DTM Norisring - Maxi Götz ist Meister: "Die anderen hätten Titel nicht verdient"

In einem kontroversen DTM-Finale auf dem Norisring holt Maximilian Götz den Titel - Hinterher macht er eine klare Ansage in Richtung Liam Lawson/Kelvin van der Linde

DTM Norisring - Maxi Götz ist Meister: "Die anderen hätten Titel nicht verdient"

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte: Maximilian Götz hat das Unmögliche möglich gemacht und sich in einem kontroversen Finale am Norisring zum Sieger und DTM-Champion 2021 gekrönt. Freundliche Unterstützung erhielt der Mercedes-AMG-Pilot von seinen Rivalen Kelvin van der Linde und Liam Lawson, zwischen denen es erneut in der ersten Kurve des Rennens gekracht hat.

Dass es erneut zur Kollision zwischen van der Linde und Lawson kam, bringt Götz nach seinem Titelgewinn zu einem harten Urteil: "Beide hätten nach dem Rennen heute und auch gestern den Titel nicht verdient, das muss man ganz klar sagen. Sich so in die Karre zu fahren in Kurve 1, das macht man nicht." Götz konnte der Zwischenfall aber nur recht sein.

Ihn brachte die Aktion im Titelkampf nämlich in eine aussichtsreiche Position. Lawson war raus aus dem Titelkampf und van der Linde erhielt eine 5-Sekunden-Strafe. So musste in der Schlussphase nur noch die Herstellertaktik von Mercedes-AMG greifen. Götz meint: "Am Ende kam das Karma so ein bisschen zurück und es hat der gewonnen, der Ruhe bewahrt hat, der am entspanntesten geblieben ist, der auch vielleicht die Erfahrung mitgebracht hat. Deswegen freu ich mich."

Götz vergewisserte sich in der Schlussphase trotzdem nochmal am Funk: "Ich habe schon gefragt, was der Plan ist. Lucas di Grassi war dazwischen und auch Nico Müller oder so. Da dachte ich auch schon: 'Okay, das wird jetzt eng.'" Doch dieses Problem löste sich in Luft auf.

Götz zitterte nach Kontakt mit van der Linde um seinen AMG

Blieb noch ein angeschlagener Mercedes-AMG GT3, mit dem sich Götz über den Norisring quälte. "Ich hatte natürlich am Anfang vom Rennen Kontakt mit ein paar Fahrern vor mir und mein Auto war direkt so ein bisschen angeschossen", gab der neue DTM-Meister zu.

"Und der Kontakt mit van der Linde war dann noch der Rest. Da stand das Lenkrad schief und die Bremsen gingen nicht mehr. Also das war dann wirklich so ... Ich dachte mir: 'Scheiße, das wird jetzt eine enge Kiste'", berichtet Götz von angespannten letzten Runden.

Hinzu kommt, dass sich Lawson nach dem Startcrash mit einem langsamen und beschädigten Ferrari durch das Rennen schleppte. Götz wunderte sich darüber: "Ich glaube, die Intention von ihm war, dass er uns so lange stört, wie es nur geht. Dass er hofft, dass wir einen Fehler machen, wenn wir auf die dreckige Seite der Strecke kommen oder irgendwo hängen bleiben."

Nick Cassidy, Liam Lawson, Kelvin van der Linde

Der Start am Norisring brachte Maxi Götz in eine gute Ausgangslage

Foto: Alexander Trienitz

Doch diesen Gefallen tat ihm Götz nicht. Brenzlig wurde es nur in der angesprochenen Situation gegen van der Linde, als es zum Kontakt zwischen beiden kam. Für diese Szene bezahlte der Abt-Audi-Pilot mit einem Reifenschaden. "Meiner Meinung nach war das schon gestern und auch heute ein bisschen zu hart von ihm", übt Götz Kritik am Südafrikaner.

Maximilian Götz heult nach der Zieldurchfahrt

Doch als der Titelgewinn in trockenen Tüchern war, brachen bei Götz alle Dämme: "Ich bin über die Linie gefahren und habe geheult. Ich habe das Visier zusammengeschlagen und gar nicht mehr auf bekommen. Das war wirklich, man kennt es ja auch von anderen Meistern, sehr emotional."

Am Ende steht für Götz der größte Erfolg seiner Karriere, die Meisterschaft in der DTM 2021. Schon zuvor machte er sich einen Namen im GT3-Sport, unter anderem als Meister des ADAC GT Masters 2012. "Ich denke, es war natürlich die Erfahrung mit den GT3-Autos", grübelt Götz über seinen größten Trumpf. "Und auch, alle Strecken zu kennen - vor allem hier."

Und wenn es nicht mit dem Titelgewinn geklappt hätte? "Dann wäre es so gewesen. Die Punkte, die am Ende auf dem Konto stehen, die entscheiden. Wenn da ein paar gefehlt hätten, dann wäre es so gewesen. Man kann dann als Fahrer versuchen, in dem Moment das beste auf der Strecke zu machen, aber nicht im Endeffekt mit Gewalt oder politisch da irgendwas zu drehen."

Maximilian Götz hat nun rund ein halbes Jahr Zeit, um den Gewinn des DTM-Titels 2021 in vollen Zügen zu genießen. Die Mission "Titelverteidigung" startet im kommenden April. Dann beginnt die DTM-Saison 2022 auf dem Autodromo Internacional do Algarve in Portimao.

Mit Bildmaterial von DTM.

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