Alfa Romeo: Entscheidung über zweites Cockpit für 2022 nach Brasilien

Die Übernahme von Alfa Romeo durch Andretti ist geplatzt, nun richtet sich der Fokus wieder auf das Tagesgeschäft - Fahrerentscheidung für 2022 steht an

Alfa Romeo: Entscheidung über zweites Cockpit für 2022 nach Brasilien

Nach der geplatzten Übernahme des als Alfa Romeo auftretenden Sauber-Rennstalls durch die Andretti-Familie will das Team zeitnah eine Entscheidung über die Besetzung des zweiten Cockpits für 2022 treffen. "Da wir nun aus gewissen Gründen etwas weniger im Rampenlicht stehen, werden wir die Entscheidung nun treffen", sagt Teamchef Frederic Vasseur und kündigt eine Entscheidung "in den kommenden Tagen" an, "vermutlich nach Brasilien".

Ein Verkauf des Schweizer Teams hätte die Karten bei der Vergabe des zweiten Cockpits neben Valtteri Bottas neu gemischt, nun aber werden wieder dieselben Kandidaten gehandelt wie bereits vor der Andretti-Saga. Die beiden Formel-2-Piloten Guanyu Zhou und Oscar Piastri sowie der aktuelle Stammpilot Antonio Giovinazzi bilden wohl die Shortlist, aus der Vasseur wählen wird.

Der Franzose kündigt an, dass es sich das Team bei der Entscheidung nicht leicht machen werde. "Es ist eine wichtige Wahl, sie ist nicht einfach. Wir werden die Entscheidung bald treffen und werden es verkünden, wenn wir sie getroffen haben", sagt er.

Formel-2-Duellanten Zhou und Piastri sind im Gespräch

Piastri und Zhou gehören beide zum Nachwuchskader von Alpine und liegen in der Gesamtwertung der Formel 2 auf den beiden ersten Plätzen. Doch das war es auch schon mit den Gemeinsamkeiten.

Der Chinese ist der deutlich erfahrenere Pilot, der 22-Jährige bestreitet derzeit seine dritte Saison in der höchsten Nachwuchsklasse. Der zwei Jahre jüngere Australier Piastri greift bereits in seiner Rookiesaison nach dem Titel. Dieses Kunststück war ihm bereits im Vorjahr in der Formel 3 gelungen.

Problem für Piastri: Gewinnt er den Formel-2-Titel, findet aber kein Stammcockpit, bleiben für ihn wohl ein Jahr lang nur Trainingseinsätze. Denn ein Meister der Formel 2 darf qua Reglement nicht mehr an der Serie teilnehmen.

Giovinazzi als sichere Bank für den Regelumbruch?

Beide Fahrer, Zhou und Piastri, wären eine Wahl, die den Neustart bei Alfa Romeo besiegeln. Giovinazzi hingegen würde dem Team eine gewisse Kontinuität sichern. Gerade mit Blick auf das neue Reglement im kommenden Jahr könnte dieses Argument wichtig werden, daraus macht Vasseur keinen Hehl.

"Es geht um die Frage, ob man beide Fahrer austauscht oder ob im Zuge des neuen Reglements eine gewisse Stabilität wichtig ist", schildert er die Überlegungen. Die Vorbereitungen seien recht kurz, nur zweimal drei Testtage stehen im Vorfeld der neuen Saison zur Verfügung.

"Das bedeutet, dass wir von Beginn an bereit sein müssen, denn wir wissen genau, dass es in dieser Meisterschaft oft um den ersten Event geht, bei dem man als Mittelfeld-Team punkten kann", erklärt Vasseur. Ein erfahrener Pilot wie Giovinazzi, der das Team im Gegensatz zu Bottas bestens kennt, bietet dabei gewisse Vorteile im Gegensatz zu einem Rookie.

Vasseur: "Positiver Druck" nach geplatztem Andretti-Deal

"Es stimmt, dass das ein Faktor bei der Entscheidung ist, aber es ist nicht der einzige", stellt Vasseur klar. Für Zhou etwa spricht ein gut gefüllter Geldkoffer, den seine Sponsoren ihm an die Hand geben.

Der geplatzte Andretti-Deal setze das Team in dieser Hinsicht aber nicht unter Druck. Stattdessen sieht Vasseur darin sogar ein starkes Signal. "Wir sind in einer guten Verfassung. Es ist eine starke Botschaft, die die aktuellen Anteilseigner an die Belegschaft gesendet haben. Alle haben das geschätzt", betont Vasseur.

Michael Andretti selbst erklärte nach der geplatzten Übernahme, dass es mit dem aktuellen Sauber-Mehrheitseigner Finn Rausing Differenzen über die Kontrolle des Unternehmens gegeben hätte. Dass Rausing das viele Geld in den Wind geschossen hat, sieht Vasseur auch als Verpflichtung.

"Es ist ein großer Druck auf unseren Schultern. All die Mitglieder und Angestellten der Firma, und dazu zähle an vorderster Front auch ich, spüren diesen Druck. Aber es ist ein positiver Druck, um in Zukunft die Ergebnisse erzielen zu können", sagt er.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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