George Russell: "Unser normales Tempo war wieder da"

Wie Mercedes-Fahrer George Russell im Formel-1-Rennen in Singapur zum Trendsetter wurde und was er zur Berührung mit Mick Schumacher sagt

George Russell: "Unser normales Tempo war wieder da"
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"Man kann es eben nicht jedes Mal richtig machen." So lautet das Fazit von Mercedes-Fahrer George Russell zum Singapur-Grand-Prix 2022. Denn technische Probleme behinderten ihn praktisch von Anfang an auf dem Stadtkurs, erst im Rennen habe sein W13-Silberpfeil wieder normal funktioniert. Doch auch der Grand Prix entwickelte sich für Russell nicht nach Wunsch.

Dabei hatte sich Russell, nach einem Antriebswechsel aus der Boxengasse losfahrend, schon bald auf Kurs zu WM-Punkten gesehen. "Wir waren sehr, sehr schnell, finde ich. Hätte es den Zwischenfall mit Mick [Schumacher] nicht gegeben, dann wären wir definitiv noch in die Top 10 gefahren", meint Russell.

Es kam aber zu einem Zwischenfall mit Schumacher, nämlich zu einer Berührung, die für beide Fahrer einen Notstopp zum Reifenwechsel nach sich zog. Das warf Russell und Schumacher zurück ans Ende des Feldes und die Aussichten auf Punkte waren dahin.

Die Szene mit Schumacher, bei der sich Russell auf der Zielgeraden innen vorbeiquetschen wollte, gibt dem Mercedes-Fahrer noch immer Rätsel auf: "Ich bin mir nicht ganz sicher, was da passiert ist. Aber so läuft es eben manchmal in der Formel 1."

Russell: Irgendwann geht halt mal was schief

"Wir hatten einen wirklich guten Lauf bis hierher. Als Team hatten wir uns ziemlich schadlos gehalten. An diesem Wochenende aber lief es gegen uns", sagt Russell.

Was ihn im Qualifying genau eingebremst habe, das "wissen wir noch nicht", erklärt er weiter und nennt "irgendwas mit den Bremsen" als mögliche Ursache für das Q2-Aus. "Am Sonntag fühlte sich das Auto wieder normal an. Ich glaube aber nicht, dass es über das gesamte Wochenende korrekt eingestellt war. Denn in der Qualifikation hatten wir ein riesiges Problem."

Über Nacht scheint Mercedes jedoch eine Lösung gefunden zu haben. Russell gibt an, er habe am Renntag "das Vertrauen zurückgekriegt" und meint: "Unser normales Tempo war wieder da. Wir hatten dieses Wochenende definitiv ein Auto, das siegfähig gewesen wäre. Schade nur, wie sich dieses Wochenende entwickelt hat."

Russell als Versuchskaninchen mit Slicks

Und es blieb turbulent für Russell, der im Rennen als "Versuchskaninchen" herhalten musste und als Erster auf noch feuchter Strecke mit Trockenreifen rausgeschickt wurde. Er verrät: Seine Wahl waren Slicks nicht gewesen. "Ich hatte um neue Intermediates gebeten!"

"Aber in einer solchen Situation verlasse ich mich auf das Team und das Team verlässt sich auf mich. Man dachte wohl, es wäre an der Zeit, etwas zu probieren und Slicks zu nehmen. Das war zu diesem Zeitpunkt die vollkommen falsche Entscheidung, machte sich aber später bezahlt."

Als Russells Medium-Reifen erst einmal auf Temperatur waren und die Streckenbedingungen schnelle Runden zuließen, war Russell der beste Mann im Feld, überholte nach dem Ende einer Safety-Car-Phase sogar "gleich drei Autos in einer Runde", so sagt er, und er rückte vor an die elfte Stelle. Dann attackierte er Schumacher und die Punktechance war dahin.

Ein bisschen Risiko gehöre aber dazu in einem so turbulenten Grand Prix, zumal als jemand, der aussichtslos von hinten losgefahren ist. "Da ging mal ein bisschen was durcheinander", sagt Russell über die Kommunikation mit dem Team. "In einem solchen Rennen sind alle angespannt, noch dazu, wenn man im Nirgendwo fährt. Dann musst du halt was probieren."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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