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Warum sich McLaren-Fahrer Oscar Piastri für die Crash-Verwicklung in Kurve 1 beim Formel-1-Rennen in Brasilien selbst in der Verantwortung sieht

Oscar Piastri: Bin eigentlich selbst schuld

Oscar Piastri schreibt sich seine Verwicklung in den Startcrash beim Sao-Paulo-Grand-Prix 2023 in Brasilien teilweise selbst zu. Er habe zwar "nichts machen können", als sein McLaren MCL60 von Trümmerteilen beschädigt worden sei, "aber wenn man sich für einen solchen Startplatz qualifiziert, dann ist man einem umso größeren Risiko ausgesetzt, dass sowas passiert. Es wurzelt also schon im Freitag", sagt Piastri.

Am Freitag im Qualifying war Piastri nach einem Ausrutscher in Q3 nicht über P10 in der Startaufstellung hinausgekommen. "Da haben wir es nicht auf den Punkt gekriegt. Und jeder ist eben seines eigenen Glückes Schmied", meint er.

"Wäre ich weiter vorne losgefahren, wäre ich nicht in den Crash verwickelt worden. Deshalb meine ich: Man muss sich selbst in die bestmögliche Ausgangslage bringen und es nicht einfach auf Pech schieben."

Wie groß die Schäden waren an Piastris McLaren

Pech hin oder her: Mit kaputtem Auto konnte Piastri zunächst nur die Box ansteuern. Dort profitierte er von der Rotphase nach dem Startcrash: Die McLaren-Crew reparierte sein Fahrzeug und schickte ihn nochmals ins Rennen. Zwar mit einer Runde Rückstand, aber immerhin.

Piastri weiß dieses Engagement zu schätzen: "Das Team hat fantastische Arbeit geleistet, das Auto in 20 Minuten wieder hinzukriegen. Das war sicherlich nicht einfach."

Denn es war einiges kaputt am MCL60. Teamchef Andrea Stella verweist auf den Heckflügel, den Unterboden und die hinteren Bremsschächte, die allesamt in Mitleidenschaft gezogen wurden. "Den Unterboden und den Flügel konnten wir reparieren, die hinteren Bremsschächte leider nicht. Diese Schäden haben Oscar dann viel Rundenzeit gekostet", sagt Stella.

Deutlicher Speed-Nachteil gegenüber Lando Norris

Der Direktvergleich zu McLaren-Teamkollege Lando Norris fällt in der Tat deutlich aus: Selbst als Piastri im zweiten Stint mit Soft fuhr und Norris mit Medium, blieb Piastri um 0,8 bis über 1,1 Sekunden pro Runde hinter dem Schwesterauto zurück und schaffte es praktisch nie, das gleiche Niveau zu erreichen.

Doch Letzteres sei mit den Unfallschäden auch nicht der Anspruch gewesen, betont Piastri: "Ich habe einfach versucht, noch möglichst viel zu lernen. Denn ich bekam 70 Runden, die ich sonst nicht gehabt hätte. So eine Chance bekommt man ja nur selten."

"Natürlich wäre es mir lieber gewesen, ich kriege diese Chance gar nicht erst, aber wenn es sich ergibt, muss man es nutzen. Wir testen ja sonst praktisch nicht."

Warum Piastri Brasilien als "Ausreißer" verkraften kann

Diese Gelegenheit sei für ihn in Brasilien umso wertvoller gewesen. "Ich habe an diesem Wochenende nämlich einfach keine Runde durchgebracht", sagt Piastri. "Vielleicht muss ich mich mehr anstrengen. Aber es ist eben eine Strecke, die ich nicht kannte, und auf der wir wenig Training hatten. Das hilft natürlich nicht."

"Mehr Sorgen würde ich mir machen, wenn ich [generell] langsam wäre und mehr solcher Wochenenden hätte. Weil ich aber weiß, dass ich es nur umsetzen muss, bin ich da eher entspannt. Aber ich muss es natürlich auch unter Beweis stellen", so der McLaren-Fahrer.

Das wünscht sich auch Teamchef Stella und sagt: "Die jüngsten Rennen waren nicht so toll für Oscar. Hoffentlich laufen die restlichen Rennen wieder runder. Dann hat er auch mehr Zeit im Training, um seinen Speed über eine Runde und über einen Stint zu schärfen und an die starken Rennen anzuknüpfen, die er dieses Jahr so oft gezeigt hat."

Weitere Co-Autoren: Oleg Karpow. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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