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Trotz Aufbruchstimmung übt Teamboss Gene Haas Kritik an Liberty: Er hält es für eine Ausrede, dass den kleinen Teams bis 2021 nicht geholfen werden kann.

Ross Brawn, Formel-1-Motorsportchef; Gene Haas, Haas-Teambesiter
Kevin Magnussen, Haas F1 Team VF-17
Gene Haas, Haas-Teambesitzer
Ross Brawn, Formel-1-Motorsportchef, Gene Haas, Haas-Teambesitzer
Ross Brawn, Formula One Managing Director of Motorsports and Chase Carey, Chief Executive Officer an
Jolyon Palmer, Renault Sport F1 Team RS17, Pascal Wehrlein, Sauber C36, Fernando Alonso, McLaren MCL
Bernie Ecclestone
Kimi Raikkonen, Ferrari SF70H, battles with Romain Grosjean, Haas F1 Team VF-17
Romain Grosjean, Haas F1 Team

Formel-1-Boss Chase Carey & Co. sind bei bei der Einnahmenverteilung bis Ende 2020 durch die alten von Bernie Ecclestone ausgehandelten Verträge die Hände gebunden. Teamboss Gene Haas fordert aber nun gegenüber 'Motorsport-Total.com' Nägel mit Köpfen. "Eine Budgetobergrenze könnte man einführen, bevor das neue Concorde-Agreement beschlossen wird. Es wird ständig viel geredet, aber jetzt ist der Zeitpunkt, damit wir endlich einmal etwas schwarz auf weiß haben, damit wir planen können, denn das nächste Jahr steht schon vor der Tür."

Der für den sportlichen Bereich zuständige Liberty-Manager Ross Brawn hat sich zuletzt immer wieder offen gezeigt, was eine Budgetobergrenze angeht, die Ex-FIA-Boss Max Mosley bereits vor rund einem Jahrzehnt einführen wollte. Stattdessen erhalten die großen Teams weiterhin einen deutlich größeren Anteil an den Formel-1-Einnahmen als die kleinen Rennställe.

"Da wird eines der kleineren Teams sind, würden wir davon profitieren, weil die großen Jungs dadurch weniger ausgeben würden", argumentiert Haas. Außerdem könnte man somit verhindern, dass ständig das gleiche Team dominiert. "Es muss einen gewissen Ausgleich geben, damit die Nachzügler zumindest ab und zu die Chance haben, zu gewinnen."

Haas im Armenhaus der Formel 1

Er rechnet aber mit heftigem Widerstand der Topteams. "Sie werden quietschen wie die Schweine, das kann ich euch garantieren", schmunzelt Haas. "Wir werden derzeit aber überhaupt nicht berücksichtigt und bekommen nur ein paar Krümel ab. Wir wären schon zufrieden, wenn wir ein paar mehr Krümel abkriegen."

Für Haas ist die Situation besonders schwierig: Als neues Team erhält man aus Säule A, die etablierten Teams vorbehalten ist, überhaupt keine Einnahmen, und muss somit mit 19 Millionen US-Dollar über die Runden kommen, während Spitzenreiter Ferrari auf 180 Millionen US-Dollar kommt.

Haas fordert Taten statt schöner Worte

"Wir sind natürlich die Neuen, aber wir hoffen, dass das Pendel in unsere Richtung ausschlägt", sagt Haas. "Bislang ist aber nichts Relevantes passiert." Daher setzt er Liberty nun unter Druck und fordert Handfestes: "Alle sind guter Dinge, aber jetzt wollen wir endlich konkrete Pläne sehen."

Abgesehen vom Comeback der Rennen in Frankreich und Deutschland in der kommenden Saison sieht fehlen Haas noch die Fakten. "Sie haben viele Dinge gesagt, aber jetzt ist die Frage, was umgesetzt wird", zeigt er sich ungeduldig. "Die Teams würden sich viel wohler fühlen, wenn sie genau wüssten, was sie erwarten dürfen, anstatt zu hoffen, dass die Ankündigungen wahr werden."

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