"Richtig cool": Bastianini verblüfft mit P3 in Misano die MotoGP-Stars

Mit zwei Jahre alter Ducati GP19 des Esponsorama-Teams fährt MotoGP-Rookie Enea Bastianini vor seiner Haustür auf das Podium - Stars ohne Chance gegen ihn

"Richtig cool": Bastianini verblüfft mit P3 in Misano die MotoGP-Stars

Enea Bastianini war in der Königsklasse MotoGP der Mann des Rennens beim Grand Prix von San Marino in Misano. Zwar mag Ducati-Werkspilot Francesco Bagnaia das Rennen gewonnen haben und bezeichnet diesen zweiten Sieg innerhalb von sieben Tagen sogar als "schwieriger" als den ersten, den er beim Aragon-Grand-Prix nach packendem Duell gegen Marc Marquez erobert hatte.

Bastianini aber überraschte am Sonntag in Misano alle. Mit seiner zwei Jahre alten Ducati Desmosedici GP19 des Esponsorama-Teams kämpfte sich der Rookie vom zwölften Startplatz sukzessive nach vorn. In der 17. der 27 Runden fuhr er mit 1:32.242 Minuten die schnellste Runde aller 24 Piloten im Rennen. Am Ende brachte Bastianini als Dritter mit weniger als fünf Sekunden Rückstand auf den Sieger seinen ersten MotoGP-Podestplatz ins Ziel.

Fotos: Enea Bastianini beim GP San Marino in Misano

Dass Bastianini, seines Zeichens der Moto2-Weltmeister von 2020, ein MotoGP-Bike beherrscht, hatte er schon häufiger gezeigt. So fuhr er vor einer Woche im Motorland Aragon mit P6 seine bis dahin beste Platzierung seiner Rookie-Saison ein. Die Fahrt am Sonntag in Misano aber übertraf alles.

"Zum ersten Mal als MotoGP-Pilot auf das Podium gefahren zu sein, ist natürlich etwas ganz Besonderes für mich. Ich hatte heute ein richtig gutes Gefühl auf dem Bike und konnte angreifen. Dass ich so spät im Rennen noch die Spitzengruppe direkt vor mir sah, ist natürlich fantastisch."

 

"Mit dem 2019er-Motorrad kann ich auf bestimmten Strecken richtig schnell sein. Das war heute eine davon", erklärt Bastianini, der aus Rimini stammt, was nur 20 Kilometer nördlich der Rennstrecke Misano gelegen ist. Somit hat er seinen ersten Podestplatz in der Königsklasse buchstäblich vor der eigenen Haustür eingefahren.

Marquez, Miller, Mir & Co. ohne Chance gegen "Bestia"

Auf seinem Weg von P12 (Startaufstellung) bis P3 (Ziel) überholte Bastianini - Spitzname "Bestia", was so viel heißt wie "Biest" - unter anderem den achtmaligen Motorrad-Weltmeister Marc Marquez im direkten Duell in der sechsten Runde.

Enea Bastianini, Marc Marquez

Marc Marquez und Alex Rins hatten ebenso keine Chance gegen Bastianini wie ...

Foto: Motorsport Images

"Das war natürlich richtig cool, als ich Marquez, den Boss der MotoGP-Szene, überholt habe", freut sich der Rookie über sein Manöver und gesteht: "Ich habe heute viel gelernt. Aus der vierten Startreihe hatte ich aber nicht mit einem Podestplatz gerechnet."

Auch der noch amtierende MotoGP-Champion Joan Mir, den Bastianini direkt in der ersten Runde kassierte, hatte ihm wie so viele andere nichts entgegenzusetzen. Und sogar der aus der ersten Reihe gestartete Ducati-Werkspilot Jack Miller hatte keine Antwort, als Bastianini ihn in der 19. Runde angriff und damit auf die dritte Position nach vorn kam.

Enea Bastianini, Jack Miller

... Jack Miller, der in diesem Moment von einem Podestrang abrutschte

Foto: Motorsport Images

"Ich war überrascht", so Miller. "Er konnte so spät im Rennen eine ganz andere Schräglage fahren. Ich konnte nichts tun. Er hat ein sehr gutes Rennen gezeigt", lobt der Ducati-Werkspilot, der in der allerletzten Runde noch hinter Marquez und Mir abrutschte und nur Sechster wurde.

Währenddessen kam Bastianini mit seiner zwei Jahre alten Ducati auf dem dritten Platz ins Ziel. Als er zehn Runden vor Schluss die schnellste Runde des Rennens drehte, wurde er fast ein wenig übermütig. "Als ich die 1:32.2 dachte ich für einen kurzen Moment, ich könnte sogar gewinnen. Von da an war meine Pace aber nicht mehr ganz so stark. Der Sieg war heute dann doch nicht drin", grinst der 23-jährige Italiener.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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