debüt-Qualifikation für den frischen Rennstall.
Bortoleto in Q3: zumindest auf dem Papier
Einen Wermutstropfen gab es für Audi in Melbourne trotz der Plätze 10 und 11 dennoch zu schlucken. Nach Q2 schaffte es Bortoleto nicht mehr zurück in die Box. Der Brasilianer, der in seine zweite Formel-1-Saison geht, rollte bei der Anfahrt auf die Boxengasse aus und musste seinen Boliden abstellen. So konnte er in Q3 nicht noch einmal nachlegen.
"Beim allerersten Auftritt von Audi ist der Einzug in Q3 eigentlich das absolute Maximum. Der nächste logische Schritt ist nun natürlich, dort nicht nur zu stehen, sondern dort auch wirklich auf die Strecke zu gehen”, so der Brasilianer nach der Qualifikation.
"Das war heute schon eine etwas kuriose Situation, aber unterm Strich bleibt es ein fantastisches Resultat.” Die genaue Ursache des Problems kenne man bei Audi derzeit noch nicht, aber Bortoleto ist zuversichtlich, dass man das Problem "schleunigst aus der Welt” schaffe.
Punkte zum Debüt?
Das Ausrollen des Audi-Piloten führte in der Folge fast noch zu einem kuriosen Crash. Arvid Lindblad wurde anscheinend nicht vor dem langsam rollenden Audi gewarnt und fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf den Audi zu. Nur knapp konnte er mit einem heftigen Brems- und Ausweichmanöver einem Zusammenprall entgehen.
Der Mittelfeldkampf zwischen den Racing Bulls, Haas und Audi verspricht zumindest auf dem Papier für das Rennen am Sonntag durchaus Spannung. "Ab Platz sieben aufwärts wird die Luft ohnehin enorm dünn. Uns ist völlig klar, dass uns nach vorne noch ein gutes Stück fehlt”, so Hülkenbergs Teamkollege weiter.
Zwischen Arvid Lindblad auf Platz 8 und Oliver Bearman auf Platz 12 lagen am Ende gute drei Zehntel. "Realistisch betrachtet wäre für uns ohnehin nicht viel mehr drin gewesen als Startplatz acht oder neun im direkten Duell mit den Racing Bulls”, resümiert Bortoleto. Dennoch: Debütpunkte für Audi scheinen durchaus im Rahmen des Machbaren.
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