Reaktion

Formel 1 Dschidda

Lewis Hamilton: Bei nächster Verwarnung droht eine Gridstrafe!

Nach dem Zwischenfall mit Nikita Masepin in Saudi-Arabien hat Lewis Hamilton nun zwei Verwarnungen auf dem Konto - Bei einer dritten droht eine Gridstrafe

Chris Lugert

Bearbeitet: 05.12.2021, 16:08

Link kopieren

Auf Facebook teilen

Auf Twitter teilen

Auf WhatsApp teilen

Auf Linkedin teilen

Auf Pinterest teilen

Auf Viber teilen

Als bevorzugte Quelle hinzufügen

Lewis Hamilton wurde vor dem Formel-1-Qualifying in Saudi-Arabien gleich zweimal von einer Strafe verschont. Über das vermeintliche Gelbvergehen wurde alles gesagt, aber was war eigentlich mit der Situation mit Nikita Masepin? Hamilton erhielt für seine Behinderung des Russen im dritten Training eine offizielle Verwarnung, zudem muss Mercedes 25.000 Euro zahlen.

Wenngleich die Stewards dem Team die hauptsächliche Verantwortung zuschrieben, so drückten sprachen sie Hamilton mit der Verwarnung nicht komplett frei von der Schuld an der Situation. Und im Titelkampf könnte die Verwarnung indirekt vielleicht noch einmal wichtig werden.

Denn für den siebenmaligen Weltmeister war es die zweite Verwarnung in der laufenden Saison. Die erste hatte er in Mexiko bekommen, nachdem er nach einem Ausritt auf unsichere Art und Weise und nicht wie vorgeschrieben auf die Strecke zurückgekehrt war.

Verwarnung auch wegen politischer Statements möglich

Noch hat Hamilton nichts zu befürchten, sollte er sich im Rennen in Saudi-Arabien oder im Verlaufe des Wochenendes in Abu Dhabi allerdings eine weitere, dann dritte, Verwarnung einhandeln, wird es ungemütlich. Denn für drei Verwarnungen im Laufe einer Saison sieht das Reglement eine Strafversetzung um zehn Startplätze vor.

Dabei muss es in Hamiltons Fall nicht einmal ein Fehlverhalten im Cockpit sein. Sebastian Vettel etwa erhielt in Ungarn eine offizielle Verwarnung, weil er bei der Hymne ein Regenbogen-T-Shirt trug. Zwar müssen, damit eine Startplatzstrafe ausgesprochen wird, mindestens zwei der drei Verwarnungen wegen eines Vergehens im Auto ausgesprochen werden. Dies wäre bei Hamilton nun aber gegeben.

Fehler laut Stewards eher beim Team

Was genau war eigentlich passiert? Hamilton fuhr während des dritten Freien Trainings eine langsame Runde und schlich um den Kurs, von hinten kam Masepin auf einer schnellen Runde angeschossen. In Kurve 8 trafen sich beide dann, da es sich um eine blinde Kurve handelte, konnte Masepin Hamilton vorher nicht sehen. Gerade noch so konnte der Russe eine Kollision vermeiden.

Hamilton argumentierte später, er habe von seinem Renningenieur Peter Bonnington nicht rechtzeitig eine Information darüber erhalten, wo sich Masepin genau befindet. "Mir wurde zu Beginn der Runde gesagt, dass Nikita zehn Sekunden hinter mir ist. Aber es ist eine so schwierige Strecke, du brauchst die Info, wenn er vier oder drei Sekunden zurück ist, damit du weißt, wann du zur Seite fahren musst", sagt er.

Die Stewards waren mit der Argumentation insofern einverstanden, dass Mercedes die hauptsächliche Strafe erhielt. Obwohl es "letztlich in der Verantwortung des Fahrers liegt, Behinderungen zu vermeiden, muss sich der Fahrer auf dieser Strecke auf eine effiziente Kommunikation mit dem Team verlassen", hieß es in der Urteilsbegründung.

Weiter formulierten die Stewards: "Dies war in diesem Fall nicht gegeben und dementsprechend wird die Strafe gegen den Wettbewerber verhängt."

Masepin nimmt es gelassen

Masepin selbst wollte das Thema nicht höher hängen als nötig. "Von meiner Seite aus war es keine große Sache. Wir trainieren, um die notwendigen Reaktionen zu haben, um solche Situationen zu vermeiden", sagt der Haas-Pilot. Hamilton und er hätten sich kurz danach bereits Nachrichten geschickt.

"Es tat ihm sehr leid, was passiert ist. Und er sagte, dass sie nicht den besten Job gemacht haben", so Masepin, der über Hamiltons Reaktion erfreut war. "Es ist wirklich schön zu sehen, dass die erfahrene und ältere Generation diesen Dingen wirklich Aufmerksamkeit schenkt. In der Formel 2 denkt ein Fahrer vielleicht nie darüber nach, in der Formel 1 ist es ein siebenmaliger Weltmeister ist", sagt er.

Im ersten Moment selbst, gibt Masepin zu, habe er im Cockpit "vielleicht ein oder zwei Schimpfwörter" abgelassen, "aber ich habe da viel Erfahrung. Hier kann man sich nicht auf die Spiegel verlassen, man verlässt sich auf den Ingenieur, und der Ingenieur ist kein Roboter, er ist ein Mensch, und er hat so viele Aufgaben zu erledigen", zeigt der 22-Jährige Verständnis.

Masepin: "Wenn das der Preis war..."

Masepin war im Nachgang sogar froh, dass Hamilton nicht bestraft wurde. Dies wäre ihm sogar ziemlich unangenehm gewesen. "Ich mag Lewis wirklich, und ich wünsche ihm alles Gute für seinen Titelkampf. Und ich würde nicht wollen, dass er für etwas bestraft wird, das mit mir zusammenhängt", stellt er klar.

Masepin weiter: "Er hat sich wahrscheinlich auf seine Lenkradeinstellung konzentriert und darüber nachgedacht, wie er im Qualifying eine bessere Rundenzeit erreichen kann. Wenn der Preis dafür war, dass ich eine meiner Runden im dritten Training nicht zu Ende fahren konnte, dann soll es so sein."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

Wir wollen Deine Meinung!

Was würdest Du gerne auf Motorsport.com sehen?

An unserer 5-Minuten-Umfrage teilnehmen

- Das Motorsport.com-Team

Weiterlesen :

Diese Story teilen oder speichern

Link kopieren

Auf Facebook teilen

Auf Twitter teilen

Auf WhatsApp teilen

Auf Linkedin teilen

Auf Pinterest teilen

Auf Viber teilen

Vorheriger Artikel Kimi Räikkönen verliert Quali-Duell in Dschidda: "Letzte Kurve war nicht gut"

Nächster Artikel Mercedes will umstrittenes Sponsoring durch "Kingspan" wohl überdenken

Mehr von

Chris Lugert



Toto Wolff: 2022 könnte noch enger werden

Formel 1

Formel 1 14.12.2021

Toto Wolff: 2022 könnte noch enger werden



Hamilton-Bruder tobt nach F1-Finale: "Schande für unseren gesamten Sport"

Formel 1

Formel 1

Abu Dhabi

14.12.2021

Hamilton-Bruder tobt nach F1-Finale: "Schande für unseren gesamten Sport"



Max Verstappen gibt zu: "Hätte Hamilton nicht mehr eingeholt"

Formel 1

Formel 1

Abu Dhabi

14.12.2021

Max Verstappen gibt zu: "Hätte Hamilton nicht mehr eingeholt"

Mehr von

Lewis Hamilton



Update-Paket nach Sorgen doch bereit: Ferrari rüstet für Austin auf

Formel 1

Formel 1

Austin

2 T.

Update-Paket nach Sorgen doch bereit: Ferrari rüstet für Austin auf



Gibt es ein Vertrauensproblem zwischen Lewis Hamilton und Ferrari?

Formel 1

Formel 1 3 T.

Gibt es ein Vertrauensproblem zwischen Lewis Hamilton und Ferrari?



Lewis Hamilton lobt F1-Entscheidung für Afrika: "Der wichtigste Kontinent"

Formel 1

Formel 1 4 T.

Lewis Hamilton lobt F1-Entscheidung für Afrika: "Der wichtigste Kontinent"

Mehr von

Mercedes



Die größten Formel-1-Flops: Diese 15 Rennwagen wurden zum Desaster

Formel 1

Formel 1 15 h

Die größten Formel-1-Flops: Diese 15 Rennwagen wurden zum Desaster



Horner über Abu Dhabi 2021: Natürlich haben wir Masi unter Druck gesetzt

Formel 1

Formel 1 18 h

Horner über Abu Dhabi 2021: Natürlich haben wir Masi unter Druck gesetzt



Mercedes warnt vor Red Bull und Ferrari: "Ein echter Kampf" steht bevor

Formel 1

Formel 1

Austin

21 h

Mercedes warnt vor Red Bull und Ferrari: "Ein echter Kampf" steht bevor

Aktuelle News



MotoGP 2027: Alle Wechsel bei den Crewchiefs im Überblick

MotoGP

MGP MotoGP 19 Min.

MotoGP 2027: Alle Wechsel bei den Crewchiefs im Überblick



MotoGP-Paddock Inside: Der letzte Tanz auf Phillip Island

MotoGP

MGP MotoGP

Phillip Island

37 Min.

MotoGP-Paddock Inside: Der letzte Tanz auf Phillip Island



Ferrari überrascht mit Sonderdesign: Was hinter der neuen Folierung steckt

Formel 1

F1 Formel 1

Austin

46 Min.

Ferrari überrascht mit Sonderdesign: Was hinter der neuen Folierung steckt



Hypercar-Aus für Porsche steht offenbar fest: Geht Penske schon 2027 fremd?

WEC

WEC WEC

24h Le Mans

1 h

Hypercar-Aus für Porsche steht offenbar fest: Geht Penske schon 2027 fremd?

Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!

Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.

Du hast 2 Optionen:

Jetzt registrieren Schon registriert? Dann hier einloggen!

Adblocker deaktiviert?
Dann versuche es mit Seite neu laden

Benachrichtigungs-Einstellungen

Registrieren