Pramac sicher: Toprak Razgatlioglu wird "früher oder später an der Spitze sein"
Pramac-Teammanager Gino Borsoi und Yamaha-Rennleiter Paolo Pavesio sprechen über Toprak Razgatlioglus Umstellung vom Superbike auf das MotoGP-Bike
Toprak Razgatlioglu kämpft noch mit der Anpassung auf die MotoGP-Yamaha
Foto: Steve Wobser / Getty Images
Das MotoGP-Debüt von Toprak Razgatlioglu war weltweit, insbesondere aber in seinem Heimatland Türkei, mit großer Spannung erwartet worden. Während der vergangenen Monate war der dreimalige Superbike-Weltmeister mehrmals mit der MotoGP-Yamaha mit V4-Motor testen, zuletzt bei den offiziellen Vorsaisontests in Sepang und Buriram.
Am vergangenen Wochenende nun gab Razgatliglu für Pramac-Yamaha sein MotoGP-Renndebüt. Beim Grand Prix von Thailand 2026 in Buriram war er in allen Sessions (FT1, Training, FT2, Qualifying, Sprint, Warm-up, Grand Prix) der langsamere der beiden Rookies. Diogo Moreira (LCR-Honda) war stets der schnellere, was angesichts der Vorgeschichte aber keine große Überraschung war. Moreira ist der amtierende Moto2-Weltmeister. Zudem ist die Honda RC213V derzeit deutlich konkurrenzfähiger als die Yamaha M1 mit dem neuen Motorenkonzept.
In Reihen der vier Yamaha-Fahrer gelang es Razgatlioglu in drei der Sessions nicht der langsamste zu sein. Im FT2 am Samstagvormittag ließ er sowohl seinen Pramac-Teamkollegen Jack Miller als auch Yamaha-Werkspilot Alex Rins hinter sich. Im Warm-up am Sonntagvormittag war er schneller als Rins. Und im Grand Prix am Sonntagnachmittag kam er vor Miller ins Ziel.
Grundsätzlich kämpft Razgatlioglu noch sichtbar mit der Umstellung vom Superbike auf das MotoGP-Bike. "Es ist eine Herausforderung für ihn", bestätigte Pramac-Teammanager Gino Borsoi am Rande des Thailand-Wochenendes gegenüber MotoGP.com. "Das MotoGP-Bike ist im Vergleich zum Superbike einfach ganz andres. Er muss also jede Menge lernen, vor allem was die Bremsen und die Reifen betrifft."

Razgatlioglu beim Buriram-Test: Ohne Winglets und Flügel hinter dem Sitz
Foto: Getty Images AsiaPac
Aber es ist nicht nur die Technik, mit der der Rookie im Pramac-Team zu kämpfen hat. Im Starterfeld für die MotoGP-Saison 2026 ist Razgatlioglu der größte und schwerste Fahrer
Bei den Wintertestfahrten probierte Razgatlioglu an der Yamaha M1 unterschiedliche Sitzkonfigurationen, wobei zwischenzeitlich auf die Winglets und den Flügel hinter dem Sitz verzichtet werden musste. Beim Saisonauftakt war Razgatlioglu dann durchgehend mit den Aero-Elementen hinter dem Sitz unterwegs..

Razgatlioglu am Rennwochenende: Mit Winglets und Flügel hinter dem Sitz
Foto: Getty Images AsiaPac
"Dafür sind Testtage da", sagt Borsoi. "Wir ließen ihn anfangs unterschiedliche Konfigurationen testen. Die waren aber alle nicht gut genug für ihn." Für das Rennwochenende ist man daher "zur ursprünglichen Konfiguration zurückgekehrt", wie der Pramac-Teammanager bestätigt. Eines steht für Borsoi fest: "Toprak hat jedes Mal, wenn er auf die Strecke geht, eine Menge zu lernen und muss seinen Speed finden."
Borsoi ist aber absolut überzeugt, dass Razgatlioglu im Verlauf der Saison vorankommen wird: "Wir wissen, wo wir im Moment stehen. Und wir wissen, dass das Motorrad derzeit nicht auf dem Niveau der anderen ist. Für uns geht es jetzt darum zu verstehen, was er braucht und was er nicht braucht. Es ist ein langer Weg, aber sein Talent ist riesig. Ich habe keine Zweifel daran, dass er früher oder später an der Spitze sein wird."
Yamaha-Rennleiter Paolo Pavesio sprach am Sonntag, nachdem Razgatlioglu sein erstes MotoGP-Rennen auf dem 17. Platz - und damit vor Teamkollege Jack Miller - beendet hat, von seinem "sehr guten Job", den der Rookie im Verlauf der 26 Runden erledigt hat.
"Ich finde", so Pavesio, "Toprak hat einen sehr guten Job gemacht. Er hatte im Winter jede Menge zu lernen. Anfangs wollte er das MotoGP-Bike ein bisschen zu einem Superbike machen, um sich wohl zu fühlen. Dann aber hat er verstanden, dass ein MotoGP-Bike nun mal ein MotoGP-Bike ist".
"Es gibt da einfach gewisse Bereiche, die keine Kompromisse zulassen. Und letzten Endes ist er auch keine Kompromisse eingegangen", sagt der Yamaha-Rennleiter über Razgatlioglus erstes MotoGP-Wochenende und stellt heraus: "Ich bin zufrieden, denn er war ganz dicht an den anderen Yamaha-Fahrern dran. Sie sind für ihn zum jetzigen Zeitpunkt die Referenz."

Toprak Razgatlioglu im Gespräch mit Pramac-Teamkollege Jack Miller
Foto: Getty Images AsiaPac
Wie Pramac-Teammanager Gino Borsoi noch anmerkt, spielt einer der anderen Yamaha-Fahrer eine große Rolle im Zusammenhang mit Razgatlioglus Umstellung auf das MotoGP-Bike, nämlich sein routinierter Teamkollege Jack Miller. "Die beiden sind richtig gute Teamkollegen. Die Atmosphäre in der Box ist fantastisch. Sie arbeiten richtig gut zusammen, was sowohl für uns als auch für Yamaha gut ist. Ich hoffe, wir können das so beibehalten", sagt Borsoi.
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