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Wie sich Mercedes und Ferrari den Formel-1-Motor der Zukunft vorstellen

Mercedes-Teamchef Toto Wolff und Ferrari-Teamchef Mattia Binotto erklären, worauf es bei der neuen Motorenformel, die 2025 oder 2026 eingeführt wird, ankommt

Wie sich Mercedes und Ferrari den Formel-1-Motor der Zukunft vorstellen

Die Formel 1 wird spätestens 2026 eine neue Motorenformel einführen. Zuvor muss in Abstimmung mit allen Herstellern zunächst festgelegt werden, welche Technologie die kommende Ära der Königsklasse prägen soll. Eine Richtungsentscheidung, die schon bald getroffen werden muss. Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat bereits eine klare Vorstellung davon, wie der Motor der Zukunft aussehen wird.

Zuletzt hat die Formel 1 2014 mit den V6-Turbo-Hybridmotoren eine neue Generation ins Leben gerufen, die trotz hoher Effizienz auf viel Widerstand gestoßen ist. Diesen Fehler dürfe man nun nicht wiederholen, mahnt Wolff. "2011 und 2012 haben wir eine sehr hochentwickelte, effiziente Power Unit [entwickelt und] eingeführt, das wurde sehr komplex."

Die Entwicklungskosten der aktuellen Motoren sei nach wie vor "sehr hoch". Deshalb hat für Wolff oberste Priorität, die Kosten zu senken. Die Formel 1 müsse sich fragen: "Wie können wir eine relevante Antriebseinheit einführen, in Anbetracht der schnellen Entwicklung bei den Straßenautos."

Wolff: "Sollten keine komplett neue PU entwickeln"

Für den Österreicher steht fest, dass die Formel 1 auch in Zukunft auf einen Verbrennungsmotor samt Hybridsystem setzen muss, "um ein besseres Verhältnis zwischen nachhaltigem Energieantrieb und konventionellem Verbrenner zu haben". Dabei gehe es nicht darum, die Antriebseinheit zu vereinfachen.

Viel eher sollte die Königsklasse die Kosten für die Entwicklung und Herstellung im Auge behalten, fordert Wolff. "Wir sollten keine komplett neue Power Unit entwickeln", findet er. Diskussionen über den Motor der Zukunft gibt es bereits seit längerer Zeit hinter den Kulissen der Formel 1.

Jeder Hersteller vertritt dabei gewisse Interessen. Mercedes liegt viel daran, die aktuelle Motorenformel so lange wie möglich zu behalten, weil dadurch der Wettbewerbsvorteil gegenüber Renault, Ferrari und Honda bestehen bleiben würde. Auch einem "Engine-Freeze" ab 2022 hat Wolff bereits zugestimmt.

 

Foto: Steven Tee / Motorsport Images

Die Entwicklung der Motoren soll laut Vorschlag von Red Bull nach 2021 eingefroren werden, damit das Topteam Honda-Motoren auch nach dem Ausstieg der Japaner auf eigene Faust weiterbetreiben kann. Dazu braucht das britisch-österreichische Team allerdings die Zusage aller anderen Hersteller zu einem "Freeze".

Helmut Marko hat im Exklusivinterview bereits verraten, dass die Chancen für einen eigenen Red-Bull-Motor bei "80, 85" Prozent stehen. "Wir haben einen 'Engine-Freeze' immer unterstützt, und wir wollen das neue Reglement von 2026 auf 2025 nach vorne verschieben", so Wolff.

Konkurrent Ferrari hat sich zunächst gegen ein Einfrieren der Entwicklung ausgesprochen, scheint nun aber einzulenken. "Wir diskutieren im Moment mit der FIA und der Formel 1, ob wir einen Mechanismus der Motorenkonvergenz in Betracht ziehen sollten", gibt Ferrari-Teamchef Mattia Binotto zu bedenken.

Ferrari will bis Mitte 2021 Klarheit haben

Ferrari warnt davor, dass die Rangordnung durch einen "Freeze" zu sehr einzementiert wird. Daher stellt sich für die Italiener die Frage, was passieren würde, wenn ein Hersteller deutlich an Leistung verlieren sollte. "Denn dann wird die Performance drei Jahre lang eingefroren."

Die Scuderia befürchtet nach den Einbußen beim Motoren in der Saison 2020, am falschen Fuß erwischt zu werden und dann auf absehbare Zeit keine Möglichkeit zu erhalten, die Performance-Nachteile auszumerzen. "Ich denke, diese Details werden wichtig sein."

Sollte das neue Reglement im gleichen Atemzug außerdem um ein Jahr auf 2025 vorverlegt werden, was Ferrari im Gegenzug fordert, dann bräuchten die Hersteller bis Mitte des Jahres Klarheit, gibt Binotto außerdem zu bedenken.

"Ich denke, es wird eine recht andere Antriebseinheit im Vergleich zur aktuellen, weil zumindest aus Ferrari-Sicht einige wichtige Ziele damit verfolgt werden müssen - zum Beispiel ganz andere Kosten", stimmt er Wolff zu.

Laut dem Italiener müssten die Kosten um rund 50 Prozent zurückgehen. Generell werde es eine "äußerst schwierige Übung", die neue Technologie festzulegen. Denn auch Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit werden laut Binotto eine große Rolle in den Überlegungen spielen müssen.

"Wir müssen uns Ziele stecken, die sehr ambitioniert sind." Erst danach werde man die neue Formel festlegen können. Aus Sicht von Mercedes sei es ebenso entscheidend, einen Motor zu designen, der mit dem aktuellen Zeitgeist geht.

Nachhaltiger Kraftstoff als "Schlüsselelement"

Die Formel 1 dürfe sich vor den technologischen Veränderungen in der Automobil-Branche nicht verschließen. Die Debatte im Motorsport wird vom Wandel in der gesamten Industrie angetrieben und geprägt.

"Alles entwickelt sich in Richtung Elektro-Mobilität, aber auch der Verbrennungsmotor wird neu betrachtet, auch in Kombination mit Elektro", weiß Wolff. Abgesehen von effizienteren Elektro-Komponenten mit potenziell leistungsfähigeren und länger haltbaren Batterien setzt der Mercedes-Shareholder auf ein zweites Pferd: nachhaltigen Kraftstoff.

Die FIA hat erst kürzlich einen 100 Prozent nachhaltigen Kraftstoff entwickelt. Schon 2022 soll der Anteil an Bio-Kraftstoff auf zehn Prozent steigen, das sei aber nur "ein kleiner Schritt", bemerkt Wolff. Deshalb würde Mercedes gemeinsam mit Red Bull die Einführung des E10-Kraftstoffs gerne verschieben.

Wolff spricht sich stattdessen dafür aus, mit der Einführung der neuen Motorenformel auch einen zu 100 Prozent nachhaltigen Kraftstoff in der Formel 1 zu verwenden. Auch Binotto merkt an, dass die Aufstockung auf zehn Prozent des neuen Sprits eine "ziemlich bedeutende Änderung" darstelle - was der Philosophie des "Engine-Freeze" widersprechen würde.

"2025 sollten wir einen zu 100 Prozent nachhaltigen Sprit fahren, ob synthetisch oder biologisch. Das sollte mit dem großen Schritt eingeführt werden und nicht jährlich angehoben werden. Denn das würde die Entwicklung der Antriebe teurer machen", bemerkt Wolff.

Außerdem müsste ein nachhaltiger Sprit in Zusammenarbeit mit den Kraftstoff- und Schmiermittel-Herstellern der Teams entwickelt werden, "weil wir keinen ausartenden Sprit- und Öl-Krieg haben wollen." Auch für Ferrari wird der Treibstoff in der Gesamtbetrachtung "sehr wichtig", betont Binotto.

"Der Kraftstoff wird ein Schlüsselelement darstellen, um eine neutrale CO2-Bilanz zu erzielen", weiß der Ferrari-Teamchef. Immerhin hat sich die Formel 1 zum Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu werden. "Das wird eine Schlüsselkomponente der neuen Formel werden, die noch vollkommen offen diskutiert wird. Es gibt noch keinen klaren Hinweis, in welche Richtung wir gehen sollen."

Binotto fordert einen "gemeinschaftlichen" Kraftakt von allen Herstellern gemeinsam mit der FIA und der Formel 1, um schnellstmöglich eine neue, zukunftsträchtige Motorenformel zu Papier zu bringen. "Denn das wird die Zukunft der Formel 1 von 2025 bis 2030 bestimmen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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