Ferrari auf fünf und sieben: Sainz schaffte, was Leclerc nicht schaffte

Während Charles Leclerc hadert, dass er im letzten Sektor zu langsam war, konnte sich Carlos Sainz die Reifen einteilen und ist nach dem schwierigen Freitag zufrieden

Ferrari auf fünf und sieben: Sainz schaffte, was Leclerc nicht schaffte

Zwar hat Hauptkonkurrent McLaren durch Platz drei von Lando Norris noch einmal eine starke Ausgangsposition beim Formel-1-Finale in Abu Dhabi, mit den Plätzen fünf und sieben ist aber auch Ferrari gut platziert, um sich den dritten Rang bei den Konstrukteuren nicht mehr nehmen zu lassen.

Vor allem Carlos Sainz hat mit dem fünften Startplatz vor Valtteri Bottas noch einmal eine richtig starke Leistung hingelegt, nachdem es für ihn am Freitag nicht rundgelaufen war. "Ich war wirklich etwas verloren, und wir haben nicht verstanden warum", sagt er. "Aber heute haben wir das Blatt gewendet, und ich fand das Auto deutlich einfacher zu fahren."

Das lag für ihn nicht nur an einem neuen Unterboden und dem Renngetriebe, was verbaut wurde, auch wenn das noch einmal etwas an Performance gebracht habe. Vor allem der Umgang mit dem Reifen sei eine große Sache gewesen: "In Q2 habe ich im ersten und zweiten Sektor richtig gepusht und hatte dann im dritten Sektor immer Probleme", erklärt er.

In Q3 habe er seinen Ansatz dann verändert und konnte auch einen "sehr soliden" Schlusssektor fahren, der seine Zeit in den Bereich von 1:22 Minuten gedrückt hat. "Das war das Ziel für Q3", so der Spanier.

Leclerc: Im letzten Sektor alles verloren

Und genau dieser Umstand hat am Samstag Teamkollege Charles Leclerc ein paar Positionen gekostet: "In den ersten beiden Sektoren war es eine besondere Runde, aber ich habe einfach zu viel gepusht, sodass die Reifen überhitzt haben und ich im letzten Sektor alles verloren habe", sagt Leclerc.

 

Dort war er drei Zehntelsekunden langsamer als Sainz und somit am Ende zwei Positionen hinter ihm. "Ich habe keinen besonderen Fehler gemacht, sondern war einfach zu langsam und hatte Probleme mit den Hinterreifen. Das ist schade", so der Ferrari-Pilot.

Er glaubt, dass ansonsten sogar Rang drei für ihn möglich gewesen wäre, der nicht einmal zwei Zehntelsekunden in Reichweite gewesen wäre. "Es wäre eine Menge möglich, aber ich spreche nicht gerne im Konjunktiv", betont Leclerc. "So ist das Leben."

Leclerc gewinnt Qualifying-Duell

Überrascht vom fünften Platz seines Teamkollegen ist er daher nicht: "Ich weiß ja, wo ich die Zeit verloren habe. Das ist immer ein gutes Zeichen", sagt er. "Aber es ist natürlich frustrierend, keinen ausreichend guten Job gemacht zu haben."

 

Das Qualifying-Duell hat Leclerc am Ende mit 13:9 für sich entschieden, auch wenn Sainz vier der letzten fünf Duelle gewinnen konnte. Der Spanier verlor nach seinem Dreher in Q2 nur das Duell in Dschidda und ist stolz, dass er meistens das Beste aus dem Auto herausholen konnte. "Das habe ich schon bei McLaren oft geschafft", sagt er.

"Ich bin in meiner gesamten Karriere schon gegen starke Qualifyer angetreten: Max [Verstappen], Lando [Norris] und jetzt Charles. Und ich hatte nie das Gefühl, dass ich gegen sie irgendetwas zu verlieren habe", so Sainz. Bei Ferrari musste er sich nach seinem Wechsel zunächst einfinden, doch spätestens im letzten Saisondrittel lief es für ihn wieder wie zu besten McLaren-Zeiten.

Sainz auch ohne P5 am Ende zufrieden

Am Sonntag könnte er Leclerc in der WM-Wertung noch überholen, doch dafür müsste er 8,5 Punkte auf seinen Stallgefährten aufholen. Das habe für ihn aber keine Priorität: "Dafür müsste schon irgendetwas Seltsames passieren, und das möchte ich nicht", sagt er. "Denn ich möchte McLaren keine Chance geben, noch vor uns zu kommen."

Doch Sainz kann eigentlich unbesorgt sein und sich das zum Ziel nehmen, denn: Sollte er die neun Punkte holen, um Leclerc zu schlagen, müsste McLaren 47,5 Zähler in Abu Dhabi einfahren, um Ferrari zu schlagen - das ist selbst bei einem Doppelsieg nicht möglich.

"Ich möchte einfach die Saison auf einem Hoch abschließen. Die Hausaufgaben sind mit einem starken Qualifying erledigt, und mit einem starken Rennen gehe ich dann sehr glücklich in die Winterpause, unabhängig davon, wo ich in der Meisterschaft landen werde", sagt Sainz.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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